Kommentar: Aktivisten erweisen Klimaschutz einen Bärendienst in Regensburg

Von Christian Eckl · 9. Dezember 2024 um 19:00

Eigentlich war das zu erwarten. Die Demonstranten der Letzten Generation scherten sich nicht darum, dass die Stadt eine Verfügung erlassen hatte, die auch Rechte anderer berücksichtigt.

Dass tausende Menschen die Busse nicht nutzen konnten, damit haben sie dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen. Die Demonstranten weigerten sich, den Platz nach 90 Minuten zu räumen. Was kümmert die Klimaschützer der Rechtsstaat? Sie kämpfen doch für die moralisch richtige Sache. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Engagement dieser Aktivisten nötigt auch Respekt ab. Doch der Zweck heiligt nicht die Mittel. Einzelhändler und Otto-Normalverbraucher werden hier in Geiselhaft genommen. Es fehlt der Kampf gegen Klimasünder etwa chinesischer Firmen wie Temu oder der Protest gegen US-Tech-Konzerne, deren Anteil am CO2-Ausstoß weltweit weiter wächst.

Demos und Proteste zur Adventszeit sind weiter ein Reizthema in Regensburg

Das Feindbild ist der brave Bürger, der seine Weihnachtseinkäufe erledigen will. Und das nicht nur diese Woche – nächste Woche geht es schon weiter. Mangel an Mut kann man den Behörden vorwerfen. So wäre es der Stadtführung gut zu Gesicht gestanden, hätte sie angeordnet, dass die Demo etwa am Schwanenplatz stattzufinden hat. Oder wie wäre es mit dem Bahnhofsvorplatz, den die Stadt ja ohnehin für den Verkehr gesperrt hat? Dort hätten sie auch ein positives Zeichen setzen können, so nach dem Motto: Ohne Auto geht es auch. Doch es ging um den Krawall.