Kritik für neue Eislauffläche aus Kunststoff bei Schwandorfs Winterzauber – Das plant OB Feller

Von Martin Kellermeier, Ramona Teufel · 6. Dezember 2024 um 19:00

Die Eislaufbahn beim Winterzauber im Schwandorfer Stadtpark sorgt für Ärger. Einige Schlittschuhläufer sind mit dem Fahrgefühl auf den neuen Kunststoffplatten nicht zufrieden. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) will dennoch auch künftig an der Anlage festhalten – aus guten Gründen, wie er erklärte.

Wie berichtet, hatten sich die Organisatoren des Winterzaubers dazu entschieden, in diesem Jahr auf eine Bahn aus Kunststoff und nicht wie in den Vorjahren auf eine Anlage mit echtem Eis zu setzen. Die neue Bahn sei „langlebiger, einfacher in der Handhabung sowie energiesparender, da sie weder Strom noch Wasser benötigt“, hieß es damals aus dem Rathaus. Ferner würden der Auf- und Abbau für die Rasenfläche im Stadtpark schonender sein, „wodurch größere Flurschäden vermieden werden“.

Die Entscheidung der Verantwortlichen stieß bereits kurz nach Bekanntwerden teilweise auf Kritik. „Das Fahrgefühl soll ein ganz anderes sein und nicht so viel Spaß machen“, erklärte damals beispielsweise die SPD-Stadträtin Karin Frankerl, die sich auch als Vorsitzende des Stadtverbands für Sport engagiert. Der Sozialdemokratin wäre daher eine Eislaufbahn mit echtem Eis lieber gewesen.

Auch Kosten spielten bei der neuen Eislaufbahn eine Rolle

Doch mit Blick auf die Kosten votierte Frankerl ebenfalls wie die Mehrheit ihrer Stadtratskollegen für die Kunststoffbahn. Nach MZ-Informationen ist der Kostenunterschied zwischen den beiden Bahntypen deutlich. Während man für die Kunststoffbahn mit etwa 45.000 Euro kalkuliert, hätte die Bahn mit Kunsteis rund 90.000 Euro gekostet.

Die Entwicklungen beim Winterzauber in Schwandorf kommentiert der stellvertretende MZ-Redaktionsleiter Philipp Breu. Er findet: Mit der Eislaufbahn aus Kunststoff haben sich die Organisatoren ein Eigentor geschossen. Seinen Kommentar lesen Sie hier

Vor allem weil die Eislaufbahn in den vergangenen Jahr einer der Besuchermagnete beim Winterzauber war, waren die Erwartungen an die neue Bahn aus Kunststoff freilich auch heuer groß. Um die Attraktivität weiter zu steigern, entschieden sich die Organisatoren sogar dazu, die 300 Quadratmeter große Eislauffläche um eine Bahn für Stockschützen zu ergänzen.

Eisläufer sprechen von anderem Fahrgefühl

Doch nach einer Woche Winterzauber herrscht nun teilweise Ernüchterung. Zwar würden sich die Nutzerzahlen bei der Eislaufbahn laut Stadt kaum zum Vergleichszeitraum 2023 unterscheiden. Demnach hätten in den ersten sieben Tagen bereits 700 Schlittschuhfahrer ihre Runden gedreht. Dennoch: Begeistert waren die Wintersportler offenbar nicht alle. Sie kritisieren vor allem das Fahrgefühl, das sich stark zum Laufen auf echtem Eis unterscheiden soll.

Vor allem in Facebook werden böse Zungen laut. Die Kommentatoren werden sehr deutlich. „Der Plastikscheiß langweilt“, war zum Beispiel zu lesen. Oder: „Lieber mehr Geld für eine echte Eislaufbahn ausgeben, als für ein Christkind von einer Agentur. Da wird wieder am falschen Ort gespart.“ Eine weitere Nutzerin meinte, die Stadt solle nicht „mit so nem Fake werben“.

Auch in der Stadtverwaltung ist Kritik angekommen. Doch diese würde nur „vereinzelt“ auftreten, wie es der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Anfrage formulierte. „Der Betrieb der Schlittschuhbahn auf dem Schwandorfer Winterzauber läuft bislang zufriedenstellend“, konstatierte er. Die Resonanz der Nutzer falle „zu großen Teilen positiv aus“. Man sehe daher keine Veranlassung, die Nutzungsgebühren für die Anlage zu senken. Ob es auch 2025 wieder eine Bahn aus Kunststoff geben wird, sei offen. „Eine Entscheidung darüber wird erst nach Ende des diesjährigen Winterzaubers fallen“, erklärte Hofmeister.

OB Andreas Feller will an Kunststoffbahn festhalten

Für Oberbürgermeister Andreas Feller ist die Sache dagegen klar. Er äußerte sich weiter überzeugt von der Kunststoffbahn: „Ich finde den Versuch gut. Und ich denke auch, dass wir diese Bahn in Zukunft haben sollten. Das ist eine vernünftige Geschichte.“ Feller sieht bei der neuen Anlage mehrere Vorteile. Diese würde deutlich weniger Energie verbrauchen und weniger Flurschäden im Stadtpark verursachen.

Feller äußerte sich wiederholt als großer Fan des Winterzaubers. „Ich finde den wirklich spitze, auch das internationale Speisenangebot.“ Vor allem bei der Dekoration hätten sich die Verantwortlichen „erneut übertroffen“.

Der OB will den Winterzauber weiter behutsam entwickeln. Er hofft, dass die Veranstaltung keinen Jahrmarkt-Charakter bekommt. „Das muss kein zweites Volksfest sein“, erklärte Feller. Er wolle lieber auf Gemütlichkeit und Geselligkeit setzen. Eine Blockhütte wäre vielleicht eine sinnvolle Ergänzung, so der Oberbürgermeister.