Winterzauber in Schwandorf: Eislaufbahn aus Kunststoff ist nicht die einzige Neuerung

Von Martin Kellermeier · 11. Oktober 2024 um 19:00

In nicht einmal drei Monaten kommt das Christkind. Auch heuer soll in der Großen Kreisstadt die Advents- und Weihnachtszeit durch den Winterzauber im Stadtpark aufgewertet werden. Dieser findet vom 29. November bis zum 6. Januar statt. Bei der dritten Auflage wird es mehrere Änderungen geben.

Der Winterzauber im Stadtpark ersetzt seit zwei Jahren den traditionellen Weihnachtsmarkt am Marktplatz. Und das neue Format ist durchaus erfolgreich. Nicht nur das Budendorf im Stadtpark war in den Vorjahren ein Blickfang. Vor allem auch die Eislaufbahn lockte in den vergangenen Wintern die Massen an. Denn wo in der Region kann man schon wochenlang unter freiem Himmel mit den Schlittschuhen über das Eis gleiten?

Eislaufen in Schwandorf war in aller Munde

Für das Alleinstellungsmerkmal betrieben die Macher des Winterzaubers – also Stadt, Arbeitsgemeinschaft (Arge) Weihnachtsmarkt und Stadtmarketing-Verein – einen gehörigen Aufwand. Das bis zu sieben Zentimeter dicke Kunsteis auf der etwa 300 Quadratmeter großen Fläche musste mit Energie nicht nur gekühlt werden. Es musste auch mehrmals täglich präpariert werden, um Abrieb zu entfernen. Diese Aufgabe übernahmen Eismeister, die von den Organisatoren dafür extra unter Vertrag genommen wurden. Die Besucher quittierten den Einsatz mit viel Lob. Schwandorfs Eislaufbahn war in aller Munde.

Das wünschen sich die Organisatoren auch für dieses Jahr. Gleichzeitig wagen sie jedoch etwas Neues. Die Eislaufbahn wird dieses Jahr durch eine Kunststoffbahn aus recycelten Materialien mit derselben Größe ersetzt. Das bestätigt der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Anfrage. Die neue Anlage werde zudem um eine 30 Meter lange Eisstockbahn ergänzt.

Die Eislauffläche aus Kunststoff sei „langlebiger, einfacher in der Handhabung sowie energiesparender, da sie weder Strom noch Wasser benötigt“. Ferner würden der Auf- und Abbau für die Rasenfläche im Stadtpark deutlich schonender sein, „wodurch größere Flurschäden vermieden werden“, erklärt Hofmeister.

Auch in Regensburg gab es schon eine Kunststoffbahn

Am Neupfarrplatz in Regensburg konnte man auf einer ähnlichen Kunststoffbahn schon seine Runden mit den Schlittschuhen drehen. Die Umweltstiftung WWF kritisiert derartige Bahnen zum Eislaufen. Die scharfen Schlittschuh-Kufen würden feine Plastik-Fäden abfräsen, so die Befürchtung. Mikroplastik könnte so in die Umwelt gelangen, heißt es dazu auf der WWF-Homepage.

Schwandorfs Pressesprecher Hofmeister kennt derartige Kritik. Er versichert auf Anfrage: „Der Abrieb durch die Nutzung ist minimal und besteht lediglich zum Teil aus Mikroplastik, das zu 90 Prozent bei der regelmäßigen Reinigung der Bahn wieder aufgenommen wird.“ Das gesammelte Material könne man dann recyceln. Der Abrieb könne „beispielsweise eingeschmolzen und in winterliche Formen wie Schneeflocken gegossen werden, die dann als Souvenir denkbar sind“, so Hofmeister wörtlich.

SPD-Stadträtin Karin Frankerl, die sich auch als Vorsitzende des Stadtverbands für Sport engagiert, ist in Sachen Kunststoffbahn noch etwas anderes zu Ohren gekommen. Ihre Tochter Sabina sei nach ein paar Runden über die „Plastikbahn“ in Regensburg enttäuscht gewesen. „Das Fahrgefühl soll ein ganz anderes sein und nicht so viel Spaß machen“, berichtet Frankerl. Auch mehrere ihrer Stadtratskollegen hätten ähnliche Erfahrungsberichte vernommen.

Frankerl wäre daher eine Eislaufbahn mit echtem Eis lieber gewesen. „Aber man muss freilich auch auf die Kosten schauen“, erklärt die SPD-Rätin, die nach eigener Aussage im Stadtrat dann doch für den Versuch mit der Kunststoffbahn gestimmt hat. Nach MZ-Informationen ist der Kostenunterschied zwischen den beiden Bahntypen deutlich. Während man für die Kunststoffbahn mit etwa 45 000 Euro kalkuliert, würde die Bahn mit Kunsteis etwa 90 000 Euro kosten.

Beim Winterzauber im Schwandorfer Stadtpark gibt es in diesem Jahr mehrere Neuerungen. Wie werden sie ankommen? Dazu hat sich MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier in seinem Kommentar Gedanken gemacht. Sie lesen den Meinungsartikel unter diesem Link.

Doch die Neuerung bei der Eislaufbahn ist nicht die einzige Änderung. Gerhard Engel von der Arge Weihnachtsmarkt freut sich, dass der Winterzauber auch in diesem Jahr weiter wächst: „Wir haben heuer wieder mehrere zusätzliche Buden.“ Laut Stadt wird es in diesem Winter insgesamt 27 Verkaufsstände im Stadtpark geben. Das Warenangebot reiche dabei von Mützen und Lederwaren bis hin zu Krippen oder Gewürzen.

Glühwein, Bratwurst, Baumstriezel und Crêpes

Auch kulinarisch soll wieder einiges geboten sein. Neben Klassikern wie Glühwein, Bratwurst und Crêpes würden auch Langos, Baumstriezel, Ofenkartoffeln sowie indische Spezialitäten frisch vor Ort zubereitet.

Daneben soll es ein ansprechendes Rahmenprogramm geben. Die Organisatoren denken dabei an eine Eislaufdisco oder die Auftritte verschiedener Musiker und Künstler, darunter die Krampusgruppe „Oberpfälzer Schlossteufel“. Sonntags soll zudem das Schwandorfer Christkind mit seinem Auftritt die Besucher verzaubern. Ein besonderer Höhepunkt soll erneut die Silvesterparty am 31. Dezember mit einer spektakulären Lasershow werden.

Nicht nur die Organisatoren freuen sich schon auf den offiziellen Startschuss am 29. November. Auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) ist schon gespannt, wie die Neuerungen ankommen werden. „Das wird bestimmt eine riesen Sache“, sagt der Rathauschef. Er hoffe auf besseres Wetter als im vergangenen Jahr. Mit Blick auf die Entwicklungen sieht der OB den Winterzauber „auf einem guten Weg“.

Feller ist froh, dass man auch heuer wieder sechs Wochen lang mit dem Winterzauber im Stadtpark der Bevölkerung ein Angebot machen kann. So hätten die Schwandorfer Familien auch in den Weihnachtsferien ein Ausflugsziel direkt vor der Haustür.

Die Besucher können sich heuer auf mehr Kulinarik freuen. Erstmals gibt es indische Spezialitäten. Foto: Dietmar Zwick, Archiv