Vom Raser bis zur maroden Hochwasser-Straße: Das regt Kelheimer in den Dörfern auf

Raser, Hochwasser, Windkraft – diese Themen brannten den Bürgern in den Kelheimer Ortsteilen bei den Bürgerversammlungen auf den Nägeln. So will die Stadt die Probleme lösen.
Obwohl die Kommunikation bei vielen sehr digital geworden ist, waren die Kelheimer Bürgerversammlungen laut Bürgermeister „ganz gut“ besucht – vor allem auch in den Ortsteilen.
Neben Infos aus erster Hand war dies die Gelegenheit für die Einwohner Probleme und Fragen direkt an die Verantwortlichen bei der Stadt zu übermitteln. Diese Themen brannten den Menschen von Gundelshausen bis Staubing auf den Nägeln.
• Gundelshausen/Lohstadt: In Gundelshausen und Lohstadt informierte Schweiger über die geplanten Windräder und die Gespräche des Projektierers Bögl mit Grundstückseigentümern. Die Vorrangflächen die der Regionalplanungsverband festlegte, werden bei einigen Projektierern Begehrlichkeiten wecken, so Schweiger. Daher will die Stadt „proaktiv“ Pläne mit Bögl verfolgen. Voraussichtlich im ersten Quartal 2025 sollen ein oder mehrere Bürger-Infoabende stattfinden. Die große Sanierung der Bahntrasse Nürnberg-Regensburg 2026 wird auch die Kelheimer Zugnutzer und den Gundelshausener Bahnhof treffen. Einschränkungen seien absehbar, so Schweiger. Da der Güterverkehr über die Donautal-Trasse rollen soll und deshalb Personen-Verbindungen gekürzt werden. Der Schienenersatzverkehr wird diskutiert werden müssen, sagt Schweiger. Das Gundelshausener Baugebiet „Griesfeld 3“ soll 2025 erschlossen werden. Dort sollen Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser gebaut werden. Allerdings handle es sich dabei nicht um eine kommunale Maßnahme.
• Kapfelberg: Der Verkehr, insbesondere, wie schnell Autos und Lkws durch Kapfelberger Siedlungsgebiete fahren, regt die Anwohner auf. Es geht den Bürgern um ihre Kinder wie generell um Verkehrssicherheit, teils auch um Lärm, so Bürgermeister Christian Schweiger. Das Angebot der Stadt stehe, über eine 30er-Zone nachzudenken. Im Rathaus will man ein Konzept inklusive Beschilderungsplan erarbeiten und dieses wohl „im Frühjahr“ nochmals mit den Bürgern besprechen.
• Kelheimwinzer/Herrnsaal: Als im Herbst die Kreisstraße 15 saniert worden ist, nutzten viele Ortskundige umliegende Flurbereinigungswege. Der Landkreis habe zugesagt, diese wiederherzustellen, so Schweiger. Der Radweg vor Winzer entlang der Donau sei von der Stadt 2024 repariert worden. Was fehle, sei ein Teilstück zwischen Winzer und Herrnsaal. Dieses gehöre aber nicht der Stadt sondern dem Freistaat. Weiter war die Röte-Erweiterung Thema. In drei Abschnitten sollen hier in den kommenden Jahren mehr als 100 Parzellen entstehen, vor allem für Ein- und Zweifamilienhäuser. In Abschnitt 1 werden 2025 die Sparten verlegt, der Kanal wurde 2024 gebaut. Voraussichtlich bis 2028 solle die „neue“ Röte voll erschlossen sein. Die Parzellen werden allerdings von privat verkauft, nicht von der Stadt. Für das neue Baugebiet seien viele neue Erschließungsstraßen nötig sowie zwei neue Kreisverkehre – einer an der Umgehungsstraße, der KEH 38 (frühestens 2027), ein zweiter an der Kelheimwinzerstraße (zwischen Bauabschnitt 2 und 3). Dieser werde aber wohl erst nach Abschluss der kompletten Maßnahme kommen, so Schweiger auf Nachfrage.
Zudem zähle auch die Prälat-Meindl-Straße zu den Fahrbahnen im Stadtgebiet aus der Katagorie „katastrophaler Zustand“. Nach aktuellem Stand soll sie 2025 saniert werden.
• Staubing: Der Marktweg verbindet bei Hochwasser Staubing mit Weltenburg. So nutzten ihn auch im Juni 2024 die Retter mit ihren schweren Fahrzeugen. Die Fahrbahn war bereits zuvor in schlechtem Zustand. Schweiger setzt darauf, dass auch hier das Panmax-Verfahren genutzt werden kann. Dabei wird nur die obere Schicht abgefräst und mit Bindemittel verdichtet wieder eingebaut, erklärt Schweiger. Auch diese Reparatur soll 2025 kommen. Die Realisierung dränge, denn „wenn wieder Hochwasser ist, muss der Zustand passen“. Der Anbau ans Staubinger Feuerwehrhaus soll 2025 geplant werden. Realisiert werde das Bauvorhaben „je nach Haushaltslage“.
Dem Kelheimer Rathaus Probleme melden
Einwohner: Von 17.328 Kelheimern sind 463 in Gundelshausen und Lohstadt zuhause, 454 in Kapfelberg, 1605 in Kelheimwinzer, 236 in Herrnsaal, 317 in Staubing, 124 in Stausacker, 703 in Thaldorf sowie 471 in Weltenburg.
Mängelmelder: Mängel und Probleme können der Stadt auch unterm Jahr per Kelheim-App, E-Mail oder Telefon mitgeteilt werden können. Per App oder Mail könne man auch Fotos anhängen. „So weiß man gleich, von welcher Stelle genau gesprochen wird“, so der Bürgermeister. Etwa, wo bei Starkregen der Graben genau überläuft.


