Neues Zuhause für Streuner aus Osteuropa bedeutet jede Menge Arbeit für Abensberger Verein

Auf Spenden angewiesen: Seit fünf Jahren rettet der Verein Straßenhunde Rumänien in Not aus Abensberg im Landkreis Kelheim Hunde vor dem sicheren Tod. Die Kosten dafür sind enorm.
Wenn Christine Scheugenpflug in Abensberg ihre Schützlinge für ein neues Zuhause freigibt, dann nimmt eine Reise ein Ende, die in Rumänien auf der Straße begann. Seit 2019 kümmert sich der Verein Straßenhunde Rumänien in Not aus Abensberg um Hunde, die niemand will, die auf der Straße sich selbst überlassen werden. Wenn sie am Ende an liebe Hände vermittelt werden, dann hat sich die Arbeit des Vereins einmal mehr ausgezahlt, und die von Scheugenpflug natürlich auch. Bis dahin ist es aber eine lange Reise.
Mindestens einmal im Monat fahren Mitglieder des Vereins zu ihrem eigenen Tierheim, der Arche Faget in Rumänien und versorgen dort etwa 400 Hunde auf mittlerweile ca 6000 Quadratmetern. Das hört sich nach viel an und trotzdem wird der Platz schon wieder etwas knapp.
4000 Euro für den Tierarzt
„Wir mussten dieses Jahr das Nachbargrundstück mit dazu pachten, weil wir keine Hunde ihrem Schicksal überlassen können. Das wären in Rumänien die Hundefänger und der sichere Tod in einer Tötungsstation“, erzählt Ramona Bloch vom Verein.
Das ehrenamtliche Engagement der Tierfreunde aus Abensberg ist eine niemals endende Mammutaufgabe. Unterstützung findet der Abensberger Verein mittlerweile auch von der in vielen Ländern Europas tätigen Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen.
Allein eine Tonne Futter pro Woche wird benötigt, um alle Vierbeiner satt zu bekommen. Die Tierarztkosten belaufen sich pro Monat auf ca 4000 Euro und seien schon eine große Herausforderung, so Bloch. Kastrationsaktionen sind da noch gar nicht mitgerechnet.
„Gerade wird ein kleines Haus mit Behandlungszimmer für kleinere OP’s und zum Kastrieren gebaut, denn nur so wird die Hundepopulation eingedämmt“, sagt Bloch.
Damit ist das Problem aber nicht gelöst, noch gibt es jede Menge Aufklärungsarbeit für den Verein zu leisten. „Es muss sich einfach vor Ort die Einstellung der Bevölkerung ändern, damit sie ihre Tiere kastrieren lassen“, so Bloch. Dabei würde der Verein die Kastration für die Hundebesitzer sogar kostenlos ermöglichen.
Und trotzdem nutzen nicht alle die Möglichkeit. „Das Umdenken ist noch ein langer Weg und immer noch viele ungewollte Welpen werden entsorgt oder bei uns abgegeben“, erzählt Bloch.
Mit dem Kastrationshaus, das dem Verein etwa 60.000 Euro kosten wird – davon sind 40.000 Euro schon finanziert – wäre die Versorgung zumindest schon einmal bedeutend einfacher.
Denn momentan muss einmal in der Woche ins 100 Kilometer entfernte Timisoara gefahren werden, um die Hunde kastrieren zu lassen. Wer in Richtung Rumänien unterwegs ist oder wieder nach Deutschland zurückkehrt, hat immer großes Gepäck mit dabei.
„Bei jeder Fahrt werden ca 600 bis 700 Kilogramm Futter, Decken, Handtücher und vieles mehr mitgenommen. Und wenn wir viel Glück haben, dürfen zwischen 15 bis 20 Hunde mit zurückfahren“, erzählt Bloch. Denn so mancher Vierbeiner findet hier ein neues Zuhause. Oder die Tiere kommen zu Pflegestellen. Und hier kommt eben Christine Scheugenpflug mit ihrer Villa Herzblut ins Spiel.
130 Hunde aus Rumänien hat sie bereits vermittelt, darunter viele eben, die der Abensberger Verein dort aufgefangen hat. Pflegestellen, also ein Zuhause auf Zeit, seien indes immer rar und würden dringend gesucht, weiß Bloch. Die Vermittlung läuft dann über den Verein Straßenhunde Rumänien in Not e.V. Alle anfallende Kosten für die Versorgung, die Ausstattung und eventuell Tierarztbesuche übernimmt der Verein. Alles in allem also hat der Verein jede Menge Kosten zu wuppen, die durch Spenden finanziert werden müssen.
Herausfordernde Monate
Vor allem die kommenden Monate werden für den Verein noch einmal herausfordernd. Denn im Winter ist es besonders wichtig, dass sich die Tiere, die in Rumänien gerettet wurden, eine wärmende Schutzschicht anfressen. Für den Verein bedeutet ein volles Futterlager weniger Sorgen und eine dringend notwendige Entlastung.
Tieren helfen:
VETO: Dahinter steht die Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen gemeinnützige GmbH mit Sitz in Moers. Laut eigenen Angaben unterstützt die Organisation 40 Tierschutzvereine in zehn europäischen Ländern. Einer der Vereine ist der Abensberger Verein „Straßenhunde Rumänien in Not“.
Spendenmarathon: Der Abensberger Verein wird auch heuer wieder vom VETO-Spendenmarathon unterstützt, der bis zum 9. Januar 2025 läuft.
Kontakt: www.spendenmarathon-tiere.de