Die Suche nach dem verlorenen Gleichgewicht: Der Otter räubert putzig – so spaltet er auch!

Von Johannes Schiedermeier · 28. November 2024 um 19:00

Naturschutz kann auch spalten. Der Otter, der Biber, der Wolf, der Dünger... Auch dazu gab es im Rahmen des neuen Managementsplans für den Schutz der Natur im Landkreis Debatten.

„Wie kann es sein, dass der Fischotter als schützenswerte Art auftaucht, wenn man über den Schutz der Fische redet“, wollte ein Fischer wissen. Mit Tausenden von Euro würden Einsetzungen finanziert, die als Fischotter-Futter endeten. Grebler erklärt, dass der Fischotter sich erst als Spitzen-Prädator verbreitet habe und im FFH-Gebiet angesiedelt sei. Dieses Gebiet diene dem Schutz von Arten. Auch ein Räuber sei eine schützenswerte Art. Allerdings gelte es, ein Gleichgewicht zu halten. Die Fischereiwirtschaft erhalte einen Schadensausgleich und es gebe in Härtefällen eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss.

Minimieren, nicht ausrotten

„Die Art soll nicht verschwinden, aber sie wird im Bereich der Teichwirtschaft minimiert“, so Grebler. Der Fischer konterte mit der Pflicht zu Entnahme von großen Wallern, während Kormorane die Teiche überschwemmen. Auch bei den Bibern habe man es verpasst, die Dinge im Rahmen zu halten. Grebler erklärte, dass es natürlich Probleme geben, wenn Arten zurückkommen und sich ihren Platz erst wieder suchen müssten.

Das Wasserwirtschaftsamt sei eng eingebunden und gebe eine Stellungnahme zu den Maßnahmen ab, so Maximilian Graml, der beim vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg für Gewässerrandstreifen zuständig ist. Das größte Problem sei, dass nicht genügend Ufergrundstücke verkauft werden, um Pufferzonen zu errichten und die Ufer zu beschatten.

Tonnenweise Fisch weg

Ein Teichwirt berichtete, es gebe Nachweise, dass auf seinen Flächen 2016 tonnenweise Fische verschwunden seien, aber auch Amphibien und Teichvögel, deren Nester ausgeraubt werden: „Wenn die Teichwirte nun reihenweise aufgeben, dann wird sich der Otter in den Naturschutzgebieten schadlos halten.“ Der Otter werde sich an den Aufstiegshilfen breitmachen und sich die Laichfische als leichte Beute holen. Dort müsse der Otterbestand gemanagt werden. „Gilt hier das Verschlechterungsverbot nicht?“, fragte er.

Grebler antwortete mit dem Beispiel des Bibers, für den eine Ausnahmegenehmigung vom Gesetzgeber geschaffen worden sei. Das müsse nun für den Otter auch erarbeitet werden. Zum Beispiel an den Aufstiegsanlagen. „Das ist ein langsamer und zäher Prozess“, so Gebert. Und dieser Prozess werde auch zulasten der Teichwirtschaft gehen.

Altwässer wachsen zu

Jürgen Lukassek, Naturschutzbeauftragter des Landes Fischereiverbandes, stellte fest, dass zwischen Blaibach und Chamerau Altwässer seien, die zuzuwachsen drohen. „So wird man keine Biotope vernetzen“, so Lukassek. Bei den Fischaufstiegsanlagen sei viel nachzubessern, weil der Abstieg nicht genauso funktioniere, wie der Aufstieg. „Bei vielen Turbinen kommt Hackfleisch raus“, erklärte er. Johannes Grebler von der Höheren Naturschutzbehörde bat, die Altwässer zu melden. Maßnahmen seien aber nur innerhalb der Gebietsgrenzen möglich. Dazu seien Lebensarten nachzuweisen. Die Fisch-Aufstiegsanlagen müssten tatsächlich auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Da gebe es Handlungsbedarf.