Edeka will die Straßenseite wechseln – Grundstück liegt aber im Überschwemmungsgebiet

Edeka sucht seit Jahren nach einem neuen Standort in Schwandorf. Dieser scheint nun gefunden zu sein. Der Markt soll gegenüber der bisherigen Filiale an der Dachelhofer Straße neu gebaut werden. Doch das Vorhaben muss vorerst noch mit einem Fragezeichen versehen werden: Denn der neue Edeka würde teilweise im Überschwemmungsgebiet entstehen. Wie geht es nun weiter?
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) informierte in der Sitzung des Schwandorfer Planungs- und Umweltausschusses am Montag darüber, dass in der vergangenen Woche ein Gespräch mit der Edeka-Gruppe stattgefunden habe. Robert Bose, stellvertretender Amtsleiter Planung und Bau, ergänzte, dass der bestehende Markt in einem verbesserungswürdigen Zustand sei.
Der Platz ist knapp
Wer in der Filiale einkaufen geht, weiß, was Bose meint. Im Vergleich zu moderneren Edeka-Märkten wie beispielsweise in Wackersdorf oder Schwarzenfeld sind die Gänge in Schwandorf merklich enger. Oft stehen in diesen dann auch noch Paletten mit Waren im Weg. Selbst als Kunde merkt man, dass der Vollsortimenter aus allen Nähten platzt. Die Suche nach einem neuen Standort ist nun laut Bose erfolgreich gewesen, und zwar direkt gegenüber dem bestehenden Markt auf der anderen Straßenseite.
Dass die Stadt dem Neubau grünes Licht gibt ist gut, meint MZ-Redakteurin Caroline Keller, in ihrem Kommentar: Gut für die Anwohner
Vor allem die Bewohner der Stadtteile Dachelhofen, Ettmannsdorf, Egelsee und auch des Hochrainviertels dürfte es freuen, dass der Supermarkt an fast derselben Stelle bleiben soll. Im vergangenen Jahr gab es nämlich auch Überlegungen, den Edeka-Markt auf dem alten Kaufland-Areal an der Industriestraße zu errichten. Doch das hatte sich wieder zerschlagen, da sonst ein Nahversorger im Südwesten fehlen würde.
Lücke in der Nahversorgung würde entstehen
Schon in vergangenen Ausschusssitzungen hatten die Stadträte Bedenken geäußert. Sollte Edeka sich einen neuen Standort weg von der Dachelhofer Straße suchen, würde eine Lücke in der Nahversorgung entstehen.
In der Sitzung am Montag erinnerte Bose daran, dass es in diesem Gebiet jedoch Herausforderungen gebe. Ein Teil der Fläche, die Edeka nun übernehmen will, liegt nämlich im Überschwemmungsgebiet. Laut Bose solle nun überprüft werden, ob dort eine Bebauung irgendwie möglich ist.
Für das neue Areal wird ein Flächennutzungsplan sowie ein Bebauungsplan nötig. Edeka plant dort mit einer größeren Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern. Die derzeitige Filiale hat weniger als 1000 Quadratmeter. Auch ein Backshop soll in den Markt integriert werden.
Stadträte sind begeistert
Die Ausschussmitglieder zeigten sich begeistert von dem Vorhaben. CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer fand es hervorragend, dass fast am selben Fleck einen neuer Edeka entstehen könnte. Auch Manfred Schüller (SPD) äußerte sich positiv. „Genau dort gehört sich der Supermarkt hin“, stellte er in seinem Redebeitrag fest.
Dennoch äußerte Schüller Bedenken wegen des Überschwemmungsgebiets und verwies auf das ruhende Verfahren zum Bau eines gemeinsamen Feuerwehrdepots für Dachelhofen und Ettmannsdorf an der St.-Vitalis-Straße. Das dafür in Frage kommende Grundstück liegt ebenfalls im Überschwemmungsgebiet. Bose erklärte, man werde nun alles genau prüfen.
Dem Vorhabenbeschluss stimmten die Mitglieder einstimmig zu. Die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bauplans kann eingeleitet werden.
