Schwandorf stimmt Windrädern in Burglengenfeld unter Vorbehalt zu

Von Jan Lange · 27. November 2024 um 05:00

Die geplante Errichtung von vier Windkraftanlagen in Burglengenfeld hatte jüngst auch die Stadträte in Schwandorf beschäftigt. Als angrenzende Kommune wurde die Stadt zu einer Stellungnahme aufgefordert, die von Klimaschutzmanager Johannes Stapf ausführlich erläutert wurde. So habe die Stadt für ihre Stellungnahme noch mehrere Nachforderungen gestellt.

Wichtig für die Stadt war beispielsweise der geplante Standort des Umspannwerkes und der Verlauf der Erdkabeltrasse und ob dafür städtische Flächen genutzt werden müssten. Auch über die Transportroute der Windkraftanlagenteile und die voraussichtliche Anzahl der notwendigen Schwerlasttransporte forderte die Stadt mehr Informationen ein. Laut Stapf würden aber keine gravierenden abwägungsrelevanten Belange dem Vorhaben entgegensprechen.

Mehrheitlich hatte der Stadtrat dann der Umsetzung des Vorhabens unter der Voraussetzung zugestimmt, dass sämtliche Nachforderungen in angemessener Weise beantwortet werden und gegebenenfalls durch Festsetzungen oder vertragliche Regelungen Berücksichtigung finden.

Nur eine von zahlreichen Stellungnahmen

Zuvor hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler die Vorlage kritisiert. Sie klinge so, als wenn durch die Stadt Schwandorf „das Verfahren verhindert werden könnte“, monierte der Sozialdemokrat. Entschieden werde aber im Landratsamt. Die Stadt Schwandorf gebe nur eine von mehr als 20 Stellungnahmen ab. Die Nachforderungen der Stadt bezeichnete Schindler als „fünftrangige Petitessen“.

CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer entgegnete dem SPD-Mann, dass es „ausdrücklich nicht darum gehe, das Vorhaben zu blockieren“. In seinen Augen sei es aber wichtig, die Punkte zu benennen, die im Interesse der Stadt sein könnten. Die Stadträte Kurt Mieschala (UW) und Alfred Damm (ÖDP) betonten ebenfalls, dass es gut sei, die Belange der Stadt ausführlich vorzubringen.

Als Gegner der Windkraft outete sich erneut AfD-Stadtrat Reinhard Mixl. Er hoffe, dass die „Armee klüger“ sei und eine „Verspargelung“ verhindere. Im Vorfeld des im Juli 2024 veröffentlichten Entwurfs der Windvorranggebiete im Landkreis Schwandorf hatte es Bedenken des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr gegeben. Das Sichtanflugverfahren zu den Truppenübungsplätzen in Hohenfels und Grafenwöhr könnte durch die Windräder beeinträchtigt werden. Eine abschließende Bewertung der militärischen Belange wird es aber erst im Laufe des weiteren Verfahrens geben.

Abstand zur Schwandorfer Wohnbebauung mehr als 1500 Meter

Die aktuell vier geplanten Windräder sollen an der Stadtgrenze von Burglengenfeld und Schwandorf zwischen Büchheim und Wiefelsdorf errichtet werden. Die Abstände zur Schwandorfer Wohnbebauung betragen mehr als 1500 Meter. Die Anwohner westlich der Naab seien laut Stapf durch die Schallemissionen der geplanten Windräder betroffen. Die Immissionsrichtwerte würden aber – mit Ausnahme eines Gebäudes – nicht überschritten. Das Gebiet um die Weiler Wöllmannsbach und Altenried ist wiederum durch Schattenschlag betroffen. Kritische Belastungen sollen durch eine sensorbasierte Abschaltautomatik vermieden werden.