Der Chamer Kreistag erhöht die Müllgebühren: Die 60 Liter-Tonne kostet pro Monat 12,10 Euro

Von Johannes Schiedermeier · 26. November 2024 um 15:00

Der Landkreis wird die Gebühren für die Müll- und Wertstoffentsorgung erhöhen. Das hat der Kreistag in seiner Sitzung beschlossen. Die ungedeckten Kosten liegen bei 2,9 Millionen Euro.

Kreiswerke-Leiter Dr. Klaus Amberger lieferte eine ziemlich lange Begründung für die notwendigen Erhöhungen. Der Landkreis betreibe 39 Wertstoffhöfe für seine Bürger und lassen mehr als 35 000 Müllgefäße regelmäßig leeren. Amberger verwies auf Inflation und steigende Preise bei Energie, Personal, Maut, Entsorgung…

Die Gründe für die Erhöhung

2026 werde auch das Entgelt für die Müllverbrennung steigen, kündigte er an. Neu hinzugekommen sei die CO2-Abgabe für die Verbrennung. Bis 2027 werde diese Bepreisung von 400 000 auf 800 000 Euro steigen. Der Kreiswerkeleiter schlug dem Kreistag vor, den Zeitraum der Gebührenkalkulation aufgrund der sich schnelländernden Geschäftsgrundlagen von vier auf zwei Jahre zu verkürzen. Amberger rechnete den Kreisräten vor, dass die 60 Liter-Tonne künftig statt bisher 9,40 Euro ab 2025 12,10 Euro kosten werde.

Eine Müllgebührenerhöhung sei nie gut, so CSU-Sprecher Karl Holmeier. Trotzdem sei sie unumgänglich. Die Preissteigerungen müssten durch die Gebühren ausgeglichen werden. Es sei nur vermeintlich selbstverständlich, dass Mülltonnen abgeholt werden und Wertstoffhöfe zur Verfügung stehen.

Die CO2-Abgabe

Für die Grünen erklärte Michael Doblinger, dass die CO2-Bepreisung nicht so sehr beklagt werden sollte, sondern die Verwertung steigen müsse und die Vermeidung. „Es darf nicht mehr so viel Müll in die Verbrennung kommen“, so Doblinger.

Max Schmaderer erklärte für die Freien Wähler, man könne an der Tatsache nichts ändern, dass es erneut eine Mehrbelastung geben werde. „Die verdammte CO2-Abgabe verteuert alles und und belastet die Bürger in gewaltigem Maße“, kritisierte er die Idee der Grünen. Selbst Industriebetriebe verließen das Land. Auch der Landrat forderte mehr Maß und Ziel.

„Ein wenig populistisch“

Kreisrat Dr. Stefan Scheingraber erinnerte an ein Konzept, das die Mehreinnahmen durch die CO2-Bepreisung zur sozialen Abfederung genutzt werden solle. Das sei aber nicht passiert.

SPD-Sprecher Wolfgang Kerscher fand es ein wenig populistisch, die CO2-Bepreisung als Alleinschuldigen hinzustellen. Dr. Amberger habe sehr objektiv die verschiedenen Preistreiber aufgelistet. Die Restmüllquote komme auch daher, dass manche gar nicht selber zum Wertstoffhof fahren könnten, weil sie schlicht zu alt seien und abseits wohnen: „Da sollte man über Lösungen nachdenken“, forderte er. Landrat Franz Löffler verwies auf eine Verwertungsquote von 85 Prozent. Eine Komplettlösung gebe es nicht.

Der Kreistag stimmte einhellig für die Erhöhung der Gebühren.