Von Edeka und McDonalds über Grundschule bis Freibad: Bunte Themenpalette bei Bürgerversammlung

McDonalds wird mit dem Bau einer Filiale an der Kagerstraße unmittelbar neben der B 85 beginnen, sobald die Erschließungsstraße fertig ist, kündigte Bürgermeisterin Alexandra Riedl in der Bürgerversammlung am Donnerstag in der Stadthalle an. Einen Edeka-Markt auf diesem Areal werde es aber aufgrund eines Vetos der Regierung der Oberpfalz nicht geben, machte sie deutlich.
Außerdem sprach die Rathaus-Chefin über mehrere große und kleinere Projekte, die zur Zeit laufen – vom geplanten Neubau einer Grundschule (ein passendes Grundstück ist nun gefunden) über die Sanierung des Freibads bis zur Verkehrssituation in Kalsing.
Noch heuer werde an der Kagerstraße mit den Arbeiten für eine Stichstraße begonnen, sagte Riedl. McDonalds werde mit dem Bau starten, sobald die Zufahrt fertig sei, auch Mömaxx sitze „in den Startlöchern“, so die Bürgermeisterin. Diese Ansiedlungen seien aus Sicht der Regierung der Oberpfalz nicht innenstadtrelevant und daher problemlos möglich. Anders sehe die Lage bei einem Edeka-Markt aus. Immer wieder gebe es Fragen von Bürgern, die sich Edeka in Roding wünschten und nicht verstehen könnten, wieso in benachbarten, kleineren Ortschaften wie Walderbach, Schorndorf oder Wilting Märkte entstehen. „Edeka möchte nach Roding, und wir als Kommune möchten auch einen Markt, aber an dieser Stelle dürfen wir nicht“, machte Riedl deutlich.
Veto der Regierung
Großflächiger Einzelhandel sei außerhalb der Innenstadt nicht zulässig, so die Vorgaben der Regierung. Die Bürgermeisterin sei mit einer Delegation schon bei der Regierung von Niederbayern und sogar der Landesregierung gewesen, „leider immer mit dem gleichen Ergebnis“. Genehmigungsfähig sei nur ein Markt auf einem Grundstück in der Innenstadt, „das wir zur Zeit aber nicht haben“, so Riedl, „wer etwas weiß, kann sich gerne melden“.
Die Stadt werde sich aber weiter bemühen, Edeka (und damit eventuell auch Lidl und DM) nach Roding zu holen, betonte die Rathaus-Chefin: „Es kann nicht unser Anspruch als Stadt sein, dass die Bürger in andere Orte ausweichen müssen, um einzukaufen.“
„Wollen Angebot schaffen“
Georg Urban zeigte sich bei seinen Fragen dagegen nicht unglücklich darüber, wenn kein Edeka komme, „meiner Meinung nach ist Roding nicht unterversorgt“. Auch sieht er den Bau der McDonalds-Filiale kritisch, dies sei eine weitere Konkurrenz für die bestehende Gastronomie und könne zu weiteren Schließungen führen. Außerdem werde dort viel Müll erzeugt. „Ich denke, dass das ein ganz anderes Klientel ist“, hielt Riedl dagegen. Außerdem werde niemand gezwungen, zu McDonalds zu gehen, „aber wir wollen dieses Angebot den Bürgern machen“. Viele würden sich über die Ansiedlung freuen, sagte Riedl. Das Unternehmen selbst wolle schon lange nach Roding, „also sehen sie Potenzial“.
Ob es auch einen Baumarkt an der Kagerstraße geben werde, wollte eine Bürgerin wissen. Die Stadt hatte die Gespräche diesbezüglich vorerst gestoppt, antwortete Riedl, da bei einer Edeka-Ansiedlung nicht mehr genügend Fläche vorhanden gewesen wäre. Diese würden nun aber angesichts der neuen Sachlage wieder aufgenommen.
Nächstes Thema: Mit dem Bau einer neuen Grundschule stehe der Stadt bei weitem das größte Projekt der vergangenen Jahre bevor, sagte die Bürgermeisterin. Zugleich sollen auch ein Kindergarten und eine neue Turnhalle entstehen. Mit knapp 750 Schülern platzt die Rodinger Grund- und Mittelschule, die größte ihrer Art in der Oberpfalz, quasi aus den Nähten, obwohl bereits seit einigen Jahren auch vier Klassen in Containern unterrichtet werden. Auf dem bestehenden Standort wäre keine sinnvolle Erweiterung mehr möglich, betonte Riedl.
Neubau dringend nötig
Im Stadtrat sah man das genauso: Vor rund zwei Jahren wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, die Grundschule auszugliedern und einen Neubau zu errichten. Die Suche nach einem Grundstück, das von der Fläche her passt, verkehrstechnisch gut erreichbar und zudem verfügbar ist, habe sich als nicht gerade einfach erwiesen, war aber letztlich erfolgreich. Das etwa 1,5 Hektar große Areal an der Johann-Vaillant-Straße biete viele Möglichkeiten und Raum, um das Großprojekt mit seinen drei Komponenten ohne planerische Einschränkungen zu realisieren. Das Areal ist zwar nicht direkt im Zentrum, aber nicht weit davon entfernt und sehr gut auch für Busse erreichbar, da es fast unmittelbar an der Schorndorfer Straße liegt.
Ebenso wichtig sei der Bau eines Kinderhauses angesichts der immer größer werdenden Zahl an nötigen Betreuungsplätzen sowie einer Turnhalle, da die beiden bestehenden quasi „dauerbelegt“ seien, „das wäre auch für die Vereine eine große Erleichterung“.
Einen konkreten Zeitplan gebe es noch nicht, derzeit liefen die Arbeiten an der Ausschreibung. Auch die Zufahrtssituation, die Frage eines Bürgers, stehe noch nicht fest und müsse dann mit dem Architekten besprochen werden. Das Wichtigste sei, dass das Grundstück gefunden ist und nun etwas vorangehe, so Riedl, „ich freue mich auf das Projekt“.
Freibad: Wiedereröffnung am 1. Mai 2025
Zur derzeit größten Baustelle, der Generalsanierung des Freibads, konnte die Rathaus-Chefin vermelden, dass der Probebetrieb problemlos gelaufen sei: „Wir werden definitiv am 1. Mai 2025 aufsperren.“ Die Bürger könnten sich auf ein modernes Bad mit vielen neuen Attraktionen freuen, „für Groß und Klein wird viel geboten sein“, betonte sie. Die Eintrittspreise stünden noch ebenso wenig fest wie das Kassensystem. Das Freibad werde aber bezahlbar bleiben, antwortete Riedl auf eine Bürgerfrage.
Verkehrssituation in Kalsing
Josef Meister beklagte die Verkehrsbelastung im Ortsteil Kalsing. Viele Lastwagen- und Autofahrer seien zu schnell unterwegs, zudem habe der Verkehr massiv zugenommen. Dies werde sich wieder normalisieren, nachdem die Baustelle in Woppmannsdorf und die dadurch nötige Umleitung durch Kalsing vorbei sei, sagte Riedl. Eine Tempo 30-Zone hält sie nicht für sinnvoll, den Vorschlag Meisters, eine Geschwindigkeits-Messanlage aufzustellen, will sie aber umsetzen.


