Auftritte beim Zwieseler Fink und Co.: Maximilian (11) aus Traitsching musiziert mit „Opa Sepp“

Von Sabrina Kauer · 23. November 2024 um 11:00

Zwei Generationen, eine Leidenschaft – Maximilian Ettl aus Habersdorf bei Traitsching und sein „Opa Sepp“ aus Stamsried musizieren gemeinsam. Der Großvater hat seinem Enkel das Spielen mit der Steirischen Harmonika beigebracht.

Die beiden sind unter anderem schon beim Zwieseler Fink, Bayerns ältestem Sänger- und Musikantentreffen, aufgetreten. Die beiden erzählen, wie es überhaupt dazu gekommen ist und warum sie sich D’Loitawagl-Muse nennen.

Die musikalische Begabung kommt nicht von ungefähr, ist doch Josef Kellner beziehungsweise „der Opa Sepp“, wie Maximilian seinen Großvater liebevoll nennt, ein Gründungsmitglied der Stamsrieder Blasmusik. Längere Zeit habe der 77-Jährige schon nicht mehr musiziert. Nach dem Tod seiner Frau 2021 habe er schließlich seine Steirische wieder hervorgeholt.

Eine gebrauchte Quetschn

„Der Opa hat immer gespielt und ich hab’s gehört und mir gedacht: Des is’ so schee. Dann hab’ ich ihn gefragt: ,Könnt ich das vielleicht auch lernen?’“, sagt der Elfjährige, der die sechste Klasse des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums besucht. „Es hat mich motiviert, als er gesagt hat, dass er es auch lernen möchte“, fügt Josef Kellner an. Also zogen Maximilian und seine Familie los, um ihm eine gebrauchte „Quetschn“ zu kaufen. Die Schwierigkeit beim Erlernen der Harmonika: Weil es keine Noten gibt, sondern sogenannte Tabulaturen (Griffzeichenschrift), „konnte ich nicht sagen, was er drücken muss. Ich musste erklären, warum er wo hindrücken muss“, sagt Josef Kellner.

Durch Gehör und einfache Lieder gelernt

So habe der Großvater seinem Enkel die Steirische durch Gehör und mit Liedern, „die man sich textmäßig gut merken kann“, beigebracht, sagt er. „Der Opa hat mir zuerst die Bass-Seiten gelernt – auf ,Omama und Opapa’. Das hat dann einigermaßen hingehauen“, erinnert sich Maximilian. Schnell hatte der damals Achtjährige einige einfache Walzer und Polkas drauf. Später seien die Melodie-Seiten dazugekommen. „Dann haben wir die doppelte Geschwindigkeit probiert. Das hat nicht so hingehauen“, erzählt der Elfjährige und grinst. Doch gut Ding will Weile haben – bei Maximilian heißt das „ungefähr fünf Wochenenden“, bis er schließlich die erste Sternpolka spielen konnte. „Er hat teils Tag und Nacht geübt“, erinnert sich Mutter Katrin Kellner-Ettl, die selbst Klarinette in der Blaskapelle ihres Vaters gespielt hat.

Es habe nicht lange gedauert, bis Pepp Deiminger, Vorsitzender des Oberpfälzer Volksliedkreises Cham, bei den beiden zwecks Auftritten unter anderem bei der Friedersrieder Kirchweih angefragt hat. Auch bei Veranstaltungen der Stanglmeier-Stiftung oder beim Straßenmusikfest in Regensburg haben Maximilian und „Opa Sepp“ aufgespielt.

Anfang November vertraten die beiden den Landkreis Cham beim Zwieseler Jugendfink. „Maximilian durfte mit dem Opa musizieren, weil es zwei Generationen waren und es so etwas vorher noch nicht gegeben hat“, sagt Mutter Katrin. Dass sie den Wanderpreis nicht mit nach Hause nehmen durften, habe die Familie nicht enttäuscht. „Allein, dass sie mitmachen und den Landkreis Cham vertreten durften, war schon eine Ehre“, sagt Katrin Kellner-Ettl.

Mittlerweile hat das Duo auch einen Namen: D’Loitawagl-Muse, „weil der Opa hat so ein grünes Leiterwagl“, sagt Maximilian. Bei Auftritten transportieren sie darin ihre Musikinstrumente.

Apropos Musikinstrumente: Wenn die beiden miteinander spielen, begleitet „Opa Sepp“ seinen Enkel entweder auf der Harmonika oder auf einem Böhmischen Helikon ungefähr aus dem Jahr 1900.

Die alte Musik erhalten

Auf die Frage, was ihm am Steirische-Spielen so gefällt, antwortet Maximilian: „Ich finde halt, dass die alte Musik erhalten bleiben sollt’, weil man das in der Jugend schon oft vergisst.“ Derzeit ist die Harmonika das einzige Instrument, das der Elfjährige beherrscht. „Aber Löffeln tu’ ich noch“, merkt er an.

Ein nächster kleiner Auftritt steht laut Mutter Katrin schon an, nämlich beim Krippenspiel in der Kinderchristmette. „Vergangenes Jahr haben der Opa, Maximilian und ich das musikalisch begleitet. Für heuer haben’s uns auch gleich wieder gehabt“, sagt sie.

D’Loitawagl-Muse: Maximilian und sein Opa transportieren ihre Instrumente im Leiterwagen zu den Auftritten. Foto: Katrin Kellner-Ettl
Vor drei Jahren hat Maximilian seine Leidenschaft entdeckt: Das Musizieren mit der Steirischen Harmonika.