Neunburg wird eingerahmt: Zwei überdimensionale Bilderrahmen sind die neue Attraktion

Von Jan Lange · 21. November 2024 um 17:00

Ein Selfie der besonderen Art können jetzt Urlauber, aber auch Einheimische in Neunburg machen. Zwei überdimensionale Bilderrahmen laden dazu ein, sich vor dem Stadtpanorama abzulichten. Hinter der Aktion steckt der Neunburger Tourismusverein.

Ein paar Jahre wurde bereits darüber gesprochen, mit überdimensionalen Bilderrahmen eine weitere touristische Attraktivität zu schaffen. Derartige Angebote gibt es mittlerweile deutschlandweit in vielen Städten und Gemeinden, so auch im Oberpfälzer Seenland.

Vor einigen Monaten griffen die örtlichen Touristiker die Idee wieder auf, beauftragten einen heimischen Schreiner und stellten nun zwei solcher Bilderrahmen auf. Einer steht im Stadtpark unweit der Skateranlage. Dort kann man sich mit der Altstadt samt Schloss im Hintergrund fotografieren.

Ein zweiter befindet sich am Pfieferlbergweg. Der sei ein „hochfrequentierter Wanderweg“, erklärt Markus Greiner, Vorsitzender des Tourismusvereins. Außerdem hat man von dieser Stelle aus bei schönem Wetter den besten Blick auf die Stadt Neunburg. Die zwei übergroßen Bilderrahmen sollen laut Greiner erst der Anfang sein. Weitere aufzustellen, könnte sich Greiner für einen späteren Zeitpunkt vorstellen.

Bekannter schickt Bürgermeister Selfie von Bilderrahmen

Bei seinem Panorama-Hotel in Gütenland hat Greiner einen eigenen übergroßen Bilderrahmen mit Aussicht auf den Eixendorfer See stehen. Der Hotelier und Gastronom weiß, dass die Gäste die Möglichkeit, ein besonderes Bild als Erinnerung zu schießen, gern nutzen.

Das kann Bürgermeister Martin Birner (CSU) nur bestätigen. Ein Bekannter aus München, der kürzlich zu Besuch war, habe gleich ein Foto mit dem überdimensionalen Bilderrahmen am Pfieferlbergweg gemacht und ihm geschickt. „Da wusste ich noch gar nicht, dass die Bilderrahmen schon stehen“, sagt Neunburgs Rathauschef.

Mit den überdimensionalen Bilderrahmen soll den Urlaubern ein weiterer touristischer Anziehungspunkt geboten werden. Dass der notwendig ist, machen die aktuellen Zahlen deutlich. Greiner hat in seinem Hotel heuer zehn Prozent weniger Übernachtungen verbucht.

Mit mehr als 100 000 gewerblichen Übernachtungen gehört Neunburg bislang zu den Top-Urlaubsadressen im Oberpfälzer Wald. Kein anderer Tourismusort lockt mehr Gäste an. Ob die guten Zahlen der Vorjahre auch heuer erreicht werden, wird sich erst im neuen Jahr zeigen. In der Regel werden sie beim jährlichen Tourismustag bekanntgegeben.

Das Personal reicht nun aus

Nicht nur im Hotel registriert Greiner weniger Buchungen – auch im hoteleigenen Restaurant seien die Gästezahlen zurückgegangen. „Man merkt, dass die Preise überall gestiegen sind und die Gäste sparen müssen“, so Greiner. War die Personaldecke zuvor knapp, würden die Mitarbeiter jetzt reichen, meint der Gastronom.

Die Tourismusbranche bekomme die wirtschaftliche Entwicklung immer mit etwas Verspätung zu spüren, sagt der Neunburger Hotelier. Von daher könne jetzt noch nicht gesagt werden, wohin die Reise in den kommenden Monaten geht.

Die Urlauber würden sich aber immer öfter kurzfristig für eine Reise entscheiden, so Greiners Erfahrung. War sein Hotel früher zwischen Weihnachten und Silvester oft Monate im voraus belegt, nehme das Buchungsgeschäft jetzt erst in den letzten Wochen des Jahres an Fahrt auf. Heuer sei vor einigen Wochen noch gar kein Zimmer vergeben gewesen, sagt Greiner. Aktuell sind zehn Zimmer vergeben. Der Neunburger Hotelier rechnet damit, dass sein Haus dann noch voll wird.

Gastronom fordert weniger Regulierungen

Von der Politik erwartet Greiner, dass auch die Tourismusbranche entbürokratisiert wird. Es gebe nach seinen Worten zu viele Regulierungen.

Wichtig sei es aus seiner Sicht, in den Verbänden Oberpfälzer Seenland und Oberpfälzer Wald noch mehr gemeinsam zu machen. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit ist die Errichtung von Rad-Reparaturstationen an den Radwegen. Auch die Stadt Neunburg hat dafür Standorte gemeldet und wird Stationen bekommen, die über das Leader-Programm gefördert werden.

Was in Zukunft noch geschaffen werden müsste, seien mehr touristische Angebote im Indoorbereich, findet Bürgermeister Birner. Kulturelle Einrichtungen wie Museen gebe es viele, es fehle aber zum Beispiel ein Hochseilgarten im Inneren. Mit potenziellen Investoren gebe es schon Gespräche. Birner hält es für wahrscheinlicher, dass ein solches Angebot eher in einem leerstehenden Gebäude realisiert wird. Dafür geeignete Häuser gebe es auf jeden Fall, ist der Bürgermeister überzeugt.