Warum der Führerschein in Cham weniger kostet als in Regensburg – Fahrlehrer nennen Gründe

Der deutsche Führerschein ist teuer. Wie sieht das im regionalen Rahmen aus? Gibt es Unterschiede bei den Führerscheinkosten in den einzelnen Landkreisen? Ein Chamer Fahrlehrer verrät warum Fahrstunden in Cham vergleichsweise günstiger sind als anderswo.
Der deutsche Führerschein ist teuer. Wie eine Untersuchung des Magazins Chip ergibt: Im Vergleich mit den EU-Nachbarn sind Fahrstunden hierzulande kostspielig. Kosten im Rahmen von 2600 bis 3500 Euro werden genannt. Im Vergleich: Im Nachbarland Tschechien zahlt man für den Führerschein nur zwischen 600 und 900 Euro. Aber wie sieht das im regionalen Rahmen aus? Gibt es Unterschiede bei den Führerscheinkosten in den einzelnen Landkreisen?
Ein konkretes Beispiel: Ein Kollege hat vergangenes Jahr bei einer Fahrschule in Regensburg 70 Euro pro Fahrstunde und 80 pro Sonderfahrstunde gezahlt. Insgesamt 32 normale Fahrstunden und zwölf Sonderfahrten waren für den Führerschein nötig. Dazu kommen noch einmal drei Anläufe bei der praktischen Prüfungen, die wiederum je 230 Euro für die Fahrschule und 130 Euro beim TÜV kosteten. Die Theorieprüfung schlägt noch einmal mit 150 Euro auf den Geldbeutel. Summa summarum kommt man dabei also auf 4430 Euro.
Ein kleines Vermögen
Ein kleines Vermögen, vor allem für den damals noch 17-Jährigen. Neben den normalen Fahrstunden war bei der Regensburger Fahrschule außerdem noch ein Fahrsimulator Pflicht. Die fünf Stunden hätten noch einmal je 40 Euro gekostet, aber die konnte der Kollege vermeiden. Er hat direkt mit den eigentlichen Fahrstunden beginnen dürfen. Alles in allem also eine ziemlich teure Sache, aber wie steht Cham im Vergleich da? Gute 2000 Euro braucht der durchschnittliche Fahrschüler, wenn man in Cham bei der Fahrschule von Markus Heigl einen Führerschein macht.
Die Führerscheinprüfung ist da noch nicht eingerechnet, die kostet noch einmal um die 500 Euro, weiß Heigl. „Der Führerschein ist bei uns etwas billiger als in Regensburg, weil wir nicht das gleiche Verkehrsaufkommen haben, das doppelte Abbiegen zum Beispiel“, sagt dieser.
Das sei in Cham kein großes Thema. „Wir können innerhalb von 45 Minuten mehr ausbilden als in Regensburg, wo man einfach mehr im Stau steht.“ Auch Uli Reitmeier von der Fahrschule Schoßmaier findet: Cham steht vergleichsweise gut da. „Den Fahrschulraum anzumieten und das Personal ist bei uns billiger.“ so Reitmeier. Und das wirke sich auch auf die Kosten aus.
In der Fahrschule von Markus Heigl kostet die Einzelfahrt 60, die Sonderfahrt 69 Euro. Hätte der Regensburger Fahrschüler seine Fahrstunden in Cham gemacht, mit gleicher Anzahl an Fahrstunden, Prüfungen und gleichen TÜV Kosten, hätte er statt 4430 Euro rund 3978 Euro gezahlt. Eine Ersparnis von circa 450 Euro.
Weniger Orte für die Prüfung
Michael Viehauser, Inhaber der Fahrschule Fit 4 Street, sieht auch den kleineren Bereich der Stadt Cham als möglichen Grund für die geringeren Kosten. „Regensburg hat umfangreiche Verkehrssituationen, da muss man vor der Prüfung an mehrere Stellen hin,“ sagt der Fahrschullehrer.
Zu diesen Orten zählt vor allem der Osten Regensburgs, in der Nähe des TÜVs, wie der Regensburger Kollege berichtet. Problemzonen wie der Lappersdorfer Kreisel und die Osttangente seien vor allem angefahren worden.
Wer nun auf die Idee kommt den Führerschein im günstigeren Cham, statt in Regensburg, zu machen, muss enttäuscht werden. „Man kann den Führerschein nur da machen, wo man wohnhaft ist oder arbeitet“, weiß Fahrlehrer Markus Heigl. Für unseren Regensburger Fahrschüler wäre das Pendeln nach Cham also keine Lösung gewesen, außer er hätte sich in Cham einen Job gesucht.