Wo Klebl bislang Sand abbaut, soll in Neumarkt ein Paradies für Natur und Spaziergänger entstehen

Spaziergänger schätzen die Gegend südlich von Lähr. Insbesondere an Wochenenden sind rund um das Gebiet, in dem die Baufirma Klebl Sand abbaut, viele zu sehen. In nicht allzu ferner Zukunft werden sich ihnen ganz neue Wege bieten, die in eine ganz besondere Landschaft führen. Die Stadt stellte ein Konzept vor.
Wer den Schotterweg nimmt, der an einem südlich von Lähr gelegenen Trainingsgelände für Hunde vorbeiführt, sieht schon jetzt in eine einige Meter tiefer liegende Ebene. Der jahrelange Sandabbau der Firma Klebl hat sie geschaffen. Noch immer sieht man Bagger hin- und herfahren. Fördermaschinen häufen Sand zu kleinen, spitzen Bergen auf. Dazwischen aber hat die Natur einen Teil des Geländes bereits wieder in Beschlag genommen. Entstanden ist dadurch ein besonders schützenswertes Biotop, wie am Montag im Bausenat des Stadtrats zu erfahren war.
Wer Sand abbaut, braucht eine bergrechtliche Genehmigung. Darin ist bereits viele Jahre im Voraus ein Konzept enthalten, wie das Gebiet einmal rekultiviert und genutzt werden soll. Der Sandabbau findet abschnittsweise statt, weswegen manche Flächen schon länger brachliegen. Auf diesen hat die Natur das Konzept bereits überholt und wertvolle Lebensräume geschaffen, beispielsweise für den Sand-Tragant, eine kleine, seltene, lilablühende Pflanze.
Mischwald und Kiefernwäldchen auf ehemaligem Sandabbau
Die Stadt, der die Grundstücke südlich des Schotterweges gehören, hat deswegen beschlossen, das Konzept anzupassen. Dadurch könnten wertvolle ökologische Nischen erhalten, fortentwickelt und ein, gegenüber dem ursprünglichen Konzept, vielseitigerer Lebensraum geschaffen werden, erklärte die Verwaltung.
Konkret bedeutet das ein Areal, in dem sich Inseln geschlossenen Mischwalds mit lichten Kiefernwäldchen abwechseln. Dazwischen gibt es offene sandige Flächen und magere Grasflächen, die Heimat für seltene Pflanzen bieten, beispielsweise den Sand-Tragant, eine seltene, lilablühende Pflanze. Auch für Tiere wie Reptilien sollen durch Steinhaufen oder Wurzelstöcke Unterschlüpfe geschaffen werden.
Ab 2025 sollen Spazierwege durch ehemaliges Sandabbaugebiet bei Lähr führen
Die dafür nötigen Arbeiten und die jährliche Pflege werden Geld kosten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren schätzt die Verwaltung die Kosten auf rund 500 000 Euro. Dem steht aber nicht nur ein Gewinn an Natur gegenüber, sondern auch geldwerte Vorteile in Form von Ökokonto-Flächen. Sie kommen ins Spiel, wenn bei Bauprojekten verlorengegangene Natur ausgeglichen werden muss. Die Verwaltung geht davon aus, dass Ökokonto-Flächen im Wert von zwei Millionen Euro geschaffen werden können.
Neben der Natur und dem Ökokonto der Stadt sollen aber auch die Neumarkter in ihrer Freizeit profitieren. Das überarbeitete Konzept sieht vor, den Bereich durch ausgewiesene Wege erlebbar zu machen. Tafeln mit Informationen zu Natur und Sandabbau sollen das ergänzen.
Ab 2025 kann der Plan laut Stadt umgesetzt werden. Dann endet das Bergrecht in diesem Bereich. Der Sandabbau ist damit im größeren Umgriff aber nicht vorbei. Auf einem nordöstlich angrenzenden Grundstück, wo aktuell noch Wald steht, gewinnt Klebl auch in den kommenden Jahren Sand für seine Produktion.