Große Gefahr für Igel: Schwandorfer fordert Verbot von Mährobotern in der Nacht

Mähroboter erleichtern zwar die Arbeit im Garten, sie sind aber auch eine tödliche Gefahr für Igel – besonders, wenn sie im Dunkeln zum Einsatz kommen. Nicht zuletzt, weil der Bestand schwindet, wagt der Schwandorfer Jochen Surel einen Vorstoß, der die Tiere schützen soll.
Kommen die stacheligen Säugetiere mit den messerscharfen Klingen des Mähroboters in Kontakt, können sie sich schwere Schnittverletzungen zufügen oder Gliedmaßen werden abgetrennt. Im schlimmsten Fall kann eine solche Begegnung tödlich enden.
Igel flüchten oft nicht vor den kleinen Maschinen, sondern rollen sich zusammen. Das hilft meist nicht: Wie eine dänische Studie ergab, erkennen viele Mähroboter die im Gras liegenden Igel nicht als Hindernis und fahren über sie hinweg – mit den beschriebenen schlimmen Folgen.
Der Schwandorfer Jochen Surel macht sich über diese Gefahr schon länger Gedanken. Wenn der Einsatz von Mährobotern in der Dunkelheit verboten werden würde, könnte die Gefahr für die stacheligen Vierbeiner verringert werden, ist der 56-Jährige überzeugt. Er will deshalb einen entsprechenden Antrag stellen, mit dem sich, so hofft er, auch der Schwandorfer Stadtrat beschäftigt.
Dass schnell gehandelt werden müsse, würde der Rückgang des Igel-Bestandes deutlich machen, betont Surel. Im Freistaat Bayern liege er nach seinen Worten bei „sage und schreibe 50 Prozent“. Der Europäische Igel stehe inzwischen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten, wie auch die Weltnaturschutzunion bestätigt. Die Rote Liste umfasse inzwischen mehr als 160.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen „bereits 46.000 akut durch Raubbau an der Natur bedroht“ seien, erklärt Surel.
Viele wissen nichts von der tödlichen Gefahr
Als Landschaftsgärtner erlebe der Schwandorfer tagtäglich, wie viele Kunden in der Dämmerung oder der Nacht ihre Mähroboter laufen lassen. Tagsüber würden die Hobbygärtner selbst im Grünen werkeln und da würden die Mähroboter oft stören. Wenn es dunkel ist, könnten die Mähroboter ungestört hin- und herfahren, so die Auffassung vieler Hobbygärtner. Wenn nicht die Igel wären. Da diese Stacheltiere vor allem in der Dämmerung aktiv seien, wäre die Gefahr von massiven Verstümmelungen groß, findet Surel.
Er spreche mit vielen Kunden, die oft nicht um die tödliche Gefahr wüssten. Diese „Missionsarbeit“ allein reiche aber nicht, ist dem Schwandorfer bewusst. Deshalb will er sich nun für ein Verbot stark machen. „Tiere haben keinen Anwalt, deshalb muss man ihnen eine Stimme geben“, steht für Surel fest.
An den kommenden Samstagen will der 56-Jährige an einem Infostand auf dem Schwandorfer Marktplatz Unterschriften für sein Anliegen sammeln. Darüber hinaus plant er, Unterschriftenlisten in mehreren Geschäften auszulegen und hofft, dass die Innenstadthändler dazu bereit sind. Außerdem wird es am 15. November, um 19 Uhr, eine Veranstaltung zum Igel-Schutz in der Taverne Olympia, Wackersdorfer Straße 75A (neben dem Friedhof), geben, kündigt Jochen Surel an.
Entscheidung ohne Parteischeuklappen
Möglichst viele Unterstützer sollen seinem Antrag Nachdruck verleihen. Spätestens zur nächsten Bürgerversammlung in Schwandorf will er den Antrag einbringen. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) kann dann entscheiden, ob das Anliegen im Stadtrat behandelt wird.
Auch wenn er sich selbst in der ÖDP engagiert und seine Partei im Stadtrat vertreten ist, will er den Antrag, den Einsatz von Mährobotern in der Dämmerung und in der Nacht zu verbieten, als Privatperson einbringen. Der 56-Jährige wünscht sich, dass die Stadträte über das Thema ohne Parteischeuklappen, sondern nur sachorientiert entscheiden. Auch sollte bei der Entscheidungsfindung keine Rolle spielen, wer den Antrag eingebracht habe, wünscht sich Surel weiter. „Umweltschutz ist Lebensschutz für alle – unabhängig von welcher Partei.“ Surel verweist in diesem Zusammenhang auf die Stadt Köln, wo beispielsweise ein solches Verbot beschlossen wurde.