Ein Stück Dubai aus Regensburg: Lokale bieten Interpretationen der gehypten Schokolade

Von Friederike Klett · 11. November 2024 um 19:00

In den vergangenen Wochen ist wohl keiner, der auf den sozialen Netzwerken unterwegs ist, um sie herum gekommen. Die mit Pistaziencreme und Kadayif (knusprige Teigfäden, die auch als Engelshaar bekannt sind) gefüllte Schokolade ist gerade in aller Munde. Auch in Regensburg wird sie hergestellt und weiter interpretiert.

„Ich finde die Dubai Schokolade ist sehr überteuert“, sagt Hamma Kawa, Inhaber von Leos Coffee Bar. „Ein Preis von 28 Euro für 140 Gramm ist unverschämt. Deshalb haben wir gesagt, dass wir die Schokolade selbst herstellen und wir verkaufen die für 9,80 Euro pro Tafel.“

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Laura Schönberger von der Patisserie Heavens Taste. „Wir springen sonst eigentlich nie auf solche Trends auf“, sagt sie. „Aber Pistazien sind eh meine Lieblingsnüsse.“ Auch ihre Dubai Schokolade kostet etwa zehn Euro.

Dubai Cookies im Sortiment

Dabei ist die Schokolade laut Schönberger nichts Neues. „Das Grundrezept, etwas Nussiges mit Schokolade und etwas Knusprigen zu kombinieren, ist ein alter Witz“, erklärt sie. Aber was durch den Hype neu ist, sei die Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien. „In den Videos wird auch erklärt, wie man die Schokolade herstellt oder wie zum Beispiel die Kadayif-Fäden knusprig bleiben. Da haben viele das Gefühl, dass sie jetzt etwas verstehen. Das macht den Erfolg auch mit aus.“

Kawa verkauft in seinem Laden zusätzlich zu den Tafeln auch Gebäck, das von der Dubai Schokolade inspiriert ist. „Den Kuchen hatte ich schon vorher im Sortiment“, sagt der Inhaber. „Den habe ich dann bloß etwas abgewandelt. Aber den Boden aus Engelshaar, kombiniert mit Schokolade, verkaufen wir schon lang.“ Den Cookie habe er erst mit Beginn des Internettrends entwickelt. „Bei neuen Rezepten ist es immer so, dass neun von zehn Teigen nicht funktionieren oder nicht gut sind. Man muss dann einfach immer weiter ausprobieren“, sagt Kawa.

Was die Schokolade selbst angeht, ist er der Überzeugung, dass seine Tafel der aus Dubai zu 99 Prozent gleicht. „Ein Prozent bleibt über, das man nicht imitieren kann.“ Dass er sie für etwa ein Drittel des Preises anbietet, mache dabei viele junge Kunden glücklich, die sich die teurere Tafel nicht leisten könnten. „Die Kids freuen sich wie verrückt, machen dann gleich hier im Laden TikTok-Videos“, erzählt er. Die Dubai Schokolade am Stiel, die Heavens Taste anbietet, ist bisher hingegen in keinem TikTok-Video zu sehen, denn aktuell kann die nur vorbestellt werden.

Schokolade ist Spaßprodukt

„Unsere Kundschaft kennt uns“, sagt Schönberger. Deshalb sei ihnen wichtig, dass andere Bestellungen, wie Adventskalender, wegen des Trendproduktes nicht später verschickt werden. Die Schokolade sei für sie ein reines Spaßprodukt. „Wir brauchen den Hype nicht, um unsere Miete zu zahlen. Deshalb hat die tägliche Produktion für uns auch Vorrang.“

Weil Mitte Dezember wieder viele Kapazitäten frei werden, soll die handgefertigte Dubai Schokolade eine Besonderheit für Weihnachten werden. „Das entspricht auch unserer Definition von bewusstem Konsum“, sagt Schönberger. Die Tafeln am Stiel sollen etwas Besonderes sein und aus hochwertigen Zutaten bestehen, aber nicht so teuer sein wie das Original.

Sowohl Kawa als auch Schönberger sind sich einig, dass der Trend noch einige Monate bestehen wird. „Danach wird es sicherlich erhalten bleiben, aber nicht mehr so teuer und nicht mehr so präsent wie jetzt“, sagt Kawa. Schönberger sieht das ähnlich. „Der bestehende Begriff, den jetzt jeder kennt, wird uns wahrscheinlich noch eine Weile erhalten bleiben.“

Hamma Kawa stellt die Dubai Schokolade selbst her.
Den Dubai Kuchen gibt es schon länger als den Trend.
Der Dubai Cookie ist laut Kawa ein Kassenschlager im Café.