Der 305. Martiniritt in Miltach: 195 Reiter zogen durch den Ort zur Maria-Hilf-Kapelle

Nach Nässe und Wind im vergangenen Jahr revanchierte sich das Wetter heuer beim 305. Martiniritt mit trockener Witterung, die am Samstag wohl mit ausschlaggebend für die beachtliche Zuschauerkulisse in der Dorfmitte war.
195 Reiter zogen zur Maria-Hilf-Kapelle und zurück. Zuvor feierten die Gläubigen einen Festgottesdienst, den Pater Joseph Santhappan, Dekan Martin Peintinger, Bad Kötztings Kaplan Michael Steinhilber und Gemeindereferent Franz Striegl in der Pfarrkirche St. Martin zelebrierten, eindrucksvoll mitgestaltet von den Bläsern der Weißblau Königstreuen unter der Leitung von Josef Pielmeier.
Spuren des Kirchenpatrons
„Obwohl Miltach nicht direkt an einem Martinsweg liege, finden sich auch sehr viele Spuren des Kirchenpatrons und Menschen, die diese immer weiter fortsetzen“, so Pater Joseph. In der Martinserzählung werde die biblische Geschichte fortgeschrieben.
Mehr Bilder zum Martiniritt finden Sie hier: Tradition: 195 Reiter zogen zu Ehren des Heiligen Martin durch Miltach
Man darf vermuten, dass die Begegnung des Soldaten Martin mit dem Bettler sehr kurz war, wahrscheinlich dauerte sie nicht einmal fünf Minuten, trotzdem geriet sie nicht in Vergessenheit. Teilen verbindet sei ein Leitsatz und eine Erfahrung, die jeder von Kindesbeinen an macht. „Es tut gut, wenn jemand etwas mit uns teilt. Dies kann nicht nur Materielles, sondern auch Zeit, Freude oder eine Begeisterung für dies oder jenes sein“, machte der Geistliche bewusst.
Der Ortsgeistliche segnete auch die Bänder, mit denen langjährige Teilnehmer am Martiniritt ausgezeichnet wurden. Nach dem Patroziniumsgottesdienst formierte sich ein Zug mit 195 Reitern, die zur Maria Hilf-Kapelle zogen, wo das Evangelium, der Lobpreis und die Fürbitten verkündet wurden, bevor sich die Prozession wieder in die Dorfmitte zurückbewegte. Dort besprengte Pater Joseph Ross und Reiter mit Weihwasser.
Brauchtum wird bewahrt
Bürgermeister Hans Aumeier sagte, dass beim Martiniritt nicht Selbstdarstellung, sondern die Bewahrung von Brauchtum, Tradition und Volksfrömmigkeit im Vordergrund stehen. „Die Fuß- und Pferdeprozession ist einmalig im Landkreis und darüber hinaus: Heute zum 305. Male mit 195 Reitern“, zeigte sich der Bürgermeister stolz. Gefreut hat Hans Aumeier auch die Präsenz von Kommunalpolitikern. Der Rathauschef bedankte sich für das Schmücken der Pferde. Genauso achten die Reiter auf angemessene Kleidung.
„Es freut mich, dass dieses Hochfest, dass wir in Miltach begehen, seit Jahrzehnten an die jeweils nächste Generation weitergegeben werden kann.“ Abschließend lud der Bürgermeister zur Feier in die Mehrzweckhalle mit Auftritt der Kinder- und Jugendgruppen des Trachtenvereins Miltach sowie Kirtamusik am Abend.
Die geehren Reiter
Beim Martiniritt in Miltach wurden fünf Reiter geehrt. Für eine 50-malige Rittteilnahme wurden Bernhard Holzfurtner aus Miltach sowie Alois Hastreiter und Peter Pirthauer ausgezeichnet. Letzterer hatte sich auch schon oft als Vorbeter verdient gemacht.
Für 60-malige Rittteilnahme erhielten das entsprechende Ehrenband der vormalige Vorsitzende des Haflinger- und Kaltblutzuchtvereins Willi Schedlbauer aus Bad Kötzting sowie der Miltacher Kreuzträger Franz Martin. Beide Miltacher wirken auch im Martinirittkomitee mit.











