Gefällte Bäume in Kumpfmühl geben der Regensburger Verwaltung weiterhin Rätsel auf

Von Benedikt Baumgartner · 10. November 2024 um 15:00

Wenig steht zweifelsfrei fest rund um die Baumfällung unweit des Kumpfmühler Marktes in Regensburg: Die Bäume sind weg auf dem einst dicht bewachsenen Grundstück zwischen Kumpfmühler Straße, Am Mühlbach und Bocksbergerstraße.

Das ist klar zu sehen und das hat die Stadtverwaltung auch in einem Antwortschreiben auf eine Grünen-Anfrage zu den Mitte Oktober gefällten Bäumen bestätigt. Und: Vom Eigentümer des Grundstücks sei kein entsprechender Antrag auf eine Fällung gestellt worden.

Ansonsten liegt vieles im Dunkeln, was den potenziellen Fall von mehrfachem Baumfrevel betrifft. Denn es bedarf nicht für jeden Baum grundsätzlich einen Antrag, wenn er gefällt werden soll. Durch die Baumschutzverordnung der Stadt Regensburg sind Bäume geschützt, die in einem Meter Höhe einen Stammumfang von mindestens 100 Zentimeter aufweisen.

Bäume wurden schnell weggeschafft

Die Bäume standen laut Schreiben der Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer an die Grünen-Fraktion innerhalb des Geltungsbereichs der Baumschutzverordnung, Anwohner beteuern, dass die schützenswerte Stammdicke von mehreren Bäumen erreicht worden sei. Ob dem tatsächlich so ist, werde von der Stadt derzeit untersucht. Als das Grundstück, auf dem die Bäume gestanden hatten, kontrolliert wurde, waren die Stämme bereits abtransportiert oder zerhäckselt. Ihr Umfang konnte nicht mehr kontrolliert werden. Sollten die Bäume illegal gefällt worden sein, werde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Es droht Geldbuße bis zu 50 000 Euro.

Daniel Gaittet, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat, zeigt sich zufrieden, dass die Verwaltung nicht lax mit dem Vorfall umgehe. „Mein Eindruck ist, dass die Stadt hier funktioniert“, sagt er. „Es gibt einfach Regeln an die sich alle halten müssen. Von daher ist das problematisch, aber dem wird auch nachgegangen.“

Motivation der Fällung ist unklar

Dabei werden Anträge auf Baumfällung gegen Auflagen, etwa Ausgleichspflanzungen, laut Gaittet in der Regel positiv beschieden. „Es kommt darauf an, wie dick und wie relevant die Bäume sind“, sagt er. Jahrhundertealte Baumriesen müssen bei eventuellen Bauplanungen berücksichtigt werden.

Dabei liegt auch die Motivation der Fällung der Bäume und Sträucher in Kumpfmühl im Dunkeln. Laut Auskunft der Stadt auf eine frühere MZ-Anfrage habe ein Bauantrag vorgelegen, dieser sei jedoch abgelehnt worden. 2022 war ein Mehrparteienhaus geplant worden. Seither habe es keinen neuerlichen Antrag gegeben. Auch Gaittet rätselt: „Es stellt sich schon die Frage, warum da alles platt gemacht wurde.“