„Wollen nicht warten, bis etwas passiert“: Stadt Roding erlässt Parkverbot am Seigen

Von Thomas Mühlbauer · 9. November 2024 um 11:00

Die Parksituationen an mehreren Orten, eine Quartiersbebauung im Herzen der Stadt und mehrere Bauanträge: Die Mitglieder des Rodinger Bauausschusses hatten in ihrer Sitzung am Donnerstag eine breite Palette an Themen abzuarbeiten.

Am „Seiten“ ist die Parksituation seit einigen Jahren angespannt, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Im unteren Bereich (von der Further Straße kommend) besteht bereits eingeschränktes und absolutes Haltverbot. Mitarbeiter eines dort ansässigen Einkaufmarktes nutzten den Bereich aber immer mehr als Parkplatz. Im Bereich der Einmündung Gartenstraße kam es deshalb immer wieder zu Beschwerden. Bei der Einmündung Brucknerstraße wird auch mit mehreren Autos und sogar einem Lastwagen regelmäßig geparkt. Die Sicht ist zwar dadurch etwas eingeschränkt, aber die Hindernisse (parkende Fahrzeuge) reduzieren die Geschwindigkeit. Bisher wurde dies hingenommen. Derzeit gibt es im Bereich der Schubertstraße aber ein gravierendes Problem: Dort parken in beiden Fahrtrichtungen so viele Fahrzeuge, dass die Sicht stark beeinträchtigt ist und ein fließender Verkehr zu Stoßzeiten nicht mehr gewährleistet ist.

Verkehrsschau der Polizei

Die Polizei hat deshalb eine Verkehrsschau durchgeführt. Nach Abwägung aller Argumente (Parkplatznot, Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit) empfiehlt sie ein Halteverbot. In nichtöffentlicher Sitzung befasste sich der Ausschuss weiter mit dieser Thematik. Am Freitag informierte die Stadt darüber, auf was sich die Räte geeinigt haben. So wird von der Further Straße her kommend auf der rechten Fahrbahnseite ein Parkverbot bis zur Einmündung in die Gartenstraße erlassen, anschließend im Bereich kurz vor der Schubertstraße, im weiteren Verlauf auf der Fahrbahnseite in Richtung Brucknerstraße. Auf der gegenüberliegenden Fahrspur in Richtung der Further Straße beginnt das Parkverbot künftig kurz vor der Einmündung zur Brucknerstraße, anschließend wird es durchgezogen bis zur Einmündung in die Further Straße.

Kreuzungsbereiche und Hofeinfahrten waren oft zugeparkt, dadurch seien viele gefährliche Situationen entstanden, so Riedl zur Begründung. Zum Glück sei bislang noch nichts passiert, die Stadt wolle aber nicht warten, bis es soweit sei.

Außerdem ging es in der Sitzung unter anderem um die Voranfrage zur Quartiersbebauung Heimrad Prem (Adolph-Kolping-Straße). Die Pläne wurden von Architekt Florian Brunner und Bauherr Dr. Korbinian Preis vorgestellt. Wie Preis berichtete, habe er die Praxis von seinem Vater Dr. Johann Preis im Januar 2022 übernommen. Nun sei man an einem Punkt angekommen, wo man die Praxis, mittlerweile 39 Jahre alt, vergrößern möchte. Wie der Name „Quartiersbebauung Heimrad Prem“ für dieses Projekt entstanden ist, erläuterte Preis. Durch seine Eltern sei er schon von klein auf mit Kunst groß geworden. Mit dem Namen möchte er nun Heimrad Prem in Roding verewigen.

Wohnraum mitten in Stadt

Nicht nur die Praxis soll bei diesem Projekt vergrößert werden, auch Wohnbau entsteht. Die Größe der Wohnungen sollen zwischen 30 und über 100 Quadratmetern sein. Die Praxis und der dreigeschossige geplante Wohnungsbau sollen barrierefrei zugänglich gemacht werden.

Zunächst werde das Praxisgebäude in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben, bis die weiteren Gebäude stehen. Damit sich die Räte besser vorstellen können, was im Herzen der Stadt entstehen soll, hatte Brunner ein Modell mitgebracht, an dem er die Pläne erläuterte.

Die 30 geforderten Stellplätze wiesen beide durch eine durchdachte Lösung nach, wo rund um das Gebäude und teils darunter geparkt werden kann. Insgesamt weist das ganze Projekt eine Grundstücksgröße von 1671 Quadratmetern auf, die überbaute Fläche wird 798 Quadratmeter betragen.

Der Tenor aus dem Bauausschuss war eindeutig positiv. Thomas Reger sagte, dass dies ein sehr durchdachtes Konzept und eine tolle Sache für Roding darstelle. Bürgermeisterin Riedl meinte, dass der gesamte Ablauf bisher für Architekt und Bauherr spreche, denn von Beginn an gab es ein miteinander, so dass die Stadt über viele Schritte vorab informiert war. Auch die Nachbarschaft stehe dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. Riedl versprühte viel Vorfreude: „Es soll bald losgehen, wir als Stadt finden das super.“ So war es selbstredend, dass das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt wurde.

Parksituation in Ringstraße im Visier

Bei den Ortseinsichten wurde unter anderem die Parksituation in der Ringstraße inspiziert. Riedl teilte mit, dass in den letzten Wochen bei der Stadt vermehrt Beschwerden eingegangen sind. Die Situation habe sich durch eine weitere Wohnbebauung verschärft, so empfiehlt auch die Polizei, das bereits im März 2023 angeordnete Parkverbot von der Regensburger Straße her kommend zu erweitern. So erhielten die Räte den Vorschlag, ein absolutes Haltverbot vor dem Anwesen Ringstraße 38 anzuordnen. Dadurch werde die Sicht für ausfahrende Fahrzeuge wesentlich verbessert und es ergäbe sich eine mögliche Ausweichstelle bei Gegenverkehr. Außerdem sollte das bereits angeordnete Haltverbot in Richtung Regensburger Straße bereits ab der Hofeinfahrt Ringstraße 44 beginnen.

Diskussion im Sitzungssaal

Im Sitzungssaal später stellte Riedl diesen Punkt zur Abstimmung, doch Rainer Schwarzfischer (CSU) wollte das nicht so einfach durchwinken: „Wenn man hier ein Parkverbot erlässt, wo fängt man dann an und wo hört man auf?“ Er sah die Gefahr, dass Folgeanträge entstehen. Riedl sah das Verbot aber als gerechtfertigt an: „Die Parksituation hat sich hier extrem verschlechtert, da geht es auch um die Sicherheit.“

Nachdem Schwarzfischer nicht locker ließ und sich dadurch ein längerer Dialog zwischen beiden entwickelte, wurde Riedl deutlich: „Jetzt schauen wir mal, wie sich die Situation entwickelt. Wenn wir wissen, dass wir ein Problem haben, müssen wir das lösen.“ Schwarzfischer entgegnete noch einmal: „Ich bin mir sicher, wir verlagern das Problem nur.“ Bei der Abstimmung stimmten Schwarzfischer und Thomas Reger gegen das Parkverbot.