Bauhof Burglengenfeld: Grüne Laubbläser bestehen Praxistest, PV-Anlage kommt aber erst 2025

Von Thomas Rieke · 9. November 2024 um 15:00

So sicher wie im Frühjahr Hochdruckreiniger vielerorts für unerfreuliche, ja nervtötende Beschallung sorgen, so sicher sind es im Herbst Laubbläser. Für den Bauhof Burglengenfeld haben die Verantwortlichen nach einer Lösung gesucht, wie die Umwelt-Belastung reduziert werden könnte. Ergebnis: Sukzessive sollte auf Akku-Geräte umgerüstet werden. Haben die grünen Maschinen den Praxistest bestanden? Hier eine erste Bilanz.

Die Vorgeschichte: Nach dem Besuch einer Fachmesse vor rund zwei Jahren war für den Vorstand der Stadtwerke, Johannes Orter, dem der Bauhof angegliedert ist, klar: Akkubasierte Geräte haben viele Vorteile. Nicht nur, dass sie deutlich leiser arbeiten als Maschinen mit Benzinmotor, sie produzieren auch keine Abgase. Dies sei im Sinne des Arbeitsschutzes eine „wesentliche Verbesserung für unser Team“, sagte Ortner im Mai 2023.

Daher wurde nach Absprache mit Bauhofleiter Johann Reif beschlossen, nicht nur Laubbläser, sondern auch Schnittwerkzeuge und Rasenmäher, die mit leistungsstarken Akkus betrieben werden, zu beschaffen. Zug um Zug sollte ausgetauscht werden, und zwar immer dann, wenn Altgeräte nicht mehr zuverlässig einsatzfähig waren.

Mehr Flexibilität bei den Einsatzzeiten

Über die Kosten, die bisher dafür angefallen sind, schweigt sich Ortner leider aus. Aber er und Bauhofchef Reif versichern, dass die Erfahrungen, die die Mitarbeiter bisher gesammelt hätten, überwiegend positiv seien. Nur einige wenige der Beschäftigten hätten mit der Umstellung gehadert.

Was Ortner besonders freut: Die „grünen Geräte“ haben wie erhofft auch zu mehr Flexibilität verholfen. Wo es in bewohnten Straßenzügen früher häufig Beschwerden wegen des Lärmterrors der Benziner gegeben habe, könnten die Arbeiter nun auch zu früher Morgenstunde guten Gewissens ihren Job verrichten – und ohne zornige Blicke auf sich zu ziehen.

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Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, kommt nicht selten sogar der gute alte Reisigbesen zum Einsatz. Auf keinem Lastwagen und auf keinem Handkarren fehlt er. Statt Klagen soll es nun sogar Lob und Anerkennung für SWB und Bauhof gegeben haben. Anlieger bedankten sich laut Ortner ausdrücklich für die willkommene Rücksichtnahme, obwohl der Oberpfälzer bekanntlich mit Lob sehr sparsam umgeht.

Deutlich schonender für das Gehör

Markus Frank und Martin Schönwetter haben am Donnerstag extra für die MZ zu Laubbläser und Heckenschere gegriffen, um auf einer kleinen Grünanlage Beim Klingentor die Praxistauglichkeit, aber auch die Umweltfreundlichkeit der Akkugeräte unter Beweis zu stellen. Vom ersten Knopfdruck an ist klar: Keine Abgase beißen in der Nase, der Geräuschpegel ist erträglich. SWB-Vorstand Ortner zückte spontan sein Handy, um mit einer App den Schallpegel zu messen. Schon in wenigen Metern Entfernung zum Laubbläser sank der Pegel auf 60 Dezibel (A), was dem Level einer Unterhaltung im Abstand von einem Meter entspricht. Ist ein Akku leer, ist er übrigens im Handumdrehen ausgetauscht. Und am Schnellladegerät hat er laut Markus Frank schon nach einer Viertelstunde wieder volle Power.

Benziner sind noch nicht überflüssig

Die Anschaffung rein akkubasierter Werkzeuge hatte freilich noch einen besonderen Hintergrund: Die Dachflächen des Bauhofs sollten 2023 „so weit wie möglich“ mit Photovoltaikmodulen bestückt werden. Damit hätte sich die Investition noch besser bezahlt gemacht. Diesbezüglich muss Ortner heute allerdings einräumen, dass die Pläne ins Stocken geraten sind. Neues Ziel ist eine Realisierung des Vorhabens für 2025.

Komplett ausgedient werden Kraftstoff-betriebene Maschinen beim Bauhof im übrigen so schnell nicht haben, räumen Ortner und Reif ein. Wo es relativ lange Strecken ohne direkte Nachbarschaft von Wohnanwesen zu bearbeiten gilt, seien konventionelle Geräte wegen ihrer doch noch größeren Leistungsfähigkeit nach wie vor oft die bessere Wahl.

Reif zieht einen Vergleich mit der E-Mobilität: Wo man nur kurze Strecken zurückzulegen habe, sei ein E-Auto zu bevorzugen; plane man aber eine längere Reise durch Gebiet mit mangelhafter Ladestruktur, sei man in einem Verbrenner vermutlich besser unterwegs.