Als ein Biber die Altmühl eroberte: Rückkehr eines ausgestorbenen Tiers vor 40 Jahren

Vor Jahrzehnten sorgte der Lärm des Feckinger Bachs für Beschwerden, während der Fremdenverkehrsverein Essing erfolgreich auf Qualität setzte. Ein Biber kehrte nach über einem Jahrhundert an die Altmühl zurück und der Landschafts-Entwicklungsplan für den Naturpark Altmühltal stellte neue ökologische Weichen.
• Vor 20 Jahren: Der Feckinger Bach in Saal rauschte nun leiser. Der Wasserfall von Johann Fahrnholz, der für Beschwerden seitens zweier Anwohner gesorgt hatte, war mit speziellen Schallschutzsteinen eingehaust worden. Nächtliche Lärmmessungen in einem Schlafzimmer eines Nachbarhauses zeigten eine deutliche Überschreitung der Grenzwerte. Seitens des Landratsamtes wurde mitgeteilt, Johann Fahrnholz hatte nach Absprache mit dem Bau begonnen. Aus dem Landratsamt hieß es weiter, man wollte nach Abschluss der Baumaßnahmen erneut Lärmmessungen durchführen. Zuvor sollte noch ein Dach das Haus bedecken, das den Geräuschpegel weiter dämmte.
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• Vor 30 Jahren: Auf „Qualität statt Quantität“ setzte der Fremdenverkehrsverein Essing. Dieses, vom Vorsitzenden Jörg Nowy formulierte Ziel zog sich wie ein roter Faden durch die 25-Jahr-Feier des Zusammenschlusses. Die 70 Mitglieder verbuchten allein bei den gewerblichen Vermietern 17.000 Übernachtungen pro Jahr, bei den privaten durfte laut Nowy die Rate nicht weniger hoch sein. Um am Ball zu bleiben, sollten künftig kulturelle Schmankerl den Essinger Gästen aufgetischt werden.
• Vor 40 Jahren: Die idyllische Altmühl hatte allem Anschein nach einen neuen Bewohner: Ein Biber (diese Nagetierart war im hiesigen Raum seit über einem Jahrhundert ausgestorben) machte sich’s nun gemütlich. Dass ihm die am Altmühlufer stehenden Weiher ganz gut schmeckten, war deutlich zu sehen: Die Bäume wurden nicht nur zum Teil entrindet, sondern einige auch ganz durchgenagt. Bislang hatten den neuen Bewohner der Altmühl noch niemand zu Gesicht bekommen, denn der „Holzfäller“ war nur immer des Nachts fleißig. Es stellte sich natürlich die Frage, wie der Wasserbewohner nach Kelheim kam. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt vermutete, dass das Nagetier einmal zum Nachwuchs der bei Neustadt lebenden Biberkolonie zählte du sich nun ein eigenes Revier suchte.
• Vor 50 Jahren: Der Landschafts-Entwicklungsplan für den Naturpark Altmühltal stand im Mittelpunkt einer Fachstellenbesprechung im Landratsamt Kelheim. Der Plan – auch Einrichtungsplan genannt – verstand dabei Naturparks nicht als Ausweisung eines großen Schutzgebietes sondern als großräumige ökologische Ausgleichsräume, die in der Lage waren, Freizeit und Erholungsfunktion zu übernehmen. Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten aber auch die Ausweisung von Erholungs- und Industriestandorten. Ausgearbeitet wurde der Plan vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie der Fachabteilung der Universität München in Weihenstephan.