Zieht Wurstwaren Breu nun ganz weg aus der Stadt Furth im Wald?

Verlässt das Further Traditionsunternehmen Breu Wurstwaren (Landkreis Cham) die Drachenstichstadt endgültig? Eine Frage, die offensichtlich gar nicht so leicht beantwortet werden kann. Ein Blick ins Handelsregister bringt weiter.
Es ist so eine Sache mit Vermutungen. Oftmals, so heißt es, ist etwas Wahres dran. Demnach soll sich Unternehmer Andreas Breu komplett aus Furth im Wald zurückziehen. Ein Hinweis darauf sei der Umstand, dass die Halle in der Kötztinger Straße, an der noch das Firmenschild prangt, aussieht, als sei sie leer geräumt. Auch auf einem Kleinanzeigenportal soll sie schon zum Kauf angeboten worden sein.
Herber Verlust für Furth
Es wäre natürlich ein herber Verlust für die Stadt Furth im Wald, wenn dem so wäre. Schaut man auf die Firmengeschichte, die auf der Internetseite des Unternehmens dokumentiert ist, hat Josef Breu, Vater des heutigen Geschäftsführers, im Jahr 1968 in der Kramerstraße 20 eine „Wurstproduktion für Metzger und Fleischereien im Lohnarbeitsverfahren in einer 40 Quadratmeter großen Garage“ gegründet. Die Erfolgskurve zeigt in den darauffolgenden Jahren steil nach oben, durch die Ausweitung in den überregionalen Raum wurde mehr Platz benötigt. So entstand in der Waldmünchener Straße 13 ein Verarbeitungsbetrieb auf 1500 Quadratmetern. Der Kundenstamm wächst, Aufträge aus der ganzen Welt trudeln in Furth im Wald ein. 2016 schlägt die Einführung der Wursttrommel hohe Wellen. Dem Unternehmen gelingt es, eine 3,5 Meter lange Wurst in einem Stück auf eine Minikabeltrommel zu wickeln.
Wieder wird der Platz zu eng. Nach längerer Suche entscheidet sich das Unternehmern für einen Schritt weg aus Furth im Wald. In der Firmenchronik heißt es dazu über das Jahr 2018: „Planung und Spatenstich einer Betriebserweiterung in Arnschwang. Errichtung einer neuen Produktionsstätte mit circa 5000 Quadratmeter, die zusätzlich zum Bestand in Furth im Wald betrieben wird. Start der Onlinevermarktung über das Web.“ Ein Jahr später geht die Produktion an den Start, 2021 wird noch einmal erweitert, 2023 stehen insgesamt 14000 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung.
Natürlich ist Furths Bürgermeister Sandro Bauer über den Schritt weg aus der Drachenstichstadt nicht glücklich: „Es ist ohne Frage ein schwerer Verlust, dass die Rotwurst Breu GmbH ihre Produktion in die Nachbargemeinde verlegt hat.“ Davon, dass sich Breu komplett aus Furth im Wald zurückzieht, hat der Bauer noch nichts gehört.
„Wenn dem so ist, wäre das schade, aber es wäre ein unternehmerischer Schritt, den ich verstehen kann.“ Was ihn eher nachdenklich stimmt, sind die Reaktionen aus der Bevölkerung, die oftmals kein Verständnis für die beiderseitige Situation hat: Zusammen mit dem Further Unternehmerurgestein und Geschäftsführer Andreas Breu hat man sich auf die Suche nach einem passenden Grundstück vor Ort gemacht. Beinahe wäre man auch fündig geworden, aber es war, wie Bauer sagt, fünf Meter zu kurz. Die Stadt habe ihm letztlich die Flächen, die er braucht, nicht anbieten können. „Man gibt nicht gern auf, kämpft und tut“, aber irgendwann müsse man das Ergebnis zur Kenntnis nehmen. Doch der Further Rathauschef will nicht schwarz sehen. Es gebe auch positive Wirtschaftsnachrichten. Demnach gibt es einige Anfragen und Neugründungen in Furth im Wald.
Keine finale Antwort
Auch Arnschwangs Bürgermeister Michael Multerer kann keine finale Antwort geben. Er glaube aber nicht an einen kompletten Rückzug aus Furth. Er habe erst vor kurzem persönlich eine Bestellung in der Waldmünchener Straße in Furth abgeholt. Ein Blick in das Handelsregister spricht auch für eine Zweiteilung. Dort heißt es, dass die Breu GmbH, unter anderem zuständig für die Fabrikation von Wurstwaren, mit Stand 18. Juli 2024 unter der Arnschwanger Adresse firmiert. Die Wurstbaron GmbH, zuständig für: „Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln, einschließlich von Getränken, mit Schwerpunkt im Bereich Fleisch-/Wurstwaren“, hat ihren Sitz laut Handelsregister in der Waldmünchener Str. 13, 93437 Furth im Wald. Geschäftsführer ist bei beiden Firmen Andreas Breu.
Natürlich wollten wir auch den Unternehmer selbst zur Zukunft seines Unternehmens befragen. Seitens seines Büros hieß es, er sei zwei Wochen lang nicht zu erreichen. Eine daraufhin erfolgte schriftliche Anfrage blieb unbeantwortet.