Werkstatt in Postfelden wird Raub der Flammen: So kompliziert war der Großeinsatz

Die Rauchsäule, die am Sonntagmittag über Postfelden (Gemeinde Rettenbach, Landkreis Cham) aufstieg, war schon aus etlichen Kilometern Entfernung zu sehen. Um 11.34 Uhr alarmierte die Leitstelle in Regensburg gemäß Alarmstufe B4 – Brand landwirtschaftliches Anwesen – zu einer Einöde in der Nähe von Postfelden.
Die FFW Rettenbach mit Einsatzleiter Christoph Angetter war als Erste am Unglücksort. Die Rettungskräfte fanden eine brennende Werkstatt vor. Die Flammen schlugen bereits aus dem Dach. Die erste Schwierigkeit war schnell erkennbar: Die Südseite des Daches war komplett mit einer PV-Anlage versehen.
Die Wehr aus Wörth an der Donau, die über eine Drehleiter verfügt, baute direkt im Innenhof eine Riegelstellung zu einer direkt angebauten Scheune und dem Wohnhaus auf. Das erste Löschwasser wurde aus einem nahe liegenden Oberflurhydranten entnommen, zudem aus den wasserführenden Fahrzeugen und aus dem Wechsellader Wasser der Feuerwehr Roding.
THW Roding im Einsatz
Die weiteren eintreffenden Wehren bauten gleichzeitig zwei B-Leitungen aus einem rund ein Kilometer entfernten Weiher von Postfelden auf. Durch die Leitstelle in Regensburg wurden die Feuerwehren Rettenbach, Altenkreith, Ebersroith, Falkenstein, Mitterdorf, Neubäu, Roding, Schillertswiesen, Völling, Haag, Örtliche Unterstützungsruppe Einsatzleitung Katzbach-Loibling, Brennberg und Wörth an der Donau alarmiert. Insgesamt befanden sich 140 Kräfte mit 25 Fahrzeugen im Einsatz. Hinzu kam das Technische Hilfswerk Roding mit Fachberater Thomas Muck.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde auch der Gerätewagen Atemschutz der FFW Furth im Wald nachgefordert, um den hohen Bedarf an Atemschutzflaschen direkt vor Ort tauschen zu können. Insgesamt befanden sich 15 Trupps der Feuerwehren unter Atemschutz im Innen- sowie im Außenangriff.
Wie Kreisbrandinspektor Norbert Mezei informierte bestand ein großes Problem darin, dass die PV-Anlage das Dach bedeckt hat. So begann man von der Nordseite das Dach abzudecken, um gezielter löschen zu können. Spitz auf Knopf stand es mit dem Quergebäude (Scheune), welches direkt an die Werkstatt angebaut war und ebenfalls schon leicht zu brennen begann. Mit einem gezielten Löschangriff durch die beiden Drehleitern aus Wörth an der Donau und Roding konnte die Ausbreitung des Brandes verhindert werden.
Dach mit Schaum bedeckt
Von allen Wehren wurde das vorhandene Schaummittel zusammengezogen. Mit der Wörther Drehleiter wurde das Dach mit dem Schaum bedeckt. Wie die Feuerwehrführungskräfte um den stellvertretenden Kreisbrandrat Marco Greil, Kreisbrandinspektor Norbert Mezei und die Kreisbrandmeister Hubert Hofweber und Hans Hochmuth informierten, decke der Schaum das Feuer besser ab, die Glutnester könnten so effektiver bekämpft werden. Für die Wehren folgte ein langwieriger Einsatz. Das Dach musste abgedeckt werden, immer wieder loderten Glutnester unter der PV-Anlage auf.
Wie Kreisbrandinspektor Norbert Mezei im Pressegespräch informierte, war eine weitere Herausforderung für die Wehren die beengte Zufahrt zum Brandobjekt, das nur über eine schmale Straße erreichbar ist. So wurde zunächst in Postfelden selbst eine Sammelstelle für die anrückenden Wehren geschaffen. Die Fahrzeuge wurden je nach Bedarf an die Einsatzstelle beordert.
Der Brand in Postfelden war für die neue Führungsunterstützung, die im KBI-Bereich Roding bei der Feuerwehr Roding liegt, der erste Einsatz. Diese übernahm mit der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Katzbach die Dokumentation und Erstellung von Lagekarten. Marco Greil hob die vorbildliche Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aus den Landkreisen Cham und Regensburg hervor. Eine weitere wichtige Unterstützung zur Lokalisierung von Glutnestern stellte die Drohne der FFW Roding dar.
Rettungsdienst-Einsatzleiter Markus Wachter informierte, dass es keine Verletzten gab. Die Brandleider hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Aufgebaut war auch die Einsatzstellenverpflegung. Die Polizei Roding schätzt den Schaden auf mindestens 100 000 Euro. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei Regensburg. Die Brandursache ist noch unbekannt.







