Stadt setzt auf das Herzblut ihrer Bürger – Neuer Beirat soll Ideen liefern

Von Jochen Dannenberg · 2. November 2024 um 11:00

Die Gesellschaft wandelt sich. Die Menschen werden einerseits älter, andererseits gibt es – zumindest in Neustadt a.d. Donau – viele Kinder und Jugendliche. Die Stadt möchte deshalb die generationenübergreifende Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens fördern. Zu diesem Zweck soll ein Generationenbeirat eingerichtet werden. Was es damit auf sich hat, wurde jetzt im Stadtrat erläutert.

Der Generationenbeirat soll die Interessen aller Altersgruppen vertreten und die Zusammenarbeit zwischen diesen fördern, stellte Monika Weber klar, die in der Stadtverwaltung für Generationenarbeit zuständig ist. „Ziel und Aufgabe des Beirats ist es, Ideen und Projekte zu entwickeln, die sowohl generationenübergreifend als auch spezifisch für verschiedene Altersgruppen von Interesse sind. Darüber hinaus soll der Beirat als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger fungieren. Dies umfasst die Sammlung von Vorschlägen, die Bündelung und strukturierte Bearbeitung der Ideen“, erläuterte Weber.

Der Beirat, so das Konzept, das noch beschlossen werden muss, soll zwar selbstständig, aber nicht völlig losgelöst von der Stadtverwaltung arbeiten. Ein regelmäßiger Austausch ist zwischen Beirat und Verwaltung vorgesehen. Dabei könnte die gesammelten Ideen präsentiert, priorisiert und gemeinsam über die Weiterverfolgung der Projekte entschieden werden. Anschließend würde der Beirat die Konzepte auf der Basis der priorisierten Projekte entwickeln.

Für Kinder, Jugendliche und Senioren

Schwerpunktmäßig geht es bei der Arbeit des Beirats nach dem gegenwärtigen Konzept um alle Angelegenheiten, „die die Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit in unserer Kommune betreffen“. Auf weitere inhaltliche Vorgaben wollte sich Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) nicht einlassen. Er betonte: „Wir würden das Ganze im Keim ersticken, wenn wir nicht die Freiheit geben würden, über die Dinge nachzudenken.“ Der Beirat werde zudem einmal jährlich den Mitgliedern des Kulturausschusses über seine Tätigkeiten berichten.

Noch nicht geklärt ist, wer dem Beirat angehören wird und wie die Mitglieder berufen werden. Nach dem Konzept von Monika Weber „sollen engagierte Personen einbezogen werden, die bereits in verschiedenen Gruppen aktiv sind, wie beispielsweise der Interessengemeinschaft Neustadt, die Eltern mit Schul- und Kindergartenkindern vertritt, sowie Ehrenamtliche im Generationentreff und das Netzwerk von engagierten Jugendlichen“. Zwölf Personen, sagte die Fachfrau aus der Stadtverwaltung, sei die Größe des Gremiums.

Um eine breite Beteiligung der Bürgerschaft zu gewährleisten, soll zur Mitwirkung beispielsweise bei Eltern von Schul- und Kindergartenkindern aber auch bei den Ehrenamtlichen im Generationentreff aufgerufen werden. Ferner wird an eine öffentliche Ausschreibung gedacht. Das Gremium selbst wird keine geschlossene Gruppe sein.

„Bürgerinnen und Bürger unter 16 Jahren haben die Möglichkeit an den Sitzungen des Generationenbeirats teilzunehmen und sich ohne Stimmrecht einzubringen“, sagte Monika Weber im Kulturausschuss. „Der Beirat wird sich aus freiwillig engagierten Personen zusammensetzen, die mit Herzblut unsere Stadt gestalten möchten. Der Beirat wird automatisch von der Mitarbeiterin der Generationenarbeit sowie von der Senioren- und Jugendbeauftragten der Stadt begleitet.“

Die „Amtszeit“ der Mitglieder soll auf voraussichtlich drei Jahre festgelegt werden. Für die Durchführung von Maßnahmen soll das Gremium mit öffentlichen Mitteln ausgestattet werden. Derzeit ist an eine Summe von 50.000 Euro gedacht. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Die Mitglieder des Beirats üben ihre Tätigkeiten jedoch ehrenamtlich aus und erhalten keine finanziellen Zuwendungen aus den bereitgestellten Mitteln.

Einstimmig unterstützt

Die Mitglieder des Kulturausschusses hatten keine Einwände gegen das Konzept für die Einführung eines Generationenbeirats. Edi Albrecht (SPD) lobte, dass man bereit sei, „Geld in die Hand zu nehmen“. Karl Zettl (CSU) merkte an, dass eine dreijährige „Amtszeit“ für Jugendliche ein langer Zeitraum sein könne. In dem Alter ändere sich oftmals viel, meinte er.

Zur Frage von Elke Wolf (WGMG), wie die Generationen im Beirat vertreten sein werden, antwortete Bürgermeister Thomas Memmel: „Wir werden jede Gruppe besetzen. Sonst macht das keinen Sinn.“ Das für den Generationenbeirat vorgelegte Konzept wurde einstimmig vom Kulturausschuss unterstützt und kann dem Hauptausschuss in der nächsten Sitzung zur Abstimmung vorgestellt werden.

In der Löwengrube, nur wenige Meter vom Stadtplatz, ist das neue Mehrgenerationen-Café entstanden. Ein Generationenbeirat soll die Arbeit unterstützen. Foto: Dannenberg
Monika Weber ist in der Stadtverwaltung für die Generationenarbeit zuständig. Foto: Hummel