Früh planen: Neumarkter Tierärztin gibt Tipps, damit Weihnachten für Tiere entspannt wird

Von Mittelbayerische Zeitung · 31. Oktober 2024 um 11:00

Die Wochen vor Weihnachten bedeuten für viele Menschen Stress. Darunter leiden nicht selten auch Haustiere. Was man bei Hund, Katze und Co. dagegen tun kann, wo in der Weihnachtszeit gefahren für Tiere lauern und über welche Geschenke sich eigentlich Vierbeiner freuen, verrät die Neumarkter Tierärztin Karen von Trauwitz.

Alle Jahre wieder freuen wir uns auf Weihnachten – Häuser werden festlich geschmückt, Geschenke gekauft, ein Christbaum beleuchtet unser Haus, es riecht nach Tannenzapfen und für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt.

Natürlich geht das nicht spurlos an uns vorbei. Hektik und Stress beherrschen teilweise unseren Alltag. Der Stress, den wir bei all dem Trubel in der Vorweihnachtszeit haben, überträgt sich auch auf unsere Vierbeiner. Deshalb immer, trotz Ablenkungen, auch ein Auge auf sie werfen. Ein paar Tipps können dabei helfen:

• Mit in den Trubel? Hunde beim Einkaufen der Weihnachtsgeschenke und beim Besuch des Weihnachtsmarktes lieber zuhause lassen. Die vielen, fremden Menschen bedeuten hohen Stress für die Tiere. Wenn Familie und Freunde zu Weihnachten zu Besuch kommen, sollten wir unseren Vierbeinern ruhige Plätzchen suchen, damit sie sich dort zurückziehen können. Diese können ruhig mit Leckerchen oder Kaustangen bestückt werden, damit Hund und Katze zur Ruhe kommen.

Auch sollten Sie bewusst Zeit einplanen für Ihr Haustier. Zeit zum Spielen, Zeit zum Streicheln und Liebhaben oder für einen ausgiebigen Weihnachtsspaziergang.

• Gefährliche Leckereien: Die Weihnachtszeit begleiten einige Besonderheiten, die für manchen Vierbeiner zu einer besonderen Verlockung werden. Schokolade gehört für uns Menschen einfach zu Weihnachten dazu. Aber sie kann für Hunde schon in kleinsten Mengen giftig sein. Sollte Ihr Liebling dennoch genascht haben, nutzen Sie gern den Schokoladenrechner unter www.tierarzt-sommer.de/schokoladenvergiftung-beim-hund, um herauszufinden, wie sie reagieren müssen.

Auch ein zu üppiges Festtagsmahl ist ein Problem. Zu salzige Speisen oder Geflügel- und sonstige Knochen sind für Hund und Katze gefährlich. Bitte füttern Sie über die Weihnachtstage das gewohnte Futter, lieber mal ein Leckerli. Ihre Lieblinge werden es Ihnen danken.

• Pflanzen: An Weihnachten und schon in der Zeit davor ziehen wieder Weihnachtsstern, Amaryllis, Alpenveilchen und Christusdorn in unsere Häuser ein. Für uns sind sie schön anzusehen. Werden sie aber von unseren Haustieren gefressen, sind sie hochgiftig. Für Kaninchen und Nager können abgefallene Blätter zum Verhängnis werden und auch auf Ziervögel sollte man ein wachsames Auge haben. Tannennadeln oder der Christbaum selbst sollten auch gut beobachtet werden. Hunde können sie anfressen und Katzen könnten ihn schon mal als Klettergerüst zweckentfremden und umdekorieren.

• Weihnachtsdeko: Kerzen und Duftöle lieber außer Reichweite für unsere Lieblinge aufstellen. Ein wedelnder Hundeschwanz oder eine zu neugierige Katze könnten sonst unangenehme oder gar gefährliche Bekanntschaft damit machen.

Vorsicht ist auch bei Glaskugeln, Lametta oder Geschenkverpackungen angebracht. Diese könnten durch Verschlucken schnell zum Fremdkörper werden und eine OP unumgänglich machen.

• Geschenke für Tiere? Hunde freuen sich besonders über Leckerli und neue Spielsachen, zum Beispiel einen Futterball. Katzen kann man mit Duftsäcken aus der Zoohandlung oder Futter eine Freude machen. Nager, Kaninchen und Vögel freuen sich über frische Äste zum Anknabbern oder Gemüse frisch oder getrocknet.

• Ach du Schreck: Silvester ist für viele Haustiere der schlimmste Tag des Jahres. Wunderkerzen, Tischfeuerwerk und Silvesterkracher jeder Art machen vor allem Lärm und sind nichts für empfindliche Ohren. Lassen Sie Ihre Katze, wenn möglich, schon ab dem Vortag nicht mehr ins Freie. Sensible Hunde besser am späten Nachmittag das letzte Mal ausführen und nur an der Leine mit Sicherheitsgeschirr.

Am Abend dann die Rollos schließen, beruhigende, vielleicht etwas lautere Musik kann die Geräusche von draußen dämpfen.