Herr über 20.000 Bäume: Manuel Traub ist der Chef der Neumarkter Stadtgärtnerei

Von Heike Regnet · 30. Oktober 2024 um 17:08

Manuel Traub ist Chef der Stadtgärtnerei Neumarkt. Vom mächtigen Baum bis zum filigranen Stiefmütterchen gehören Pflanzen aller Art zu seinem Alltag. Der Chef schätzt es, sich noch selbst die Hände schmutzig zu machen. Doch es gibt auch zwei Dinge, auf die er und sein Team verzichten könnten.

Schon als Kind hat Manuel Traub gerne im Gemüsegarten seiner Oma mitgeholfen und an seiner Freude beim Gärtnern hat sich bis heute nichts geändert. Auch wenn er jetzt in anderen Dimensionen denken muss.

Erste Kontakte zur Stadtgärtnerei hatte der heute 34-Jährige bereits nach dem Schulabschluss, als er 2006 hier ein Praktikum absolvierte. Auf einem Bauernhof in Pelchenhofen groß geworden, wollte er zunächst Fliesenleger werden wie der Vater. „Bei der Arbeit sieht man sofort, was man tut“, erzählt Traub und lacht. Auch Elektriker hätte ihn interessiert, doch dann entdeckte er in der Zeitung die Ausschreibung für eine Ausbildung zum Gärtner im Bereich Zierpflanzenbau bei der Stadt Neumarkt.

Auch er ist ein Eigengewächs

Er bewarb sich und als er schon die Zusage hatte, schob er vor den Ausbildungsbeginn noch ein 14-tägiges Praktikum. „Danach wusste ich, dass es genau das Richtige für mich ist.“

Chef war damals Georg Ziegler, Standort der Stadtgärtnerei Woffenbach. Als Neubau und Umzug anstanden, war Traub von Beginn an dabei. „Da gibt es keine Leitung, von der ich nicht wüsste, wo sie läuft“, sagt er augenzwinkernd. Als Geselle hatte er auch manch’ neue Idee und Ziegler ließ ihm freie Hand. So probierte Traub beim Pflanzenbau kulturtechnische Varianten aus.

2013 absolvierte er die Meisterschule in Landshut-Schönbrunn, kehrte als Gärtnermeister zurück, blieb aber als Geselle beschäftigt, bis Ziegler in Rente ging. Traub bewarb sich auf die Stelle und setzte sich auch gegen externe Bewerber durch.

Vielfältig sind die Aufgaben, die in der Stadtgärtnerei gemeistert und vor allem geplant werden müssen: Wann finden wo welche Arbeitseinsätze statt? Sämtliche öffentlichen Flächen im Stadtgebiet müssen gepflegt werden, vom Stadtpark über das LGS-Gelände, Schlosspark und die städtischen Friedhöfe bis zu den Fußballplätzen der Stadtvereine. „Das alleine sind schon 23 Hektar Sportplätze“, erklärt Traub.

Gearbeitet wird nach einem Jahresplan, den er erstellt. Dass alles klappt, sei sicher ein Verdienst des Mitarbeiterteams. „Viele sind schon lange dabei und wissen, worauf es ankommt. Wir sind wie eine große Familie.“

Hoch ist Traubs Anspruch. „Wir wollen aus dem, wie sich die Stadt nach außen darstellt, das Beste machen“, sagt Traub, der natürlich auch selbst mitarbeitet und sich die Hände schmutzig macht.

Ein leidiges Thema, das allerdings kaum in den Griff zu bekommen ist, sind die wilden Müllablagerungen, die es immer wieder auch im Stadtgebiet gibt. „Vom Kühlschrank bis zum Sofa haben wir schon alles eingesammelt“, berichtet Traub.

Ein stetes Ärgernis

„Und dann gibt es auch noch das Thema Hundekot.“ Für viele Bürger ein stetes Ärgernis. Wenn Traub einen Wunsch frei hätte, muss er nicht lange überlegen: „Es wäre schön, wenn es meine Leute draußen öfter leichter hätten“, sagt er nachdenklich. „Oft werden sie angepöbelt oder es sind Flächen einfach zugeparkt. Das bringt Unmut im Betrieb.“

Aktuell steht die Heckenpflege auf dem Plan und der damit verbundene Heckenschnitt. Groß ist der Baumbestand. Über 20 000 Bäume sind im Baumkataster erfasst. „Ziel ist es, Altbestand möglichst zu erhalten. Aber je älter ein Baum ist, umso mehr Arbeit macht er.“ Traubs Lieblingsbaum ist die Platane. „Wegen der schönen Maserung am Stamm.“

Ein weiteres Arbeitsfeld ist der Blumenschmuck, ob für Schulfeiern, städtische Veranstaltungen oder Gestecke und Kränze an Gedenktagen. Alles wird in der Gärtnerei gesteckt. Auch an Weihnachtssternen, die selbst gezogen werden, mangelt es aktuell im großen Gewächshaus nicht. Natürlich werden die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei auch beim Winterdienst im Einsatz sein. So reißt die Arbeit nicht ab.

Im Gewächshaus der Stadtgärtnerei gibt es immer etwas zu tun.