Warum die TCM-Klinik in Bad Kötzting ein weltweiter Schatz der Medizin ist

Das dritte Deutsch-Chinesische Forum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) fand am Montag in Bad Kötzting im Präventionszentrum Sinocur statt. TCM-Klinik-Betreiber Anton Staudinger sagte zur Eröffnung, dass das Forum die Zusammenarbeit auf kultureller und medizinischer Ebene vertiefen solle. Vertreter aus Medizin und Wissenschaft sowie der Politik waren zahlreich erschienen.
Bürgermeister Markus Hofmann betonte, wie wichtig Treffen wie diese seien. Es setze die Vertiefung der bestehenden Netzwerke fort. Die Bedeutung der TCM für die westliche Welt wachse stetig, um die Menschen lange gesund zu erhalten, und ergänze so hervorragend die Schulmedizin. Die Betrachtung des Menschen als Ganzes sei ein Ansatz der TCM, der sehr gut zum Gesundheitskonzept der Stadt passe.
Staudinger 30 Jahre aktiv
Das 2018 eröffnete TCM-Zentrum sei nicht nur ein Symbol der Zusammenarbeit, sondern auch ein Ort, an dem Einheimische und Besucher der Stadt das Zusammenspiel von westlicher und chinesischer Medizin erleben könnte. Viel sei in drei Jahrzehnten in Bad Kötzting – Klinik, Ambulanz, Lebensstilprogramm – schon erreicht worden. Nun gelte es, den erfolgreichen Weg weiter zu beschreiten. Er erwarte sich von diesem Tag viele neue Impulse dafür, die TCM in Bad Kötzting weiter auszubauen.
Stellvertretender Landrat Markus Müller betonte, wie wichtig der Beitrag der Familie Staudinger dafür sei, die Traditionelle Chinesische Medizin in einer Klinik zu verankern. „Das war vor 30 Jahren keine Eintagsfliege“, sagte er, was nicht nur ihn sehr freue: „Die TCM-Klinik ist ein Aushängeschild für den gesamten Landkreis.“ Mit Blick auf aktuell hohe Krankenstände sei die Chinesische Medizin ein Vorbild auch in Deutschland. „Wo gibt es mehr über 100-Jährige als in China?“, fragte er. Er dankte allen Beteiligten dafür, dass sie schon so lange zusammenarbeiteten, um auch den gesamten Landkreis als Gesundheitsregion weiterzuentwickeln, so der stellvertretende Landrat.
Selbst vom Generalkonsulat der Volksrepublik China in München gab es Glückwünsche für die TCM-Klinik in Bad Kötzting. Die Einrichtung steche unter allen weiteren ähnlichen Häusern weltweit heraus. Sie sei „der Schatz der alten Chinesischen Wissenschaft“, hieß es in einem Schreiben aus dem Konsulat, das verlesen wurde.
Professor Jiang Liangduo, Leiter des Fachausschusses für Innere Medizin der Welt-Föderation für TCM, betonte in seiner Begrüßung, dass die Klinik in Bad Kötzting die „beste TCM-Klinik in Europa“ sei, die sich auch in Zukunft hervorragend weiterentwickeln werde.
Prof. Erich Wühr stellte das Lebensstil-Programm vor, das die Stadt gemeinsam mit der TCM-Klinik entwickelt habe. 80 Prozent der Krankheiten in Deutschland seien chronisch, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele andere. Die meisten davon ließen sich sehr oft mit dem individuellen Lebensstil erklären, sagte er. Die Kneipp’sche Lehre und TCM seien in Bad Kötzting zusammengeführt worden, und das schon vor vielen Jahren. Prof. Horst Kunhardt von der Technischen Hochschule Deggendorf versicherte, dass es ihm eine Freude sei, in Bad Kötzting zu sprechen, einem „Zentrum der Kultur und der Ideen“ auf dem Gebiet der Gesundheit.
Blick über TCM hinaus
Wie könnten TCM und westliche Medizin zusammengebracht werden? Eine gute Frage – doch wie könnten modernste Technik und Medizin zusammengebracht werden? Das sei eine Frage, mit der er sich ebenfalls intensiv beschäftige, und so sei das SmartHome entstanden, wodurch es möglich werden könne, dass ältere Menschen länger zu Hause leben können. Um das ermöglichen zu können, brauche es nicht nur Maschinen oder Computer, sondern auch das Internet. Die Gesellschaft befinde sich im Wandel, die Menschen würden im Schnitt älter. Nun stelle sich die Frage, wie immer ältere Menschen bestens betreut werden könnten, und das im besten Fall zu Hause – ein Thema, das die Wissenschaft noch sehr lange beschäftigen werde.
Noch viele weitere Beiträge gab es bis in den Nachmittag hinein, sowohl von deutschen als auch von chinesischen Wissenschaftlern – und natürlich blieb immer noch einiges an Zeit übrig, damit sich die Teilnehmer des dritten TCM-Forums auch abseits der Beiträge fachlich austauschen konnten, damit die Traditionelle Chinesische Medizin als auch die westliche Schulmedizin sich immer weiter für langhaltende Gesundheit verbinden können.
