Hackerangriff auf Rengschburger Herzen: Vorsitzender Arno Birkenfelder hegt bestimmten Verdacht

Von Tino Lex · 28. Oktober 2024 um 11:00

Der Regensburger Verein Rengschburger Herzen ist immer wieder mit Hackerangriffen konfrontiert. Vorsitzender Arno Birkenfelder ärgert sich sehr darüber: „Das ist eine Sauerei.“

„In letzter Zeit wird immer wieder versucht, unsere Passwörter zu hacken, um an unsere Social Media-Accounts zu gelangen und diese dann abzuschalten oder für die Freischaltung sehr viel Geld zu verlangen“, wettert Arno Birkenfelder, Gründer und erster Vorsitzender des Vereins Rengschburger Herzen. Man muss wissen, dass die Homepage oder auch der Internetauftritt des Vereins einer der meistbesuchten Seiten im Internet bezogen auf die Region ist. „Allein im letzten Jahr hatten wir über zwei Millionen Aufrufe. Die meisten Posts, die wir absetzen, haben zwischen 25.000 und 30.000 Views und unendlich viele Likes. Das hätten andere auch gern“, mutmaßt Birkenfelder.

Kein Zugang mehr zur Seite

Deshalb wird quasi „rund um die Uhr“ versucht, den Zugang zu hacken. In der letzten Woche hatte der Verein teilweise keinen Zugang mehr zu seinen eigenen Seiten. „Das ist eine Sauerei“, poltert der Vereinsvorsitzende, der nun die Nase gestrichen voll zu haben scheint.

Tom Axinger, der IT-Spezialist des Vereins erklärt: „Passwörter sind für die meisten Menschen das Mittel der Wahl, um den Zugang zu verifizieren, daher ist es für Hacker attraktiv, das Passwort eines Ziels herauszufinden. Zu diesem Zweck können verschiedene Methoden eingesetzt werden. Ein Angreifer kann entweder das Passwort selbst finden, einen Insider bezahlen oder es kann auch ein ehemaliges Mitglied sein.“

Ein Angreifer könne auch versuchen, Netzwerkübertragungen abzufangen, um Passwörter abzugreifen, die vom Netzwerk nicht verschlüsselt werden. Er kann Social Engineering einsetzen, um sein Ziel davon zu überzeugen, sein Passwort einzugeben, um ein scheinbar „wichtiges“ Problem zu lösen. Die Möglichkeiten der Hacker sind unendlich. Doch Birkenfelder hegt hier einen schlimmen Verdacht: Bedrohungen durch Insider! Er glaubt die Hacker oder zumindest deren Auftraggeber zu kennen. Manchmal kommen die gefährlichsten Akteure aus dem eigenen Unternehmen oder Verein. „Personen innerhalb eines Unternehmens oder ehemalige Mitglieder eines Vereins stellen eine besondere Gefahr dar, da sie in der Regel Zugang zu einer Vielzahl von Systemen und in einigen Fällen Administratorrechte haben, die es ihnen ermöglichen, kritische Änderungen am System oder dessen Sicherheitsrichtlinien vorzunehmen“, so Axinger.

Mittels MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung), auch Multifaktor-Authentisierung, ist eine Verallgemeinerung der Zwei-Faktor-Authentisierung, bei der die Zugangsberechtigung durch mehrere unabhängige Merkmale (Faktoren) überprüft wird. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat in seinen IT-Grundschutzkatalogen auch Empfehlungen zur Multi-Faktor-Authentisierung für Cloudanwendungen herausgegeben. Mit dieser Methode könnten zwar nicht alle Angriffe verhindert werden, sie mache es aber einfacher, festzustellen, wer hinter einem Angriff bzw. einem versuchten Angriff steckt, insbesondere, weil nur relativ wenigen Personen überhaupt Zugang zu sensiblen Bereichen gewährt wird. Infolgedessen kann diese Strategie der Zugangsbeschränkung auch abschreckend wirken. Cyber-Kriminelle innerhalb eines Unternehmens wissen, dass es aufgrund des relativ kleinen Pools potenzieller Verdächtiger einfach ist, den Täter zu ermitteln.

Daten gehen an Polizei

„Wir vermuten hinter den gezielten Angriffen bestimmte Personen und haben diese auch bereits im Visier. Auf jeden Fall werden wir das Ganze nicht auf sich beruhen lassen“, gibt sich Birkenfelder kämpferisch. Sofern die Hacker ermittelt sind, gehen die Daten an die Kriminalpolizei und diese soll sich dann um diese „schlimmen Finger“ kümmern, so Birkenfelder. „Mehrere Social Media-Accounts des Vereins sollten gehackt und übernommen werden. Dank unseres schnellen Handelns konnten wir Schlimmeres verhindern. Wir haben uns somit erfolgreich gegen die bösartigen Versuche gewehrt“, so Tom Axinger.