Abensberg lässt Kexi weiter in der Garage

Noch steht nicht fest, ob und in welcher Form einmal Kexi-Busse in der Abensberger Kernstadt unterwegs sein werden. Jetzt hat der Stadtrat die Einführung des Systems unter den derzeitigen Rahmenbedingungen abgelehnt. Weiter sind Alternativen möglich.
Den Mitgliedern des Abensberger Stadtrates ist es derzeit schlichtweg zu teuer, das Kexi-System für die Kernstadt jetzt auf die Straße zu bringen. Niemand wollte am Donnerstagabend dafür stimmen. Bürgermeister Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) berichtete, dass die Einführung wegen geringerer Fördergelder die Stadt 500.000 Euro mehr kosten würde als ursprünglich gedacht. Und das jährliche Defizit für die Kommune belaufe sich nach seinen Worten auf 300.000 Euro.
Ganz beerdigen wolle man das Thema aber nicht. Einstimmig beschloss der Rat, den bestehenden Arbeitskreis Fahrrad zu einem Arbeitskreis Mobilität auszuweiten. Der solle nach Lösungsmöglichkeiten suchen, um die Kosten für die Kommune zu verringern. So schlug Bastian Bohn (CSU) beispielsweise vor, die Fahrzeiten zu verringern. Das derzeit vorliegende Konzept sehe Einsatzzeiten von Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr vor. Würde man den Kexi nur von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr fahren lassen, würde das schon Geld sparen.
Alternativen weiter im Blick
Der Arbeitskreis könnte sich nach den Worten von Resch aber auch mit Alternativen auseinandersetzen. Im Blick habe er dabei die Firma Baumer, deren Kleinbusse den Schulbusbetrieb für die Förderschulen in Händen hat. In seinen Augen sei da eine Kooperation möglich, um alle Bürger mitfahren zu lassen.
Richard Zieglmeier (Grüne) erinnerte an die Pläne eines Bürgerbusses. Den hatte vor einigen Monaten unter anderem der Bürgermeister ins Spiel gebracht. Möglich wäre demnach, dass die Kommune Fahrzeuge anschaffe, die dann eventuell von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert werden.
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Zu Beginn der Sitzung berichtete Resch, dass er sich selbst vor einigen Wochen ans Landratsamt wandte, um schnell das Kexi-System einzuführen. In seinen Augen wäre das ein gangbarer Weg, während der Bauzeit der neuen Abensbrücke die Aumühle sinnvoll per öffentlichem Nahverkehr an den Rest der Stadt anzubinden. Allerdings seien die derzeit geltenden finanziellen Rahmenbedingungen für Abensberg einfach nicht darstellbar. Bohn stellte das ebenso fest: Die Diskussionsgrundlage sei zu Beginn eine andere gewesen.
Stimmen für das System
Kommunen, die den Kexi früher eingeführt haben, bekämen noch höhere Förderungen. Trotzdem solle man laut Bohn das Thema weiter verfolgen: „Ich sehe schon weiter Potential. Allerdings können wir uns ein Rund-um-sorglos-Paket nicht leisten.“ Ähnlich sieht es Niklas Neumeyer (CSU): „Wir müssen da den Fuß reinbekommen, denn Mobilität ist ein Thema der Zukunft.“ Simon Steber (Junge Liste) betonte, dass alle anderen großen Kommunen im Kreis Kexi-Busse fahren lassen. Er appellierte daran, einen Mittelweg für die Senioren und Kinder der Kommune zu finden. Warte man zu lange, werde es gar keine Fördergelder geben.
Neumeyer sieht auf alle Fälle Potential in Abensberg, sprach von 6000 Beschäftigten und über 3000 Schülerinnen und Schülern als potentielle Fahrgäste. Wobei einige Stimmen anmerkten, dass Jugendliche, die nicht au den Schulbus warten wollen und deshalb ein Kexi buchen, nicht die eigentliche Klientel seien, um die es gehe.
„Sicher ist es das Ziel, so viel öffentlichen Nahverkehr wie möglich zu haben“, sagte Claudia Ziegler (SPD). Allerdings müsse man auch die Finanzen im Blick behalten. Von Reinhard Handschuh kamen kritische Töne: „Ich tue mich mit dem Kexi schwer.“ Immer wieder würden neue Zahlen auf den Tisch kommen.
Die derzeitigen Rahmenbedingungen für Kexi
Nach dem derzeitig möglichen Modell würde laut Bürgermeister Bernhard Resch die Stadt die Verantwortung für den Betrieb übernehmen, wobei der Landkreis die externe Verkehrsplanung in Händen hätte. Der Landkreis würde die erforderlichen Fahrzeuge beschaffen und das Personal rekrutieren, das direkt bei der Kommune angestellt wäre. Darüber hinaus würde der Landkreis sämtliche operative Aufgaben, die mit der Durchführung des Betriebs verbunden sind, übernehmen.
Alle Ausgaben, die unmittelbar mit dem Betrieb der Kexi-Busse in Zusammenhang stehen, müsste die Stadt Abensberg tragen. Das beträfe nach seinen Worten unter anderem die Personalkosten für das Fahrpersonal, die Kosten für Kraftfahrzeugversicherung und -steuern, Wartungs- und Reparaturkosten sowie die Beschaffung und Finanzierung der Fahrzeuge.