Das Seniorenheim Cham läuft blendend, aber es tickt eine Zeitbombe

Die Bürgerspitalstiftung und damit der Betrieb des Seniorenheimes St. Michael standen im Fokus des Stadtrates. Es habe 1,56 Millionen Euro Gewinn gegeben, so Bürgermeister Stoiber. Allerdings sei ein Großteil dieses Betrages durch den Verkauf des Seniorenheim-Grundstückes an die Stadt entstanden.
Heimleiterin Monika Lobmeier stellte fest, dass der Heimbetrieb auch mit 198 000 Euro Plus abgeschlossen habe. Es habe 20023 insgesamt 97 Prozent Auslastung gegeben und heuer 99,7 Prozent. Dafür brauche es jedoch gutes Personal. Insbesondere, weil der Neubau den Heimbetrieb vergrößere.
Es gebe viele Bewerbungen von Hilfskräften. Meist aus dem Ausland. Die Fachkraftquote liege derzeit bei 43 Prozent. „Diese Leute brauchen wir“, so Lobmeier. Nun versuche man es mit professionellem Personal-Recruiting. Aktuell seien 32 Mitarbeiter ohne deutschen Hintergrund – ein Drittel des gesamten Personals. Es gebe sechs Auszubildende. Das Problem des Fachpersonals gebe es überall. „Aber das beruhigt mich nicht“, so die Heimleiterin.
Doppelbelastung durch Neubau
Bürgermeister Stoiber sprach von einer außergewöhnlichen Leistung von Heimleitung und Personal. Das wichtigste Thema sei derzeit tatsächlich die Fachkräftegewinnung. Sechs Azubis seien ein richtiger Weg. Er hoffe darauf, dass der neue und moderne Bau auch zu Bewerbungen führen werde. Im Spätsommer 2025 sei der Umzug geplant. „Wir werden das Personal behalten, auch wenn wir vorübergehend durch den Umzug kleiner werden“, so Stoiber.
Eine weitere Wahrheit sei, dass die Heimunterbringung bei 60 Prozent der Pflegebedürftigen bezuschusst werden müsse. „Auch bei uns werden die Unterbringungskosten höher sein. Zum einen, weil wir investiert haben, zum anderen, weil die Personaltarife steigen“, so Stoiber. Doch die Stadt habe Prioritäten gesetzt und eine Unterbringung für ihre Bürger schaffen wollen. Er wisse aber, dass der Bau für die Mitarbeiter eine Doppelbelastung darstelle. Die Überschüsse aus dem Heimbetrieb fließen in die Finanzierung des Neubaus.
Immer öfter Sozialhilfe für Heimplätze
Stadträtin Claudia Zimmermann fragte nach der Entwicklung bei den Selbstzahlern im Chamer Heim. Lobmeier antwortete, 2022 seien von 88 Bewohnern 14 bezuschusst worden, 2023 waren es 17 und 2024 waren es 22 Bewohner.