„Volles Haus bei Bürgerversammlung“: Von Fibres-Insolvenz bis Sanierung der Regensburger Straße

Von Beate Weigert · 25. Oktober 2024 um 05:00

Viele Kelheimer wollten am Mittwochabend „live“ hören, was sich bei den großen und kleinen Themen in der Kreisstadt tut.

„Vor vollem Haus“ informierte Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger Mittwochabend bei der Bürgerversammlung im Gasthof Frischeisen in Affecking über Zahlen und Projekte. Schwerpunkte waren die weitere Sanierung der Regensburger Straße, die Fibres-Insolvenz, neue Kindergärten, (sozialer) Wohnungsbau und Affeckinger Themen.

• Regensburger Straße: Zur Sanierung der Hauptverkehrsader ging es um Naheliegendes, aber auch um das „große Ganze“. Klar ist, dass 2025 der zweite Abschnitt – von der Kosik-Abzweigung bis kurz vor dem Kreisel bei der Europabrücke an die Reihe kommt. Er soll in vier Etappen abgearbeitet werden, damit die zwei Tankstellen und das Möbelhaus einspurig anfahrbar seien. Pfarrer Franz Pfeffer fragte sich, wie und wann der dritte Abschnitt, in dem sich die Kirche Hl. Kreuz samt Kita befinden, angedacht sei. Insbesondere, wie dann das tägliche Bringen und Holen der 112 Kinder funktionieren solle. Ja, das habe man auf dem Schirm, so Schweiger. Bei der Planung werden Pfarrei samt Kita „wie eine Firma“ betrachtet. Alternative Zufahrten würden geschaffen.

Mutmaßlich werde 2026 ein Jahr Pause sein, bevor dann 2027 erneut Sparten verlegt werden und 2028 wieder gebaut werde. Jedoch könnte sich eine Abweichung ergeben. Denn auch die Brücke über die B16 müsse in den kommenden Jahren erneuert werden, unter Sperrung der Abfahrt. Dann werde es sinnvoll sein, zeitgleich den Abschnitt bis zur Abensberger Straße zu sanieren, sagte Schweiger. Sprich eventuell werde nach dem zweiten Abschnitt der vierte vorgezogen.

Ein Bürger wollte wissen, bis wann die gesamte Regensburger Straße fertig saniert sein werde. Bis 2030 soll es laut Schweiger soweit sein.

Neben viel Zukunft ging es auch um die Gegenwart. Die Situation in diesem Jahr sei „unmöglich“ gewesen, kritisierte Schweiger. Lange Zeit sei die Ampel gestanden, „obwohl keiner gearbeitet hat“. Die Probleme hätten sich auf Vodafone bezogen. Mancher Anwohner habe mittlerweile zwar wieder Telefon, aber immer noch kein TV-Programm. Viel Kritik fiel auf Stadt und Stadtwerke, obwohl diese nichts mit den Problemen zu tun hatten.

• Kelheim Fibres: Für die Mitarbeiter sei die Insolvenz der Kelheim Fibres (KF) „eine Katastrophe, ein Schock“, so Schweiger. Auch wenn diese in den vergangenen Monaten eine wahrscheinliche Variante gewesen sei, sei sie für die Stadt „nicht absehbar gewesen“. Die „insolvenzsicheren“ Grundstückskäufe (VfL) hätten Kelheims größtem Arbeitgeber Luft verschafft. Die Stadt wolle KF weiter unterstützen, „wie wir können“, bekannte Schweiger. Entscheidend sei, dass das Insolvenzverfahren in Eigenregie stattfinde. Natürlich brauche es Veränderungen. „Ich hoffe, dass wir am Ende mit zwei blauen Augen davonkommen.“ KF sei ein gefragter, aber auch ein „sehr energiehungriger“ Faser-Produzent. Schweiger hofft, dass die „große Politik“ vielen Worten zur Unterstützung der Wirtschaft Taten Folgen lasse.

• VfL-Gelände: Seit dem Kauf des VfL-Grunds arbeitet die Stadt am Bebauungsplan für das gesamte, auch angrenzende Areal. Der Kauf ermögliche nicht nur ein Gewerbe- und Mischgebiet. Südwestlich des KF-Parkplatzes biete sich an der Abensberger Straße auch die Möglichkeit für einen Neubau des Affeckinger Feuerwehrhauses. In der Planung sei eine „großzügige Fläche“ vorgesehen. Da am bisherigen Ort neu bauen „keinen Sinn“ mache.

• Kindergärten: Dass die Kreisstadt weitere Betreuungsplätze für seine jüngsten Bürger benötigt, ist unbestritten. Noch in 2024 soll laut Schweiger die Planung zum neuen viergruppigen Kindergarten am Weinbergweg anlaufen. Aktuell fänden sich die Ausschreibungen für Planer und Architekt im Vergabeverfahren. Baubeginn könnte laut Präsentation bis Ende 2025 sein. Auch in Hohenpfahl-West soll ein neuer zweigruppiger Kindergarten entstehen, der das Profil Inklusion bekommen soll.

• (Sozialer) Wohnungsbau: Auch der im neuen Baugebiet an der Kelheimwinzerstraße/Weinbergweg geplante Bau mit Sozialwohnungen soll 2025 starten. Im zweiten neuen Bauareal in Hohenpfahl-West will die Stadtbau laut Schweiger selbst bezahlbare Einfamilienhäuser für Familien errichten. Baubeginn könnte hier bis Ende 2025/26 sein.

• Affecking: Von Seiten des SC Kelheim wie auch von Landwirten stellte sich die Frage, wie lange die Bauarbeiten an Stromleitung und Co. für den neuen Thaldorfer PV-Park der Firma Anumar noch dauern werden. Schon lange nehme man Behinderungen und „kaputte Wege“ in Kauf. Die Stadt werde nachhaken, versprach Schweiger. Klar sei, dass der Bauherr alle Wege wiederherstellen müsse.

Der Stadtteil Affecking soll wieder ein Bushäuschen bekommen, so Schweiger auf Nachfrage. Der Standort sei noch vom Bauamt mit Bürgern, denen Grund entlang der Regensburger Straße gehört, absprechen.

Baustelle(n) vor dem Mittertor

Neu: In der Alleestraße wurde ein barrierefreier Bushalt gebaut. Für einen zweiten Zebrastreifen gebe es keine Hoffnung, so Schweiger auf Nachfrage. Heute würden Querungshilfen gebaut. Dafür fehle an der Stelle aber der Platz.

Baustelle: Aktuell wird an der Alleestraße dort auf Höhe Mittertor wieder gebaut. Bis 8. November führen die Stadtwerke Tiefbauarbeiten durch. Das Tor ist gesperrt.