Aktives Neumarkt zeigt neue Ideen für eine Innenstadt, in die Menschen gerne gehen

Wie schafft man es, dass die Menschen gerne in die Innenstadt kommen? Diese Frage stellt sich seit 15 Jahren der Verein Aktives Neumarkt und versucht, Antworten zu geben. Aus Anlass des Jubiläums blickte man auf Beispiele aus anderen Städten und Citymanager Christian Eisner erklärte, was er davon haben möchte.
Fashion Star, Nacht der Sinne, Weihnachtsmarkt, Wochenmarkt, Pop-up-Stores, Altstadtsommer und vieles mehr: Die Liste dessen, was Aktives Neumarkt ersonnen und organisiert hat, ist lang. Dafür dankte OB Markus Ochsenkühn für die Stadt, ohne deren Hilfe aber vieles nicht möglich wäre.
Das ging auch aus dem Rückblick hervor, den Eisner im Schnelldurchlauf präsentierte. „Auf der Autobahn schaut man erst in den Rückspiegel, bevor man zum Überholen ansetzt“, moderierte er den Rückblick an, der entsprechend im Vergleich zum Ausblick schmal ausfiel. Lieber schaut der Verein nach vorne und auf das, was die Innenstadt attraktiv hält.
Was die Aufgabe von Stadtmarketing ist
Impulse dazu holt sich Eisner unter anderem bei seinen Kollegen in anderen Städten. Klaus Stieringer ist Chef von deren Berufsverband in Bayern. Zugleich hat er mehr als 20 Jahre Erfahrung im Stadtmarketing von Bamberg. In Neumarkt blickte er auf den Kern der Aufgabe, der sich Aktives Neumarkt und Stadtmarketing generell stellen.
„Stadtmarketing hat die Aufgabe, Städte für junge Menschen sexy zu machen und für Ältere interessant – und das zu jeder Zeit“, sagte Stieringer. Das steht im Zeichen, dass die Menschen aktuell eher verhalten Geld ausgeben und die Digitalisierung, allen voran der Online-Handel, den Städten einen Wandel auferlegt.
Wie aber mit der Herausforderung umgehen? „Es geht darum, Begegnungs- und Erlebnisräume zu schaffen, damit Menschen die digitalen Bahnen verlassen und da hingehen, wo Kommunikation noch leibhaftig stattfindet“, sagte Stieringer, der auch eines betonte: Der Versuch, Städte attraktiv zu halten, vertrage sich nicht mit Maximalpositionen.
Es brauche Kompromisse, um die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen anzusprechen. Als Beispiel nannte er die Erreichbarkeit von Innenstädten mit dem Auto: Pragmatisch ist es aus seiner Sicht weder Autos komplett auszusperren, noch ihnen komplett Zugang zu gewähren.
„Ihr macht das in Neumarkt schon sehr gut“, bewertete Stieringer die Arbeit von Aktives Neumarkt. Damit das so bleibt, braucht es auch künftig Innovation. Was das sein könnte, zeigte sich beispielhaft im weiteren Verlauf des Abends.
Leer stehender Laden wird zum Fahrradparkhaus
Zunächst erklärte die Firma Tobit, wie mit Software Angebote einer Stadt unter einem Dach gebündelt werden können. Mit dem Smartphone ließen sich so Angebote der Verwaltung ebenso nutzen wie Hotels buchen, Parkplätze bezahlen, Fahrräder leihen und vieles mehr.
Eisner zeigte im Anschluss Beispiele für Ideen aus anderen Städten. Darunter war ein aufbaubarer Brunnen, der im Sommer kühlt und zum Spielen einlädt. Ein leer stehendes Geschäft, das inzwischen ein Fahrradparkhaus ist. Eine Bühne an wechselnden Orten, auf der Jedermann auftreten kann. Geschäfte, in denen digitale Berater Kunden beraten. Besonders gefiel Eisner für seine Arbeit eine Technologie, die Besucherströme genauer misst als bislang.
An dieser Stelle sagte Eisner: „Das will ich auch haben“. Ansonsten sei nicht bei allem der Anspruch: „Das brauchen wir auch“. Oder wie Stieringer sagte: „Man muss nicht immer der Erste sein, aber man muss Entwicklungen verstehen“.

