Acht Millionen Euro für die Kita: Berching treibt Planung für neue Einrichtung voran

Von Bernhard Neumayer · 24. Oktober 2024 um 05:00

Soll die neue Kita aus Holz oder Beton gebaut werden? Das war die Kernfrage, mit der sich der Berchinger Stadtrat am Dienstag beschäftigte. An den grundsätzlichen Plänen, die der Architekt vorstellte, ändert diese Entscheidung zwar nichts – an den Kosten jedoch erheblich.

Zahlreiche Kindertagesstätten im Landkreis Neumarkt wurden in den vergangenen Jahren überwiegend mit Holz gebaut. Die neue Einrichtung im Berchinger Süden soll dagegen in Massivbauweise entstehen – obwohl einige Stadträte die Variante aus Holz grundsätzlich bevorzugen.

Doch ausschlaggebend war für die Mehrheit in der Sitzung am Dienstagabend vor allem das Geld. Architekt Jonathan Schmidt, geschäftsführender Gesellschafter der Raith Architekten GmbH aus Kelheim, hatte zuvor die Kosten der beiden Optionen gegenübergestellt.

Holzbau oder Massivbau: Architekt stellt Kosten gegenüber

Seinen Schätzungen zufolge kommt der Stadt Berching die Massivbauweise um eine halbe Million Euro günstiger als die Holzbauweise. Für die hölzerne Variante würden nach aktueller Schätzung – ohne Vor- und Stellplatz – knapp acht Millionen Euro fällig. Bei der Massivbauweise aus Beton oder einem Mauerwerk kommt der Architekt gerundet auf 7,5 Millionen Euro. Zählt man den Vorplatz inklusive die dazugehörigen Nebenkosten dazu, rechnet das Büro mit 8,65 Millionen Euro bei der Holzbauweise und 8,15 Millionen Euro bei der Massivbauweise. Mögliche Preissteigerungen kämen noch auf die Summe darauf, informierte der Architekt.

Die Stadt Berching muss sparen

„Ich bin hin- und hergerissen“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Einerseits müsse die Stadt – vor allem wegen der Schule – sparen. Andererseits sei die Holzbauweise ökologischer.

Josef Leidl (CSU) machte klar, dass die Stadt den Gürtel enger schnallen müsse: „Wir müssen günstig und zweckmäßig bauen.“ Fraktionskollege Manfred Rackl brachte eine Hybridlösung ins Spiel. Das Erdgeschoss könnte man nach der Massivbauweise errichten, das Obergeschoss aus Holz. Damit könnten sich auch Leidl und Andreas Höffler anfreunden, wie ihren Aussagen zu entnehmen war. Bei der späteren Abstimmung wurde diese Alternative aber nicht mehr berücksichtigt.

Zwei Stadträte sprachen die Nähe zur Sulz an. Denn die Einrichtung an der Südtangente entsteht neben den neuen Wohngebäuden an den Sulzauen, nahe der Tennisplätze. „Die Nähe zum Wasser sollten wir bedenken“, forderte Achim Christl (CSU). Auch Dietmar Zeller bereitete die feuchte Gegend Bauchschmerzen, wie er sagte. „Ich bin deshalb bei der Massivbauweise.“

Neue Kita an der Südtangente Berching: Sechs Gruppen sind geplant

Bevor der Stadtrat darüber abstimmte, hatte Schmidt präsentiert, wie sich das Architekturbüro das neue Gebäude vorstellt. Zwei Stockwerke, ohne Keller, Fußbodenheizung (Nahwärmenetz), zentrale Lüftungsanlage, Satteldach, darauf PV-Module. Im Erdgeschoss der sechsgruppigen Einrichtung soll die Krippe ihren Platz finden. Drei Gruppen- und Ruheräume sind geplant. Darüber hinaus sind im Erdgeschoss Garderoben, Personalräume, Toiletten und Technikfläche vorgesehen.

Über das Treppenhaus, den Aufzug oder über eine Außentreppe (zugleich Fluchtweg) gelangt man in den ersten Stock. Dort soll der Kindergarten Platz finden. Im Obergeschoss befinden sich neben drei Gruppen- und Nebenräumen auch der Speisesaal, die Küche und der Vorratsraum. Außerdem plant der Architekt in diesem Stockwerk Sanitärbereiche sowie Therapie- und Mehrzweckraum.

Die Planung fanden Bürgermeister und Stellvertreter Christian Meissner sehr gelungen: gerader Baukörper, schlicht, einfach, zweckmäßig. Und obwohl Meissner eine Holzbaufirma führt, sprach er sich schweren Herzens für die massive Bauweise aus – aus Kostengründen.

Letztlich stimmte auch die Mehrheit des Gremiums (14:5) für die Massivbauweise. Bis Ende des Jahres will das Architektenbüro nun eine detaillierte Planung vorlegen, im Januar soll der Förderantrag eingereicht werden. Läuft alles glatt, könnte der Bau im Herbst 2025 starten, zeigte Schmidt auf.