Fahrradklimatest: Noch sind Teilnehmer gesucht, die gerne ihre Stadt „erradeln“ und Anregungen geben

Von Lucia Pirkl · 24. Oktober 2024 um 05:00

Wie fahrradfreundlich ist die jeweilige Kommune? Radler können wieder ihre Stadt bewerten, und zwar im Rahmen einer Umfrage des ADFC. Die Anregungen sind auch für die Arbeitsgruppe Fahrradverkehr der Stadt Abensberg wertvoll.

In Holland haben Radler häufig Vorfahrt, in Dänemark ebenso. Deutschland ist nach wie vor Land der Autofahrer. Eine gute Infrastruktur für Radler könnte helfen, das zu ändern. Die Mobilitätswende liegt auch dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, kurz ADFC, am Herzen. Und deshalb gibt es alle zwei Jahre den Fahrradklimatest. Damit will man herausfinden, wie fahrradfreundlich Radler ihren Heimatort finden und wo es noch hapert. Der Test zeigt, wie zufrieden sie mit den Bedingungen vor Ort sind, ob das Radeln vor Ort Spaß macht oder ob es zu stressig ist.

Abgefragt wird unter anderem die Sicherheit und der Komfort beim Radfahren, die Infrastruktur für den Radverkehr und wie stark der Radverkehr vor Ort gefördert wird. Auch ob Fahrräder sicher im öffentlichen Raum geparkt werden können, wie die Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr klappt oder ob in ihren Kommunen für das Radfahren geworben wird, fließt in den ADFC-Fahrradklima-Test mit ein.

Für Abensberg interessant

Die Ergebnisse sind für Kommunen eine Orientierungshilfe. Sie können aus ihnen auch herauslesen, wie es um den Radverkehr in anderen Kommunen steht. Das Ergebnis wird immer im April des Folgejahres bekannt gegeben.

Als Leiter der Abensberger AG Fahrradverkehr, die aus allen Stadtratsfraktionen besteht, nimmt auch Richard Zieglmeier, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat, die Anregungen gerne auf.

Im letzten Fahrradklimatest hatten die Fahrradfahrer die Stadt lediglich mit „ausreichend“ bewertet (wir berichteten). Dass Geh- und Radwege gemeinsam genutzt würden, oft einfach endeten, dass Verbindungen in die Ortsteile fehlten oder auch Beschilderungen nicht vorhanden seien, ärgerte die Radler.

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Freilich ist seitdem Einiges geschehen, sind Maßnahmen, die damals schon in Planung waren, abgeschlossen. Zwischen Arnhofen und Pullach läuft jetzt der Radweg entlang der Straße und ist zudem beleuchtet. Beleuchtet ist auch der gut ausgebaute Radweg nach Sandharlanden – mit Lampen, die heller werden, sobald sich der Radler nähert und danach wieder runterdimmen. Der Radweg nach Offenstetten wäre als nächster mit einer Beleuchtung an der Reihe.

Schwierig, gar gefährlich sei es für Radler nach wie vor etwa beispielsweise bei der Schreinerei Hofbauer, wo der Radweg vom BBW kommend plötzlich endet. Hier hätte sich Zieglmeier eine Querungshilfe gewünscht. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, sei eigentlich das Landratsamt gefordert. Das wiederum habe, laut Zieglmeier, signalisiert, dass man das anderweitig regeln müsse, sie da nicht tätig werden würden. Das Areal rund um den Bahnhof – gewünscht ist hier etwa eine Sammelschließanlage oder eine Unterführung an der Traubenstraße – werde sich mit der geplanten Park- and- Ride-Anlage verändern, ist Zieglmeier überzeugt. Die soll ab 2025 kommen.

Große Hoffnungen setzt Zieglmeier indes in das Straßenverkehrsgesetz beziehungsweise in die Straßenverkehrsordnung, die beide reformiert worden seien. Er rechnet damit, dass sich, sobald die Behörden vor Ort dazu Vorgaben erhielten, einige Dinge auch in Abensberg leichter umsetzen ließen. Vor allem, was den fließenden Verkehr betrifft, aber auch etwa das Installieren von Fahrradeinstellplätzen, das Markieren von Fahrradstraßen, das Verwenden von Piktogrammen erleichtere die Gesetzesänderung vielleicht mehr als bisher, so seine Hoffnung. Auch die Ausweitung von Tempo-30-Zonen in sensiblen Bereichen, etwa vor Altersheimen, Kindergärten oder Schulen, könne jetzt eventuell einfacher werden.

Andere Dinge lassen sich nach wie vor vor Ort am Besten mit Beharrlichkeit verändern. Zieglmeier will beispielsweise im Blick behalten, ob beim Friedhof auf der Ostseite noch Fahrradständer angebracht werden, „ da stehen die Räder immer wie Kraut und Rüben“.

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Und beim Kreisverkehr beim Kuchlbauer-Logistikzentrum habe seine Gruppe darauf hingewirkt, den breiten Teil des Kreisverkehrs, der bisher mit Stufen durchbrochen war, für Radler abzuflachen. „Es geht weiter, aber mitunter ist es zäh“, sagt Zieglmeier. Am 7. November trifft sich die Arbeitsgruppe Fahrradverkehr der Stadt Abensberg wieder.

Aber schon zuvor können Interessierte am Fahrradklimatest teilnehmen.

Noch bis 30. November mitbestimmen:

Mitmachen: Auch heuer werden Radler wieder dazu aufgerufen, sich am Fahrradklimatest des ADFC zu beteiligen. Ausgewertet wird aber nur, wenn pro Stadt mindestens 50 Teilnehmer an der Online-Umfrage teilnehmen. Bis 30. November ist das möglich und zwar auf der Homepage https://fahrradklima-test.adfc.de/.

Wissenswertes: Noch mehr Informationen zum ADFC gibt es online auf https://www.adfc.de/.