Es erklingt Lob aus Heiligenstadt für die Kommune

Immer wieder wurde in der Vergangenheit Kritik laut an der Verkehrssituation im Neustädter Ortsteil Heiligenstadt – nicht zuletzt bei den jährlichen Bürgerversammlungen. Vor allem wurde moniert, dass zu schnell durch den Ort gefahren werde. Jetzt hat sich etwas getan.
„Die Raserei durch Heiligenstadt hat ein Ende“, freut sich Franz Brunner, der am Ortsausgang Richtung Deisenhofen wohnt. Es sei jetzt einmal dahingestellt, ob das wirklich ausnahmslos gilt. Aber seit am Straßenrand seit Kurzem auf Höhe Hausnummer 23 eine fest installierte Tempomessanlage zu finden ist, hat sich die Situation nach den Worten des Heiligenstädters geändert.
Im Gespräch mit dieser Zeitung beschreibt Brunner die Situation. Die Fahrbahnen nach Heiligenstadt hinein seien vielbefahrene Strecken auf Neustädter Gebiet. Er spricht von tausend Fahrzeugen täglich, die laut mehrerer Verkehrszählungen dort unterwegs seien. Bürgermeister Thomas Memmel sprach in der jüngsten Bürgerversammlung sogar von 1300 Fahrzeugen. Viele davon seien bisher deutlich zu schnell gewesen und hätten sich zudem um die Verkehrsführung nichts geschert.
Geradeaus statt um die Kurve
Am Ortsausgang befindet sich ein Fahrbahnteiler. An dem vorbei führt die Fahrbahn in gerader Linie aus Heiligenstadt hinaus. Autofahrer, die in der Gegenrichtung unterwegs sind, müssen eigentlich beim Fahrbahnteiler eine Kurve fahren.
„Viele sind da oft einfach auf die Gegenfahrbahn, um gerade fahren zu können“, schimpft Brunner. Auf diese Weise mussten sie nicht vom Gas gehen und bremsen. Dazu sei immer wieder Lärm gekommen, der entstand, als die Fahrzeuge über Pflastersteine fuhren, die das Bankett neben der Straße befestigen sollen.
Mit all dem scheint es jetzt ein Ende zu haben. Laut Anwohner Brunner würden die roten Ziffern, welche den Autofahrern eine Geschwindigkeit über den erlaubten 50 Stundenkilometern anzeigen, ihre Wirkung nicht verfehlen. Viele würden reagieren, abbremsen, und dann auch langsam und mit dem erlaubten Tempo weiterfahren. Ähnlich entwickle sich die Situation laut Brunner am anderen Ende von Heiligenstadt, bei dem mittlerweile ebenso eine Tempomessanlage steht.
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Er freut sich, dass die Stadtverwaltung jetzt auf die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger reagiert hat: „Herzlichen Dank an die Kommune.“ Nach Lage der Dinge sieht es auch nicht so aus, als würde der Geschwindigkeitsanzeiger an der Straße aus Richtung Deisenhofen nur für eine gewisse Zeit dort seinen Dienst tun, denn er ist fest im Boden verankert und nicht nur provisorisch befestigt.
Klagen über den Verkehr im kleinen Neustädter Ortsteil gibt es laut Gerhard Karrer, Stadtrat aus Heiligenstadt, seit Jahren. Er findet, es sei die schiere Menge an Fahrzeugen, die Probleme macht. Es gebe aber durchaus Mitbürger im Ort, die über zu schnelles Fahren schimpfen. Karrer ist sich sicher: 80 Prozent der Fahrzeuge werden von Mitmenschen auf dem Weg zur Arbeit oder Touristen mit dem Ziel Bad Gögging gelenkt. Deshalb sei die in seinen Augen einzig mögliche grundsätzliche Problemlösung eine Umgehungsstraße.
Gespräche seit 30 Jahren
Denn für Auswärtige sperren könne man den Ort ja schlecht. Karrer erinnert sich an die Zeit vor etwa 30 Jahren. Damals sei eine Umgehung im Gespräch gewesen, auf der man auf Höhe des heutigen Hotels Monarch den Kurort erreicht hätte.
Mittlerweile habe man eine Lösung, die näher am Ort liegt, im Sinn. Karrer erklärt mit Gespräch mit dieser Zeitung, dass man sich seitens der Dorfbevölkerung vorstellen könne, den Verkehr zwischen Ortsrand und Bahnlinie am Dorf vorbei Richtung Bad Gögging zu führen.
Es gab dazu schon Gespräche mit Bürgermeister Thomas Memmel, der da im Grundsatz mitgehen könne. Allerdings, und da stimmt Karrer dem Rathauschef zu, machen konkreten Planungen erst dann Sinn, wenn man wisse, was genau in Sachen Umgestaltung des nahen Bahnübergangs vorgesehen ist.
Trotzdem habe der Stadtrat schon einmal Kontakt zu Grundstückseigentümern auf der möglichen Umgehungstrasse aufgenommen. Erste Zusagen, Flächen abtreten zu wollen, habe er immerhin schon.