Das MIA in Cham tanzt weiter – auch wenn manches Gerücht über die Tanzfläche wabert

Bis in die Landeshauptstadt München ist das Gerücht gewandert – zu denen, die mit dem MIA Nightclub und der Diskothek Zinnober aufgewachsen und dort sozialisiert worden sind. Nun ist es von dort wieder in Cham gelandet. „Das MIA muss schließen!“, lautet die Nachricht, die aufgeschreckt hat. Wir haben nachgefragt, was dran ist.
Das letzte große Tanz- und Musikdomizil in Cham, der MIA Nightclub im Süden der Stadt, ist mit Elektrofachmarkt und anderen Fachgeschäften und einem Fitnessstudio im großen K+B-Gebäude gegenüber dem Kaufland im Regentalcenter untergebracht.
„Wir kennen das Gerücht“
Das Unternehmen Kappenberger und Braun benötige mehr Lagerfläche, daher werde der auslaufende Mietvertrag mit den Inhabern des MIA nicht verlängert, so die Geschichte, die momentan die Runde macht und manche Chamer Nachteule aufgeschreckt hat.
Der MIA Nightclub müsse den Betrieb beenden, um Platz für K+B-Ware zu machen – aus dem aufregenden Nightclub werde langweilige Lagerfläche. „Wir kennen das Gerücht“, bestätigt Michael Irlbeck, einer der beiden Inhaber des MIA, schon davon gehört zu haben, dass sie schließen müssten. „Da ist nichts dran!“, sagt er.
Er habe zwar die Vertragsdaten nicht im Kopf. Doch soweit er sich erinnere, laufe die Mietdauer sicher noch drei Jahre. An eine kurzfristige Schließung sei überhaupt nicht gedacht. Wie das Gerücht zustande komme, das sei schwierig festzustellen. Er vermute, dass es auch mit der Situation zusammenhänge, dass heute nicht mehr so viele Gäste wie früher ins MIA kämen. Daraus auf das baldige Ende zu schließen, sei falsch.
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„Absoluter Quatsch“, so auch der Kommentar von Vermieter und Firmenchef Josef Kappenberger zum Gerücht der Schließung des MIA wegen Eigenbedarfs. Eher im Gegenteil, so Kappenberger. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Mieter“, stellt er fest. Das Mietverhältnis bleibe sicher bestehen: „Da läuft alles perfekt.“ Man brauche folglich auch keine zusätzlichen Lagerflächen in dem Gebäude für den K+B-Markt. Während der Tanz im MIA Nightclub also weitergeht, ist bereits ein zweites Gerücht in der Spur – auch das ist bekannt bei den Machern und bislang immer dementiert worden: Es soll ein Revival der Diskothek Zinnober in Cham geben.
Neues vom Zinnober
Die gehörte wie auch das MIA zu den Locations der beiden Betreiber Michael Irlbeck und Philipp Lang, hat aber bereits seit knapp einem Jahr geschlossen. Im November 2023 schloss die Disco, die lange Jahre wochenends Hauptanlaufpunkt der Jugend der Stadt und des Landkreises war. Nun wird über eine Wiedereröffnung des Zinnobers in Cham spekuliert. Auch das sei aktuell ein Gerücht und müsse dementiert werden, so Irlbeck. Er gab jedoch zu, dass durchaus schon einmal über eine kurze Wiedereröffnung etwa für eine einmalige Zinnober-Party nachgedacht worden sei, ohne bislang zu einem Ergebnis gekommen zu sein.
Daher bleibe eine solche Wiedereröffnung des Zinnobers am Ende doch nur ein Gerücht. Ganz allgemein leiden Discos und Clubs seit einiger Zeit an zurückgehendem Besucherinteresse. Das hatte auch Clubbetreiber Lang zuletzt erläutert. Das Ausgeh-Verhalten habe sich durch die Digitalisierung weltweit verändert. Die Chance, überall digital andere kennenzulernen, stelle die Clubszene vor neue Herausforderungen. Dem versuche man mit mehr Events, noch besserem Service und einer ansprechende Location zu begegnen.