Kürzung beim Diskobus und Radweg für 1,8 Millionen im Landkreis Cham

Von Johannes Schiedermeier · 21. Oktober 2024 um 15:00

Beim Nachtschwärmer-Konzept muss künftig an der Zahl der Linien gespart werden und an den Zeitfenstern. Das hat der Kreisausschusse für Bau und Verkehr beschlossen. Zustimmung gab es auch für einen Zuschuss für einen 1,8 Millionen Euro teuren Radweg, der durch die Gemeinden Cham, Traitsching und Schorndorf führt.

Die Bahn biete ergänzend derzeit Nachtzüge an und die Busse fahren auf Anforderung, berichtete ÖPNV-Chef Thomas Ederer dem Ausschuss. „Derzeit ist die Auslastung des sogenannten Diskobusses kon-stant, aber die Kosten steigen weiter, so Ederer. „Es ist ein teures Produkt geworden: Es kostet 124 000 Euro im Jahr bei geringen Einnahmen.“ Ederers Vorschlag: Es sei zu befürchten, dass es weitere Kostensteigerungen geben werde und dass man eventuell kaum noch einen Betreiber finden werde.

Man müsse aber eine Fortführung gewährleisten. „Wenn wir alles einstellen, dann stellt in der Folge die DB eventuell auch ihre Nachtzüge ein“, so Ederer. Deswegen sollten Betriebstage gekürzt und die Zeitfenster verkleinert werden. Man solle sich noch stärker auf nachgefragte Zeitlagen konzentrieren. November bis Februar seien die stärksten Monate. Die letzte Fahrt sei zwischen 3 und 5 Uhr die schwächste und deswegen abzuschaffen. „So würden wir mit den bisherigen Mitteln vermutlich auskommen“, rechnet Ederer. „Die Linie hat ihre Vorteile: Jeder, der da drinsitzt, hat auf das Auto verzichtet. Aufgrund des Verhaltens mancher Jugendlicher, ist aber oft schwer ein Fahrer zu finden“, so Landrat Löffler.

Zwischen den Ortschaften Am Pfahl, Penting, Radling und Wilting, soll ein Radweg errichtet werden, berichtete Thomas Böhm, Leiter der Tiefbauabteilung. Die Kommunen Traitsching, Schorndorf und Cham sind daran beteiligt. Landschaftlich sei das sehr schön gelegen, so Löffler. Teilweise bestünden dort schon Radwege. Nun gehe es um den überörtlichen Anschluss. Das betreffe den Landkreis, der sich unter dieser Voraussetzung an der Finanzierung beteilige. Es würden bestehende Wege genutzt und entsprechend ausgebaut und ausgewiesen.

Das koste 1,8 Millionen und sei realistisch mit 80 Prozent vom Freistaat bezuschusst. Die restlichen Kosten werden 60:40 zwischen Kommunen und Landkreis aufgeteilt. Der Ausbau von Feld- und Waldwegen sei aber normalerweise Sache des Landkreises. Deswegen sollten diese Strecken ausgeklammert werden. So wolle der Landkreis seinen Anteil auf 20 Prozent der Kosten reduzieren, was einer Beteiligung von 92 000 Euro entspreche.

Chams Bürgermeister Martin Stoiber erklärte dazu, die Gemeinden seien sich über die Notwendigkeit des Radweges und auch über die Finanzierung einig geworden und hoffe, dass das Projekt 2025 umgesetzt werde. Der Ausschuss stimmte dem zu.

Die Verrechnungssätze für Leistungen der Kreisbauhöfe und der Gärtnerkolonne, so Böhm, seien veraltet. Der Ausschuss beschloss, sie anzugleichen.