Windkraft in Nittenau: Zwei Standorte kommen für Anlagen in Frage

Wo in Nittenau könnten in Zukunft Windräder gebaut werden? Die Stadt hat zwei potenzielle Flächen an den Regionalen Planungsverband gemeldet – für eine davon soll es bald eine Bürgerversammlung geben.
Im Juli hatte der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord beschlossen, den Regionalplan für den Bereich Windenergie neu aufzustellen und Vorranggebiete für Windkraftanlagen auszuweisen. 52 Flächen wurden von den Kommunen im Kreis Schwandorf an den Planungsverband gemeldet – und auch die Stadt Nittenau hat daran einen Anteil.
2.5 Prozent der Gesamtfläche gemeldet
Auf einen Beschluss des Stadtrats hin hat die Verwaltung zwei konkrete Standorte benannt, die in Summe 2,5 Prozent des Nittenauer Gemeindegebiets ausmachen. „Das ist deutlich mehr als gefordert“, kommentierte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) kürzlich im Stadtrat diese Zahl. Denn laut einem Gesetzespaket aus dem Bundestag soll der Freistaat Bayern in den kommenden fünf Jahren mittels Regionalplänen 1,1 Prozent seiner Landesfläche für Windkraftanlagen ausweisen – eine Zahl, die Nittenau übertrifft. Allerdings bleibt die Stadt im Vergleich zu den Zahlen aus der Planungsregion Oberpfalz-Nord mit 2,9 Prozent oder dem Landkreis Schwandorf mit 3,1 Prozent leicht zurück.
Eigentümer haben Interesse bekundet
Eine der beiden von Nittenau gemeldeten Flächen spielte bislang zumindest in der öffentlichen Diskussion keine Rolle – ein rund 17 Hektar großes Waldstück südwestlich von Eckartsreuth. Doch wie kam die Stadt auf diese Fläche, die den Beinamen Dachsbau trägt? Der Eigentümer habe „gegenüber der Stadt Nittenau Interesse bekundet, in den Plänen mit aufgenommen zu werden“, erklärte Rathaussprecherin Alexandra Oppitz auf Nachfrage der Mittelbayerischen.
Eine Meldung der Fläche an den Planungsverband bedeutet aber natürlich nicht automatisch, dass hier tatsächlich bald Windräder in den Himmel wachsen. Für den Dachsbau gibt es aber zumindest schon eine Projektidee. „Es existieren bereits konkrete Pläne, welche der Vorhabenträger bei einer gesonderten Bürgerversammlung in den kommenden Wochen präsentieren wird“, so Oppitz. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.Klar ist jedoch zumindest, dass es sich bei der Fläche um ein Brutrevier des Schwarzstorchs handelt, der durch Windräder in seinem Brutgeschäft „erheblich gestört“ werden würde, wie es im Umweltbericht des Planungsverbands heißt.
Positiver Vorbescheid liegt bereits vor
Einen guten Schritt weiter sind derweil die Pläne für das zweite Gebiet gediehen, das die Stadt Nittenau an den Planungsverband gemeldet hat: Für das rund 244 Hektar große Waldstück am Schwarzer Berg nordöstlich von Meßnerskreith liegt seit Dezember 2023 ein positiver Vorbescheid für den Bau von drei Windrädern vor. Dagegen hatte sich vor allem aus dem Städtedreieck Widerstand unter anderem in Form einer Bürgerinitiative formiert.
Weitere Flächenvorschläge hat die Stadt nicht an den Planungsverband gemeldet. „Da die Stadt Nittenau den erforderlichen Prozentsatz an gemeldeten Windkraftflächen mit diesen beiden Gebieten erfüllt, standen keine weiteren Flächen zur Diskussion“, so Oppitz.
Stellungnahmen sind noch möglich
Der Entwurf des Planungsverbands liegt bis einschließlich 31. Oktober 2024 zur Einsicht aus. Die Unterlagen können von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 11.45 Uhr und 14 bis 15.30 Uhr sowie Freitag von 8.30 bis 11.45 Uhr eingesehen werden – und zwar bei der Regierung der Oberpfalz, Gebäude D, Zimmer 221, Ägidienplatz 1, 93047 Regensburg. Im Netz ist der Entwurf auf www.oberpfalz-nord.de/aktuelles zu finden.
Äußerungen zu den Flächen können noch bis zum 31. Oktober 2024 an den Regionalen Planungsverband Oberpfalz-Nord, Postfach 1260, 92657 Neustadt an der Waldnaab (Mail: rpv@neustadt.de) geschickt werden.
Es handelt sich unter anderem um Gebiete bei Warmersdorf (Bodenwöhr), bei Mappach (Bruck), bei Sonnenried (Schwarzenfeld) und bei Grafenricht (Wackersdorf). Bei diesen Flächen gab es Konflikte mit vorhandenen Fisch- und Seeadler- oder Uhu-Vorkommen.