Grünes Licht für Ausbau der Staatsstraße 2150 bei Rötz: Sechs-Millionen-Projekt startet 2025

Von Thomas Mühlbauer · 18. Oktober 2024 um 19:00

Wenn ein Bürgermeister eine Reihe von Politikern im Sitzungssaal des Rathauses begrüßt und seine einleitenden Worte lauten: „Heute ist ein freudiges Ereignis für eine bedeutende Maßnahme“, dann muss etwas Besonderes passieren. Der Bürgermeister von Rötz, Stefan Spindler, wählte diese Worte, als er Landrat Franz Löffler, MdL Gerhard Hopp und den Leiter Straßenbau des Staatlichen Bauamtes Regensburg Baudirektor Berthold Schneider willkommen hieß.

Denn die Politiker nutzten die Gelegenheit, in einem Pressegespräch über den Ausbau der Staatsstraße 2150 zwischen Rötz und der Landkreisgrenze zu informieren. Immerhin werden auf der 2,3 Kilometer langen Strecke, verteilt auf zwei Jahre Bauzeit (2025/2026) circa sechs Millionen Euro verbaut.

Stefan Spindler rollte Berthold und den beiden Landkreispolitikern förmlich den roten Teppich aus, als er weiter sagte: „Das ist für uns eine wichtige Verbindung nach Regensburg. Wir freuen uns, dass die Planungen nun losgehen. Es ist für die Stadt Rötz eine große Geschichte.“

MdL Hopp machte deutlich, dass diese Verkehrsader die Menschen unbestritten bewege und die Staatsstraße unabdingbar sei für die Infrastruktur im nördlichen Landkreis. Hopp ging auf die Vorgeschichte dieser Straße ein und sagte, dass zur Maßnahme viele Gespräche geführt wurden. „Die Bürger erwarten von uns, dass wir hier vorankommen“, so der Landtagsabgeordnete.

Sechs Millionen Euro Kosten

Im Frühjahr 2025 soll begonnen werden. Die Vorplanungen und die Grundstücksverhandlungen sind mittlerweile abgeschlossen. Auch bei der Finanzierung gibt es positive Signale, so Hopp. Wenn die Baumaßnahme, welche im Jahr 2025 und 2026 unter Vollsperrung durchgezogen werden soll, abgeschlossen ist, werden rund sechs Millionen Euro verbaut worden sein. „Eine gewisse Einschränkung während der Baumaßnahme ist aber nicht vermeidbar“, warb Hopp jetzt schon um entsprechende Geduld der Rötzer Bürger und jener, die die Straße nutzen.

Landrat Franz Löffler machte deutlich, dass die letzten zehn bis zwölf Jahre gerade bei den Staatsstraßen viel passiert sei. Vor allem im nördlichen Landkreis Cham sei dies der Fall, erinnerte der Landkreischef vor allem an die Ortsumfahrungen in Schönthal, Waldmünchen oder auch Rötz.

Die Staatsstraße 2150 bezeichnete Löffler als eine wichtige Verbindung, wenn es darum geht, in Richtung Regensburg und an den weiterführenden überörtlichen Verkehr zu gelangen. „Wir haben viele Hausaufgaben erledigt.“ Zur nun bald startenden Maßnahme von Rötz in Richtung der Landkreisgrenze verdeutlichte Löffler noch einmal den Stellenwert: „Wir bauen nun eine Straße, die nach Fertigstellung auf der Höhe der Zeit ist und dies auch für die nächsten Jahrzehnte sein dürfte. Es ist ein bedeutender Mosaikstein für die Bürger im nördlichen Landkreis.“ So warb Löffler auch darum, den 2,3 Kilometer langen Abschnitt als großes Ganzes zu sehen.

Im Vorfeld waren viele Abstimmungen notwendig, unter anderem mit dem dort verlaufenden Wasserschutzgebiet. „Ich bin froh, dass wir den aktuellen Planungsstand erreicht haben, es wird auf jeden Fall eine super Straße“, zeigte sich Löffler überzeugt. Um dann den Kreis wieder zu schließen, sagte er: „Dieser Neubau ist ein Meilenstein für die Bürger der Stadt Rötz und für den nördlichen Landkreis Cham.“

Baudirektor Berthold Schneider, Leiter Straßenbau sagte, dass für den Amtsbezirk des Staatlichen Bauamtes (Landkreise Cham, Neumarkt und Regensburg) ein Haushaltsvolumen in diesem Jahr bei den Staatsstraße von 30 Millionen Euro eingeplant ist. Seit knapp zwei Jahren könne man nun wieder mehr investieren.

So wird Wasser geschützt

Ein Dank galt von Seiten von Schneider dem Landtagsabgeordneten Gerhard Hopp. „Wir haben drei gute Jahre hinter uns, wo wie viel gebaut haben. Ich hoffe, dass es zukünftig so weitergeht“, so Schneider.

Dieser stellte die Maßnahme im Detail vor, wobei er zu Beginn nicht verhehlen wollte, dass die Straße nicht nur schmal, kurvig und bergauf und bergab führt, sondern auch noch in einem schlechten Zustand ist. Schneider ging auch auf die Besonderheiten zum Wasserschutzgebiet ein. Hier wird eine Folienabdichtung zum Untergrund entstehen. Zudem werden Schutzplanken auf beiden Straßenseiten errichtet. Außerdem wird es abgedichtete, befestigte Bankette geben. Das Fahrbahnoberflächenwasser wird vollständig gefasst und über Rückhaltebecken und Rohrleitungen aus dem Wasserschutzgebiet abgeleitet. Es werde, so machte Schneider deutlich, keine Versickerung geben.

Dass die Maßnahme bald starten wird, davon können sich, so der Baudirektor, auch bald die Bürger überzeugen, wenn eine 15 000 Quadratmeter große Waldfläche bis Februar 2025 gerodet wird. Im Gegenzug werde es Ausgleichsmaßnahmen geben.

Hopp und Löffler machten deutlich, dass die Bürger im Landkreis pro Straßenbau eingestellt seien. Das sei die Grundvoraussetzung, dass man solche Maßnahmen umsetzen kann. Allerdings müsse – das machten die beiden Politiker auch am Donnerstag deutlich – klar sein, dass solche Ausbaumaßnahmen nur unter einer Vollsperrung durchgeführt werden können.

Bürgermeister Stefan Spindler antwortete: „Man kann hier nur einen Dank an die Mitarbeiter im Straßenbauamt aussprechen: Hinter einer solchen Planung steckt ganz viel Arbeit, gerade beim Grunderwerb. „Wir haben zudem im Landkreis Politiker, die sich für den Straßenbau enorm einsetzen und immer wieder was einfordern, das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Der Weg zur Fertigstellung

Die Maßnahme im Überblick: Strecke: 2,3 Kilometer; Baukosten: circa 6 Millionen Euro; Umsetzung der Maßnahme: zwei Bauabschnitte; Verkehrsbelastung: 830 Kraftfahrzeuge pro Tag, davon Schwerlastverkehr 40 Fahrzeuge pro Tag; künftige Fahrbahnbreite: 6,50 Meter (Fahrstreifenbreite 2,75 Meter, Randstreifen 0,50 Meter)

1. Bauabschnitt: Von der Firma Mayer Maschinenfabrik bis zur scharfen Kurve; Ausschreibung: Frühjahr 2025; Baubeginn: ebenfalls bereits im Frühjahr 2025; Kostenvolumen: drei Millionen Euro; Fertigstellung: 2025

Pause: Wenn die Bauarbeiten in den Wintermonaten 2025/2026 ruhen, soll, so die aktuelle Planung, die Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden.

2. Bauabschnitt: Von der scharfen Kurve bis zur Landkreisgrenze; Ausschreibung: 2026; Baubeginn: 2026; Kostenvolumen: drei Millionen Euro; Fertigstellung: 2026

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Landrat Franz Löffler, Baudirektor Berthold Schneider, MdL Gerhard Hopp und Rötz’ Bürgermeister Stefan Spindler (v. li.) vor den aktuellen Plänen Foto: Thomas Mühlbauer
Stellenweise eine ausgesprochene Rumpelpiste, und dann auch noch viele Kurven, schmal, ein hügeliger Verlauf – auf dieser Straße herrscht offensichtlich Handlungsbedarf.