Die Schola Schmidmühlen wirbt um Kinder, die Lust auf Musik haben

Es ist ein Jubiläum, das es durchaus wert ist, öffentlich gewürdigt zu werden: Die Schola der Pfarrei St. Ägidius Schmidmühlen blickt auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Teilweise waren mehr als 40 Kinder und Jugendliche dabei, doch jetzt kämpft der Chor mit Nachwuchsproblemen. Neue Sängerinnen und Sänger werden gesucht.
Gegründet wurden der Kinder- und Jugendchor vom damaligen und mittlerweile verstorbenen Pfarrer Georg Braun. Erster Chorleiter war Friedbert Bruckmüller. Der erinnerte sich anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenmitglied des Heimat- und Kulturvereins an diese Anfangszeit so: „Einen Kinder- und Jugendchor aus der Taufe zu heben, war nicht nur ein wunderbares Erlebnis, es kostete auch Nerven.“ Aber es habe auch Spaß gemacht, sagte Bruckmüller.
Die Arbeit hat sich nicht nur für die Pfarrei oder auch den Markt Schmidmühlen gelohnt, sondern sicher ebenso für die Kinder und Jugendlichen. Diese haben bei allen drei bisherigen Chorleiterinnen und Chorleitern eine fundierte musikalische Grundbildung erhalten und außerdem viel erlebt.
Auch das Erleben der Gemeinschaft ist wichtig
Nach Friedbert Bruckmüller folgte Anneliese Braun in den 1980er Jahren als Chorleiterin. 2004 hat Sabine Lang die Schola übernommen – mittlerweile auch schon wieder 20 Jahre.
Das Singen steht natürlich im Mittelpunkt, doch es geht ebenso um ein Gemeinschaftserlebnis, das beispielsweise mit Musicals oder den traditionellen Krippensingspiel zu einem unvergesslichen Miteinander führte. Und: In der Faschingszeit dürfen die Scholakinder (und auch die anderen Kinder) maskiert zum Gottesdienst kommen, einst von Pfarrer Braun eingeführt und von seinem Nachfolger Pfarrer Werner Sulzer weitergeführt.
Gemeinsam, so Sabine Lang, bereite man sich auch auf die Weihnachtszeit vor und nutze den Advent mit vielen Aktionen. Die Zeit von Corona konnte noch mit vielen Aktivitäten überbrückt werden. So hatten die Scholamitglieder online über Teams intensiven Kontakt gehalten.
Ohne weiteren Zuwachs kann kein Musical aufgeführt werden
Über Jahrzehnte gehörten meist mehr als 40 Kinder der Schola an, in den besten Zeiten waren es sogar zwischen 42 und 48. „Doch nach dem letzten Weihnachtsmusical kam ein Einschnitt, viele Kinder hörten auf“, erzählt Sabine Lang. Schule oder alternative Freizeitmöglichkeiten seien meist der Grund gewesen. Derzeit umfasse die Schola noch neun Kinder sowie vier „Schnupperkinder“ aus den umliegenden Ortschaften.
„Wir brauchen dringend Nachwuchs, Kinder, die Lust auf Melodien und Musik haben. Ohne die Kinder kann leider kein Musical mehr stattfinden, kein Krippensingspiel. Dazu bräuchte ich mindestens zwölf bis 15 Kinder, die stimmsicher sind und sich trauen, vor so vielen Menschen auf eine Bühne in der Kirche zu stehen“, umschreibt die Scholaleiterin die Situation. Und: Die Erstkommunion oder Ostern ohne die Kinderstimmen – das wäre nur schwer vorstellbar.
Nicht nur Sabine Lang, sondern auch der neue Pfarrer Norbert Große hoffen auf Nachwuchs für die Schola. Nach der Sommerpause haben die Proben – jeweils mittwochs von 16.30 bis 17.30 Uhr im Allzweckraum der Pfarrkirche – wieder begonnen. Alle Interessenten können unverbindlich vorbeikommen und erhalten weitere Infos vor Ort.