Waldmünchen: Kürzungen fürs Regionalbudget Cerchov plus stehen an

Das Regionalbudget ist so etwas wie der kleine Wunscherfüller von Gemeinden mit Hilfe des Amtes für ländliche Entwicklung. Die in einem ILE-Projekt (Integrierte Ländliche Entwicklung) zusammengeschlossenen Gemeinden, in diesem Fall der ILE Cerchov plus, können so sich selbst, meist aber auch Vereinen oder dörflichen Organisationen kleine Wünsche im Sinne der Allgemeinheit erfüllen.
Heuer wurde im Projektgebiet zwischen Furth und Rötz für die sieben beteiligten Gemeinden wieder ein Budget von 100 000 Euro zur Verteilung bereitgestellt. Für Stadt Waldmünchen, die derzeit den Vorsitz inne hat, hat sich Bettina Scheck um die Abwicklung des Verfahrens gekümmert. Sie berichtete, dass es insgesamt 32 Anträge auf eine Förderung gab. 18 davon wurden ausgewählt. 13 erhielten eine 80-prozentige Förderung, der Rest eine 70-prozentige Förderung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 162 000 Euro, förderfähig waren davon rund 130 000 Euro. Das ergab eine Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Höhe von 88 420 Euro.
Dass die Fördergelder noch heuer ausgezahlt werden, versprach Erik Bergner, Abteilungsleiter beim ALE. Er lobte das Instrument des Regionalbudgets, weil es die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinden zeige und schnell und unbürokratisch sei. Nächstes Jahr werde es wieder ein Regionalbudget geben. Allerdings werde es finanziell etwas kleiner werden.
Kürzungen „ärgerlich“
Dieses Thema griff der Gleißenberger Bürgermeister Wolfgang Daschner bei der Vorstellung seines Projektes auf. Er halte die Kürzung der Regionalbudgets auf 75 000 Euro für falsch. Man solle lieber im Großen sparen und nicht bei kleinen Projekten. „Sowas regt mich auf“, sagte Daschner. Der Waldmünchner Bürgermeister Markus Ackermann, der die Versammlung leitete, sagte: „Ein erfolgreicheres Instrument“ als das Regionalbudget gebe es selten. Mit wenig Aufwand sorge es für große Wirkung und komme in der Öffentlichkeit gut an. Man sollte nicht unbedingt hier mit dem Sparen beginnen.
Danach wurden die Projekte von den einzelnen Begünstigten vorgestellt. Den Anfang machte die Jugendbildungsstätte, in deren Energiepark die Vorstellung des Regionalbudgets stattfand. Die Leiterin der Umweltstation, Lena Rüger, erläuterte, dass über das Regionalbudget ein Seminarraum im Grünen in Form eines Glashauses gefördert wurde. Das kleine Gebäude diene Gruppen aus Kursen und Schulen als Räumlichkeit, zeige aber auch gleichzeitig die Wortbedeutung des Treibhauseffektes.
Karin Stelzer von der Stadt Furth im Wald stellte einen öffentlichen Bücherschrank in einem Park in Furth vor. Die so organisierte Büchertauschbörse werde gut genutzt.
Evi Schneider und Caroline Stautner stellten einen für drei Vereine in Ast genutzten Kinder- und Jugendtreff vor. Dominik Grotzke und Felicitas Bücherl berichteten über eine „Herzensangelegenheit“ der Schwarzachfischer in Schönthal. Das dort entstandene Räucherhäusl werde vor allem genutzt, um dem Nachwuchs des Vereins die Verarbeitung der Fische zu zeigen. Alexander Schneider stellte die Anbringung eines Defibrillators am Feuerwehrhaus in Sinzendorf vor. Seine Notwendigkeit spiegle die demographische Entwicklung im Dorf wieder und sei für die angrenzenden Rad -und Wanderwege nützlich.
Oliver Brückl sprach für den Förderverein NaturStiftung Böhmerwald-Schwarzachtal. Hier wird am Wochenende am Hiener bei Geigant ein Luchs-Natur-Infoterminal eingeweiht. Ein weiteres Terminal folgt am Gibacht.
Andreas Wittmann stellte das Wildschmankerlmobil vor. So wolle die Jägerschaft Wildfleisch an den Mann bringen. Ein zweiter Anhänger über eine andere Förderschiene wird mit Ausbildungsmaterial für Schulen bestückt.
Hans Braun von der Feuerwehr Spielberg stellte zunächst einen Strom- und Wasseranschluss für den Festplatz des Dorfes vor. Zudem habe man Veranstaltungsgeschirr erhalten, das man auch für andere Vereine der ILE Cerchov verwalte, was Bürgermeister Ackermann besonders lobend herausstellte.
Bürgermeister Helmut Heumann stellte für Treffelstein die Küchenausstattung für den Kiosk am Silbersee vor. Der werde sowohl von Einheimischen als auch von Touristen genutzt.
Bürgermeister Wolfgang Daschner aus Gleißenberg, sagte, dass man das Regionalbudget für Eingrünungen beim Bikepark und an einem Platz genutzt habe. Besonders wichtig sei aber die Theke in der Heimat- und Kulturscheune gewesen. Gefreut habe ihn, dass die Scheune selbst über das Leaderprogramm gefördert werden konnte.
Florian Süß von der FFW Schönau berichtete über einen Freisitz im Dorf, der gut von allen Altersgruppen angenommen wird. Der Tiefenbacher Bürgermeister Ludwig Prögler stellte heraus, dass das Projekt von den örtlichen Vereinen mit 8000 Euro unterstützt wurde.
Bestuhlung fürs Rötzer Café
Der Rötzer Bürgermeister, Dr. Stefan Spindler, stellte die übers Regionalbudget geförderte Bestuhlung fürs Rötzer Mehrgenerationencafé vor. Zudem hat der 1. FC textile Startnummern erhalten, die mehrfach nutzbar sind. Sie sollen sogar in Zusammenarbeit mit dem Verein in Dily (Tschechien) zum Einsatz kommen.
Letzter in der Runde war der Waldmünchner Bürgermeister Ackermann. Er stellte einen Messe- und Präsentationsstand sowie eine tragbare Audioanlage vor, die die Stadt Waldmünchen über das Regionalbudget finanziert hat.