Der Stadtverschönerer von Waldmünchen, Malermeister Hans Bücherl, hört auf

„Für mich gab es nie was anderes,“ antwortet Hans Bücherl (64) wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, ob er immer schon Maler werden wollte. Kein Wunder, könnte man seine Familie doch schon fast eine Maler-Dynastie nennen. Im Dezember geht er in den Ruhestand und damit auch der Betrieb. Er werde nur noch hobbymäßig tätig, sagt der Malermeister.
Hans’ Großvater, Zacharias Bücherl aus Arnstein, gründete die Firma im Jahr 1928 und zwar beim „Frander“ in der Oberen Bräuhausstraße 5. 1930 heiratete der „Zach“ seine Franziska, eine geborene Stautner (Hölzlwirt) und verlagerte sein Geschäft in das Maltererhaus in der Schlossgasse 4. Drei Buben gingen aus der Ehe hervor, und nach Kriegs- und Nachkriegsjahren hatte einer davon die Firma übernommen und man bezog das Haus in der Schlossgasse 3 im Jahr 1960.
Vier Jahre zuvor hatte der neue Chef der Malerei Bücherl seine Annemarie geheiratet. 1957 erblickte Tochter Inge das Licht der Welt, drei Jahre später folgte Bruder Hans, der eigentlich hätte ein Stefan werden sollen. Der frischgebackene Vater aber wollte keinen „Steff“ und so einigte er sich in aller Heimlichkeit mit dem damaligen Standesbeamten Franz Alt (Frander) auf den Namen Johann. Letztlich half der schon als kleiner Bub emsig im Betrieb mit und war später einfach „der Zach“.
Neubau in der Schlossgasse
Mittlerweile hatte man auch einen Laden im Neubau der Schlossgasse 3. Er war das Refugium von Hans’ Mutter Annemarie. Hier gab es eine große Auswahl an Farben und Tapeten, Fußbodenbelägen und Zubehör wie Pinsel, Musterrollen und Spachteln zu kaufen. Und natürlich immer auch ein freundliches Pläuschchen.
Die Halle an der Lommerstraße baute man 1991, und zum 1. September 1995 übernahm Hans den Betrieb und führte ihn mit großem Erfolg weiter. Mehr als zehn Jahre beschäftigte die Firma drei weitere Arbeiter, in den letzten Jahren war es dann nur noch einer.
Der Stadtverschönerer
Viele markante Gebäude in Waldmünchen gehen auf das Konto des Bücherl-Malers. Beispielsweise der Seilerbauer, Bau Wagner und die Sparkasse. Das größte Projekt zum „Ausweißeln“, erinnert sich der Malermeister, war allerdings das Alte Schloss, die heutige Jugendbildungsstätte.
Zur Freude Bücherls nannte man ihn auch den Stadtverschönerer. Aber auch in Privathaushalte wurde er gerne gerufen – hatte sich doch herumgesprochen, dass die Firma mit Fachkenntnis, flott und sehr sauber arbeitete.
Zum Abschied gibt Hans Bücherl am Freitag ein großes Fest mit der Blaskapelle Döfering für Familie, Freunde und Weggefährten, darunter auch Lokalpolitiker. Bücherl hatte mehrere Jahre zusammen mit Reinhold Babl und Toni Meier das „Oktoberfest“ in der Stadt zugunsten der Förderstätte Barmherzige Brüder unterstützt, und auch der Erlös seines privaten Festes wird wieder einem guten Zweck zukommen, nämlich der Organisation „Bürger helfen Bürgern“.
In Zukunft hat der „Bücherl Zach“ nun ausreichend Zeit für seine Hobbys, als da sind im Winter Ski- und im Sommer Radfahren. Bleibt nur noch, ihm einen gesunden und beschaulichen Ruhestand zu wünschen.



