Bionorica darf erweitern: Ausgelagerte Bereiche ziehen wieder in die Neumarkter Zentrale

Im Bausenat des Stadtrats standen am Montagabend drei Bauvorhaben im Mittelpunkt der Beratungen. So stimmte das Gremium einer Erweiterung der Küche im Oberen Ganskeller zu. Darüber hinaus beschäftigten sich die Senatsmitglieder mit dem Bauleitplanverfahren zur Großbaustelle der Firma Klebl am Kanalweg und einem Neubau bei Bionorica.
Das Vorhaben der Neumarkter Baufirma Klebl hatte nach Bekanntwerden erster Pläne viele Kritiker auf den Plan gerufen. Anwohner hatten protestiert, dass die Dimensionen des Gebäudes im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden deutlich zu groß seien. Daraufhin hatte Klebl noch einmal nachgebessert, in Teilen auf ein viertes Obergeschoss verzichtet, die Nutzfläche des Vorhabens noch einmal verkleinert und die Parkmöglichkeiten erweitert.
Grünes Licht für von Naturschutzbehörde
Der Bausenat beschäftigte sich nun am Montag mit den Ergebnissen der öffentlichen Auslegung und den daraus entstandenen Stellungnahmen von Behörden und der Öffentlichkeit. Sechs Stellungnahmen von Bürgern waren eingegangen, wie Sachbearbeiterin Lena Wächter erklärte. So hatte ein Bürger das artenschutzrechtliche Gutachten für das Baugrundstück angezweifelt.
Dieses war zum Ergebnis gekommen, dass auf dem Grundstück bei mehreren Begehungen keine schützenswerten Zauneidechsen oder Fledermäuse gesichtet worden seien, beziehungsweise, dass das Gebiet kein bedeutendes Jagdgebiet für Fledermäuse darstelle. Das hatte laut Wächter dazu geführt, dass der Gutachter das Grundstück erneut unter die Lupe nahm – und grünes Licht für die Bebauung gab.
Die Frage eines Bürgers nach einer Lärmschutzwand beantwortete die Sachbearbeiterin damit, dass eine solche aufgrund ihrer zu erwartenden Höhe und der dadurch erforderlichen Baumfällungen nicht in Erwägung gezogen wird. Weitere Bürger hatten Regeln zu Einfriedungen, Fahnenmasten und zu den Verkaufsflächen kritisiert, die von der Stadtverwaltung teils in den Bebauungsplan aufgenommen worden waren. Jetzt muss der neue Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden.
Bionorcia will Rohstoffe für Arzneimittel selbst vermahlen
Eine weitere Abstimmung betraf die Erweiterung der Produktion bei Bionorica in Neumarkt. Der Hersteller pflanzlicher Arzneimittel plant, Arbeitsschritte, die zuvor an andere Unternehmen ausgelagert worden waren, selbst zu übernehmen. So will man dort nun Pflanzenrohstoffe und Trockenextrakte in einer entsprechend neuen Produktionslinie vermahlen, braucht aber vor allem wegen des Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen eine Erlaubnis gemäß des Immissionsschutzgesetzes.
Wie Matthias Dotzauer vom Stadtplanungsamt ausführte, werde in dem neu entstehenden, bzw. dem umgebauten dreistöckigen Gebäude zwar mit wassergefährdenden Substanzen hantiert – jedoch nur mit solchen, mit denen Bionorica auch schon vorher zu tun gehabt hat, nur in anderer Konsistenz. Daher stehe einer Genehmigung der Erweiterung von Bionorica nichts im Wege. Die Mitglieder des Bausenats schlossen sich dieser Einschätzung an.