Die Flurbereinigung im Heiligenstädter Moos startet

Maßnahmen im Heiligenstädter Moos sollen mithelfen, den Klimawandel zu mildern. Jetzt ist das Projekt in Neustadt a. d. Donau einen wichtigen Schritt weiter.
Das Landratsamt vermeldet, dass das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE) für das Heiligenstädter Moos ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet hat. Im Juni hatte sich wie berichtet der Neustädter Stadtrat ohne Ausnahme für dieses Vorgehen ausgesprochen.
Ziel ist es, so viele Flächen wie möglich in öffentliches Eigentum zu bringen, um auf ihnen Projekte umzusetzen, die dem Klimaschutz dienen. Klaus Amman vom beteiligten Landschaftspflegeverband VöF stellte unlängst die Bedeutung des Projekts hervor: Das Heiligenstädter Moos sei eines der wenigen hochwertigen Niedermoore im Landkreis. Moore seien enorm wichtig, wenn es darum geht, Kohlendioxid zu binden.
Der Zweckverband Bad Gögging gab den Impuls
Der Impuls zum Projekt sei laut Amman vom Zweckverband für die Limestherme gekommen, der Flächen im Heiligenstädter Moos sein Eigen nennt. Der habe angeregt, dass die Kommune sie erwirbt. Es gebe bereits ökologisch genutzte Flächen dort, die der VöF erworben hat.
Wie berichtet hat es bereits erste Gespräche mit dem Bauernverband und dem Bund Naturschutz gegeben. Die Herausforderung im Heiligenstädter Moos seien die vielen kleinteiligen Flächen mit unter tausend Quadratmetern. Vor allem deshalb sei das ALE ins Boot geholt worden. Erste konkrete Gespräche gab es laut Stadtverwaltung im Frühjahr.
Auch das könnte Sie interessieren: 250.000 Essen für hungrige Mäuler
Ideen zur Nutzung der Flächen im Heiligenstädter Moos haben Christian Thurmaier vom ALE und Amman unlängst skizziert. Möglich seien beispielsweise Weide- und Teichwirtschaft. Sehr wohl sei es ein Ziel, landwirtschaftliche Nutzung weiter zu ermöglichen, denn heimische Betriebe müssten gestärkt werden. Klar sei, dass die Moorlagerflächen des Zweckverbandes erhalten bleiben müssen.
Feuchtbereiche sollen bleiben
Feucht- und Nasswiesen sollen erhalten bleiben. Dazu habe man einen sanften Tourismus im Blick. Denkbar sei, Wanderwege anzulegen mit entsprechenden Infos zum Thema. Bürgermeister Thomas Memmel betont in diesem Zusammenhang, dass man keinesfalls dem gesamten weit über hundert Hektar großen Areal ein fertiges Konzept überstülpen wolle – und damit den Eigentümern der Flächen. Derzeit halten dort vor allem die Kommune, der Zweckverband und private Nutzer Flächen.
Starten soll das Projekt laut Rathauschef auf den Flächen, die der Kommune bereits gehören. Es sei davon auszugehen, dass man die Areale des Zweckverbandes erwerben könne. Insgesamt seien das rund 60 Hektar. Zu hoffen sei, dass private Grundstückseigentümer Flächen abtreten. Oftmals haben die ja keinen großen Nutzen, weil sie relativ klein und schmal sind.
Laut Thurmaier sind weitere Vorarbeiten notwendig, um das Schutzprojekt zu starten. Immerhin liegt ein geforderter Pflege- und Entwicklungsplan bereit seit 2022 vor. Ein Fachbüro sei mittlerweile dabei, den Preisspiegel, der entscheidend ist für die zu zahlenden Kaufpreis, zu erstellen.
Es fließen Fördergelder
Nicht anders als bei einem Bebauungs- oder Flächennutzungsplan müssen bei so einem Vorhaben Träger öffentlicher Belange beteiligt werden. Deren Stellungnahmen seien laut Thurmaier bereits eingeholt.
Für das Projekt gibt es Fördergelder vom Freistaat. Laut Thurmaier steht der Fördersatz bei 90 Prozent der Kosten. Den Rest wird laut Bürgermeister Thomas Memmel die Kommune übernehmen. Eine fixe Zusage für 500 000 Euro für den Ankauf von Flächen gibt es bereits für dieses Jahr. Die Summe solle vor allem für neun Hektar verwendet werden, die man vom Zweckverband Bad Gögging erwerben will.
Weitere feste Finanzzusagen gibt es noch nicht. Das Projekt werde aber im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel unterstützt. Laut Thurmaier müsse man erst einmal sehen, wie sich das Projekt entwickle. Laut Mitteilung der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass in den folgenden beiden Jahren jeweils 250 000 Euro ausgegeben werden müssen. Der Stadtrat hat jetzt beschlossen, dass die auf Neustadt a. d. Donau zukommenden Kosten übernommen werden sollen.
Der Flurbereinigungsbeschluss und drei Gebietskarten sind laut Mitteilung in der Verwaltung der Stadt Abensberg vom 25. Oktober bis zum 25. November ausgelegt und können während der dortigen Dienststunden eingesehen werden.