250.000 Essen für hungrige Kids in Neustadt a. d. Donau

Von Wolfgang Abeltshauser · 13. Oktober 2024 um 15:00

Seit 15 Jahren erhalten Schulkinder in Neustadt a . d. Donau Mittagessen in der Schulmensa. Jüngst wurde das 250.000. Essen ausgegeben. Die täglichen Kunden verraten die Höhepunkte auf dem Speisezettel.

Die Türe geht auf und eine Schar Elf- und Zwölfjähriger kommt herein. Flugs schnappen sich alle ein Tablett, Mensaleiterin Lejla Muharemovic und ihre Kollegin stehen schon bereit. In wenigen Minuten sind viele Teller mit Nudeln, Tomaten-Mozzarella-Sauce mit Putenfleisch gefüllt.

In der Mensa der Mittelschule, in der auch Grundschüler essen, herrscht Hochbetrieb. Seit zwei Stunden werden dort schon Kinder und Jugendliche verköstigt. Seit 2009 gibt es diese Mensa im ersten Stock des Schulgebäudes, die mit beeindruckenden Zahlen aufwartet. In diesen Tagen wurde laut Schulleiter Harald Wintersberger das 250.000. Mittagessen ausgegeben.

Schnitzel, Burger und Pizza

Die Speisekarte ist laut Muharemovic, die für den Betreiber von der Arbeiterwohlfahrt den Betrieb managt, abwechslungsreich. So gibt es auch das klassische Schnitzel, das nach ihren Worten eindeutige Lieblingsessen der Schülerinnen und Schüler, nur einmal im Monat. Diesem Klassiker folgen Burger und Pizza auf der Beliebtheitsliste. Das könnten wohl auch viele Muttis unterschreiben, wenn es darum geht, die Essenswünsche ihrer Lieben daheim zu beschreiben. Diese Fakten sind fundiert, denn laut Jeanette Kleineheismann, die für die Ganztagsbetreuung unter dem Dach der AWO zuständig ist, mache man regelmäßig Umfragen unter den Kindern.

Im Gespräch mit den Sechstklässlern, die gerade Mittag essen, zeigen sich aber auch andere Geschmäcker. Azra mag alles, bei dem Nudeln mit dabei sind. Markus und Simon loben den Kaiserschmarrn. Beim Chickenburger gibt es unterschiedliche Meinungen. Während Markus und Simon nicht viel davon halten, sind mehrere Mädchen absolut angetan.

Nachschlag ist oft fällig

Grundsätzlich schmecke das Essen aber insgesamt lecker, stellt Markus fest. Dass er das nicht nur deshalb sagt, weil der Schulleiter nicht weit entfernt steht und mithören könnte, zeigen Mitschülerinnen und -schüler. Immer wieder stehen welche auf, um sich einen Nachschlag zu holen.

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Wintersberger seinerseits muss nicht lange überlegen, ein Gericht zu nennen, das bei den Schülerinnen und Schülern weniger gut ankommt. „Das ist die Brokkoli-Suppe, die aber weiterhin auf der Speisekarte steht.“ Das wundert nicht, denn Gemüse gilt als gesund. Dafür hält man sich mit Anderem zurück. Eine Süßspeise gebe es laut Muharemovic nur einmal in der Woche.

Seit 2017 gibt es diese Mensa im Mittelschulgebäude. Dort erhalten von Montag bis Donnerstag laut Muharemovic jeweils 180 bis 200 Schülerinnen und Schüler ihr Mittagessen. Das bedeutet: Es muss in mehreren Schichten zwischen 11 und 14 Uhr gegessen werden, da es nur 131 Sitzplätze gibt.

Allerdings ist in den beiden Speisesälen deutlich mehr Platz als beim Start der Mittagsbetreuung vor 15 Jahren in zwei Räumen der Grundschule. Mit 50 Kinder gab es damals aber auch deutlich weniger Essensgäste. Das seien laut Wintersberger zwei dunkle Klassenzimmer gewesen. In die jetzige Mensa flutet Licht durch viele Fenster.

Caterer geraten an Grenzen

Die Kinder erhielten damals das Essen sogar noch am Tisch serviert. „Es gab Bedenken, dass Kinder im Grundschulalter ein Tablett mit einem Teller darauf nicht tragen können“, berichtet Kleineheismann mit einem Schmunzeln. Mittlerweile habe sich herausgestellt, dass man diesen Kindern das durchaus zutrauen kann.

Geliefert wird das Essen derzeit von einem Caterer aus Abensberg. Laut Kleineheismann und Wintersperber gab es die Jahre davor eine relativ hohe Fluktuation, was die Lieferanten betrifft. Oftmals kämen Catering-Unternehmen bei rund 200 Essen am Tag schlichtweg an ihre Grenzen. Oftmals scheitere es genau daran, regionale Anbieter einzubinden.

Auf den Tisch kommen jeden Tag drei Gerichte: vegetarisch, mit und ohne Schweinefleisch. Die Vorlieben sind klar zu sehen. In diesem Schuljahr konnten sich laut Muharemovic lediglich vier Kinder für ein vegetarisches Gericht erwärmen. Diese Entscheidung müsse jeweils zu Beginn eines jeden Schuljahres grundsätzlich getroffen werden. Ein Wechsel bis zum nächsten Sommer sei möglich, tägliches Neuentscheiden gehe allerdings nicht. Das könne organisatorisch nicht geleistet werden.

Pro Mahlzeit gibt es zwei Gänge. Entweder ist dem Hauptgericht eine Suppe oder ein Salat vorgeschaltet. Die andere Variante ist, dass eine Nachspeise angeboten wird.

Lejla Muharemovic organisiert den Betrieb.