Container in Muckenbach sorgen im Nittenauer Stadtrat erneut für Empörung

„Ich bin langsam wirklich sauer“, kommentierte Stadtrat Christoph König (Grüne) bei der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag die Situation rund um die Fertigcontainer in Muckenbach. „Es ist eine Katastrophe“, fügte der Stadtrat hinzu.
Grund seiner Verärgerung war ein erneuter Bauantrag zur Errichtung einer Lagerhalle aus Fertigcontainern, den Bauherr Andreas Belser eingereicht hatte, obwohl das Grundstück im Flächennutzungsplan als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen ist. Das Vorhaben war bereits im April im Stadtrat und im Juni im Bauausschuss behandelt und dabei einstimmig abgelehnt worden.
Bereits Fundamente angelegt
Trotzdem hatte der Bauherr Fakten geschaffen: In der Gemarkung Treidling stehen seit Monaten zahlreiche Container, die dort ohne Genehmigung aufgestellt wurden. Zudem wurden bereits Fundamentarbeiten ausgeführt.
Zweiter Bürgermeister, Albert Meierhofer (CSU), der die Sitzung im Rathaussaal leitete, nahm den Landkreis in Schutz: „Das Landratsamt treibt die Räumung voran, wollte jedoch das Ergebnis des heutigen Abends abwarten“, erklärte er. Wenig überraschend wurde der Antrag auch diesmal einstimmig abgelehnt.
Schon mehrfach sorgte die „Container-Landschaft“ für Schlagzeilen. Einen weiteren Text zum Thema finden Sie hier.
„Dann warten wir mal auf den nächsten Antrag“, kommentierte Stadtrat Michael Prasch (FW) trocken. Auch eine Voranfrage desselben Bauwerbers, die darauf abzielte, eine nahegelegene Halle in eine Lagerhalle aus Fertigcontainern umzuwandeln, wurde mit Verweis auf den Flächennutzungsplan einstimmig abgelehnt.
Sorge vor Präzedenzfall in Neuhaus
Bezüglich einer weiteren Bauvoranfrage für eine Maschinenhalle mit integrierter Werkstatt in Neuhaus – ebenfalls in einem allgemeinen Wohngebiet – plädierte Meierhofer mit Verweis auf den Fall in Muckenbach für eine Ablehnung. „Gerade haben wir einen ähnlich gelagerten Fall abgelehnt. Wir sollten keine Präzedenzfälle schaffen“, erklärte der zweite Bürgermeister.
Stadtrat Florian Doll (FW) sah die Fälle jedoch nicht als vergleichbar an, da es sich in Neuhaus um eine land- und forstwirtschaftliche Halle handle. „Dann wäre in Neuhaus überhaupt keine Bebauung mit landwirtschaftlicher Nutzung mehr möglich“, warnte Doll.
Meierhofer plädierte dafür, das Gebiet zunächst im Flächennutzungsplan aus dem Wohngebiet herauszunehmen und den Antrag anschließend zu genehmigen. Die Entscheidung wurde vom Gremium vertagt, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Ramona Huf von der Stadtverwaltung stellte die Ergebnisse der Verkehrsschau vom September vor. Ein Bushäuschen in Brunn beim Gasthaus zur Sonne kann nicht errichtet werden, da ein dort stehendes Kruzifix im Weg ist.
Kritik am 24-Stunden-Shop
Ebenso problematisch ist ein geplantes Bushäuschen bei der Engstelle in Thann, da hierfür ein Gullideckel überbaut werden müsste. Für Zebrastreifen zum Kindergarten an der Brucker Straße fehlen die nötigen Sichtverhältnisse; außerdem ist der erforderliche Gehweg auf beiden Seiten der Straße nicht vorhanden. Unter Anfragen äußerte sich Stadtrat König zum 24-Stunden-Automatenshop an der Hauptstraße, der ein Problem für den Jugendschutz darstelle, besonders zu Schulzeiten. Es sei unklar, ob dort nicht Erwachsene für minderjährige Schüler, die sich vor der Schule im Laden träfen, Alkohol und E-Zigaretten kauften.
Stadtrat Gunther Stangl (FW) ergänzte, dass der Betreiber seinen Lieferwagen nachts oft lange Zeit so vor das Schaufenster stelle, dass nicht einsehbar sei, was jugendliche Kunden dort zu später Stunde kauften. Meierhofer wies darauf hin, dass das Parken im Kreuzungsbereich ohnehin grundsätzlich verboten sei.