Mord-Prozess gegen Regensburger Krankenschwester beginnt – Pflegerin bestreit Vorwürfe vehement

Von Philip Hell · 8. Oktober 2024 um 19:00

Der Fall sorgte im August für Aufsehen: Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft einer Pflegerin vor, eine Patientin im Krankenhaus St. Josef ermordet zu haben. Nun ist klar, wann der Prozess startet: Wie das Landgericht Regensburg auf MZ-Anfrage bestätigt, beginnt die Hauptverhandlung am kommenden Mittwoch, 16. Oktober.

Die Staatsanwaltschaft machte den Fall im August publik. Die Anklagebehörde wirft einer 36-Jährigen vor, im Januar und Februar mehrere Patienten mit Medikamenten ruhiggestellt zu haben, um ihnen Wertsachen zu rauben. Ende Januar soll die Pflegerin einer 65-jährigen Patientin das Betäubungsmittel Midazolam verabreicht haben. Das habe zu einem Atemstillstand geführt, teilte die Staatsanwaltschaft im August mit. Die Folge: Die Frau musste reanimiert werden, starb allerdings wenige Tage später auf der Intensivstation.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 36-Jährigen, die inzwischen ihren Job verloren hat, daneben fünf weitere Fälle vor. Dabei wurden Patienten stets betäubt, drei von ihnen fehlten danach Wertgegenstände, wie die Anklagebehörde mitteilte.

Prozess gegen Regensburger Krankenschwester: Der Vorwurf lautet Mord

Nun sitzt die Krankenpflegerin ab kommender Woche vor Gericht. Ihr wird Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge sowie versuchter Mord in fünf Fällen, jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, zur Last gelegt.

Vertreten wird die Frau von den Regensburger Rechtsanwälten Andreas Hoyer und Anna Schwarz. Hoyer sagte auf MZ-Anfrage, dass sich seine Mandantin zum Prozessbeginn nicht zu den Vorwürfen äußern wird. Sie bestreite die Anschuldigungen allerdings vehement. Schon bei der Haftbefehlseröffnung hatte die Pflegerin allen Vorwürfen widersprochen.

Mord in Regensburger Klinik? Krankenhaus reagiert geschockt

Die Fälle trugen sich im Caritas-Krankenhaus St. Josef im Stadtosten zu. Die Klinik reagierte im August auf MZ-Anfrage erschüttert. Sprecherin Katja Vogel sagte: „Die Tatvorwürfe, die im Raum stehen, sind entsetzlich und schockieren uns!“ Das Krankenhaus stehe für medizinische Kompetenz und menschliche Zuwendung. Sprecherin Vogel betonte weiter: „Wir haben vom ersten Verdacht an unmittelbar reagiert und die Behörden verständigt.“