Wegen Baustelle: Die Gumpelzhaimerstraße in Regensburg wird für Monate zur Einbahnstraße

Von Heike Haala · 9. Oktober 2024 um 05:00

Autofahrer, die das Stadtzentrum von Regensburg regelmäßig über die Gumpelzhaimerstraße ansteuern, müssen jetzt ganz stark sein: Ab Montag wird das wegen einer Baustelle für einige Monate nicht gehen. Die Rewag verlegt Wasser- und Gasleitungen.

Zudem werden laut Martin Gottschalk, Pressesprecher der Rewag, Hausanschlüsse erneuert. „Die Arbeiten sind im Kontext der Versorgungssicherheit dringend notwendig und können auch zeitlich nicht mehr verschoben werden“, erklärt er. Das soll mehrere Monate dauern. Gottschalk sagt, dass die Arbeiten zwar Anfang des Jahres 2025 erledigt sein könnten. Aber eine lange Frostperiode könne die Arbeiten ebenso verzögern wie archäologische Funde. Die Kosten beziffert er auf einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag.

Umleitung im Stadtwesten

Für die Zeit der Baustelle wird die Gumpelzhaimerstraße zur Einbahnstraße und kann nur noch stadtauswärts befahren werden, kündigt Gottschalk an. Deswegen geht er davon aus, dass dies spürbare Auswirkungen auf den Verkehr haben wird. „Die Umleitungen stadteinwärts erfolgen über die Obermaierstraße, Hans-Sachs-Straße und den Hochweg. Selbstverständlich sind alle Umleitungen und verkehrlichen Regelungen vor Ort entsprechend großräumig ausgeschildert“, schildert er die Ausweichroute.

Freislebens Café liegt auf der Straßenseite, die in Richtung Stadt führt und nun für Monate gesperrt werden soll. Die Parkplätze direkt vor der Tür ermöglichen den Autofahrern auf dem Weg zur Arbeit eine kurze Stippvisite, während der sie sich Gebäck holen. Die Cafébetreiberin sagt, ihr Hauptgeschäft zwischen 6 und 9 Uhr mit diesen Kunden zu machen. Deswegen hilft ihr die Aussicht darauf, dass die Straße in die andere Richtung befahrbar bleiben wird, nicht viel. „Wo sollen sie da parken?“, fragt sie.

Von anderen Bäckermeistern habe sie gehört, welche Herausforderungen mit Baustellen vor dem Betrieb einhergehen. Deswegen ist sie nun in Sorge um ihr Geschäft. „Da hängen ja auch Arbeitsplätze dran“, erklärt sie. Alleine zehn seien es im Café, hinzu kommen weitere acht in der Bäckerei in Reifenthal. Freisleben sagt, dass 75 Prozent der Ware, die in dieser Bäckerei hergestellt wird, über den Tresen in der Gumpelzhaimerstraße verkauft werden.

Von der Baustelle habe sie am Montag vor zwei Wochen durch ein Schreiben im Briefkasten erfahren. In den Tagen darauf hat sie alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihr Familienunternehmen, das mittlerweile in der vierten Generation besteht, für die nächsten Monate zu rüsten.

Flyeraktion mit Brezen

„Ich will, dass unsere Kunden wissen, dass wir ganz normal für sie da sind, auch wenn die Baustelle gerade läuft“, erklärt Freisleben. Sie hat Flyer drucken lassen, auf denen die Anfahrt zum Bäckerei-Café während der Zeit der Baustelle beschrieben ist. Die will sie am Montag zusammen mit Brezen entlang der Ausweichroute an die Menschen verteilen.

„Grundsätzlich wird immer versucht, die Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie Geschäftstreibenden so gering wie möglich zu halten“, beteuert Gottschalk. Dementsprechend sollen auch alle Grundstücke, Häuser und Wohnungen jederzeit erreichbar sein. Gleiches gelte selbstverständlich für die Zufahrten des Rettungsdienstes.

„Auch das sich in der Gumpelzhaimerstraße befindliche Café Freisleben wird zu jeder Zeit erreichbar sein“, versichert er. Hierzu habe es auch persönliche Gespräche mit der Geschäftsinhaberin gegeben, was Freisleben bestätigt. Auch strebt die Rewag laut Gottschalk eine Beschilderung an, die auf die Öffnung des Cafés hinweist. Inwieweit eine solche genehmigt wird, obliege allerdings den städtischen Behörden.

Das Bäckerei-Café in der Gumpelzhaimerstraße
Die Baustelle bleibt Monate.