Strittige Bauprojekte sorgen in Neustadt für Debatten

Mehrere strittige Bauvorhaben sind in Neustadt a. d. Donau derzeit anhängig. Teilweise sind weitere Gespräche notwendig, mehrmals sind Bauexperten aus dem Rathaus und dem Landratsamt gegensätzlicher Meinung.
Eine bestehende Pension in der Herzog-Ludwig-Straße soll saniert und umgebaut werden. Grundsätzlich gibt es laut Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) zu diesem Projekt bereits einen positiven Beschluss des Gremiums. Nun habe der Bauherr jedoch neue Pläne vorgelegt.
Im Innenhof soll unter anderem ein Frühstücksraum entstehen. Das sei eigentlich nicht das, was man ursprünglich ausgemacht habe. Trotzdem stellte der Rathauschef in der Sitzung fest: „Grundsätzlich spricht nichts dagegen.“ Beschlossen wurde, das Einverständnis der Stadt zu geben, sofern ein Stellplatznachweis vorgelegt werden kann beziehungsweise die notwendigen Stellplätze abgelöst werden.
Streit um Wandhöhe
Der Bauantrag, ein durch einen Brand beschädigtes Gebäude im Ortsteil Sittling wiederaufzubauen, lag ebenso ein weiteres Mal auf dem Tisch der Gremiumsmitglieder. Wie berichtet sei man selbstverständlich dafür, dass das Haus wiederaufgebaut werde – in der ursprünglichen Form.
Das sei in den Augen der Politiker nicht der Fall, wenn sie auf die bereits laufende Baustelle blicken. Laut Anna-Lena Dichtl vom Bauamt störe man sich vor allem an der Wandhöhe, die 70 Zentimeter mehr aufweise als davor. Im Gegensatz zum Landratsamt sei man nicht der Meinung, dass es sich dabei nur um eine geringfügige Änderung handle.
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Deshalb wolle man ganz bewusst einen Beschluss im Gremium, der dies ablehne. Alle anwesenden Mitglieder des Bauausschusses stimmten entsprechend ab, niemand wollte diese Änderung hinnehmen. Entscheiden wird jedoch das Landratsamt.
Gesprächsbedarf gibt es weiterhin rund um ein Bauvorhaben im Kurort Bad Gögging. Aus einem ehemaligen Altenwohn- und Pflegeheim soll ein Wohngebäude mit 40 Wohneinheiten werden. Derzeit sei das Projekt laut Dichtl und Memmel nicht genehmigungsfähig, weil 38 der notwendigen Stellplätze nicht nachgewiesen seien.
Weitere Gespräche mit dem Bauherrn seien also notwendig. Möglich ist laut Memmel, dass nur ein Teil der Parkplätze realisiert wird, um dann den Rest abzulösen. Erst wenn man hier zu einer Einigung gekommen ist, sei eine Zustimmung denkbar.
Ehemalige Stadtbefestigung
Deutlich abgelehnt vom Gremium wird der Plan, im Krähwinkel im Bereich der ehemaligen Stadtbefestigung ein Einfamilienhaus zu bauen. Es handle sich laut Memmel um den Standort des ehemaligen Südwestturms der Stadtmauer. Dies entspreche nicht den städtebaulichen Zielen der Kommune. „Ich verstehe die Welt nicht mehr“, rief Helmut Hartl (CSU) mit Blick auf diese Planung aus.
Laut Ansicht der Experten im Landratsamt füge sich das Bauvorhaben aber in die Umgebung ein. Das Gremium lehnte den Bauvorantrag jedoch einstimmig ab. Man bitte, den Denkmalschutz an der Abwägung in der Kreisbehörde zu beteiligen.
Bedenken habe man, so die Ansicht der Mehrheit, bei einem Bauvorhaben im Ortsteil Mühlhausen im Triftweg. Es füge sich zumindest in Teilen nicht in die Umgebung ein. Vor allem die Wand auf der Nordseite sei viel zu hoch. Grundsätzlich sei ein Gebäude mit fünf Wohneinheiten dort aber vorstellbar.
