Mit kleinen Robotern geht es zur Hochschule

Von Wolfgang Abeltshauser · 6. Oktober 2024 um 19:00

Die Schulfamilie der Neustädter Mittelschule darf sich jetzt über eine besondere Auszeichnung aus dem Kultusministerium freuen. Eine Kooperation mit einem wichtigen örtlichen Unternehmer gab den Auslöser dazu.

Seit einer Woche darf sich die Bildungseinrichtung Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien nennen. Ein Blick auf alle Ausgezeichneten zeigt, dass das Thema im gesamten Landkreis hochgehalten wird. Das Prädikat erhielten außerdem die Realschule in Abensberg, die staatliche Berufsschule in Kelheim und die Grundschule in Langquaid.

Für Neustadts Schulleiter Harald Wintersberger zeigt diese Entwicklung, dass Schülerinnen und Schüler der Region gut auf ihr Berufsleben vorbereitet werden. Er ist sich sicher: Ohne die Zusammenarbeit mit der Firma Motherson wäre das in Neustadt kaum möglich gewesen.

Wie berichtet finden an der Mittelschule Informatikstunden statt, die über den reinen Lehrplan hinausgehen. 13- und 14-Jährige üben sich beispielsweise darin, kleine Roboter aus Legobausteinen zu programmieren, damit diese vorbestimmte Strecken zurücklegen oder einen Walzer tanzen. Die kleinen Geräte werden von der Neustädter Firma zur Verfügung gestellt. Aus dem eigenen Budget könne die Schule sie laut Rektor wohl kaum finanzieren.

Das Ziel wird erreicht

Schulseitig ist Lehrerin Kristin Pesahl für dieses Projekt verantwortlich. Und sie war es laut Wintersberger, von der die Idee kam, sich als Profilschule zu bewerben. Ein Blick auf die Voraussetzungen dafür zeigt, dass man an der Mittelschule einen Weg geht, der vom Kultusministerium forciert wird. Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz sollen behandelt, Kooperationen mit externen Partnern eingegangen werden.

Das Ziel, mehr Jugendliche für Informatik zu interessieren, wird beim Beispiel Neustadt durchaus erreicht: Eriona Kokollari ist eine der Schülerinnen, die beim Roboterprojekt mitmacht. Nach eigenen Worten könne sie sich mittlerweile vorstellen, einen Beruf im Elektronikbereich zu ergreifen. Georg Schmailzl, Elektroausbilder bei besagtem Unternehmen, berichtet, dass es mittlerweile mehr Bewerbungen für diesen Zweig gebe als früher.

Für die Mittelschule gibt es mehr als nur ein weiteres Schild, dass man sich über die Türe hängen kann. Alle ausgezeichneten Schulen dürfen eine Kooperation mit einer Hochschule eingehen – im Neustädter Fall ist das die Technische Hochschule Landshut.

Schon erster Kontakt

Wintersberger berichtet, dass es einen ersten Kontakt mit dem betreuenden Professor schon gegeben habe. Die am Roboterprojekt beteiligten Jugendlichen haben bereits eine Einladung an die Hochschule für eine exklusive Führung erhalten. Ob und in welcher Form es danach gemeinsame Projekte geben könnte, vermag der Schulleiter noch nicht zu sagen. Man stünde ja erst am Anfang. In seinen Augen marschieren die ausgezeichneten Schulen in die richtige Richtung. Ohne Kenntnisse in Informatik und Elektronik gehe es heutzutage in vielen Berufen nicht mehr. Das Arbeiten in einer Autowerkstatt sei da nur der Klassiker.

Da sei ja längst vor einer Reparatur eines Fahrzeugs eine elektronische Analyse angesagt. Aber mittlerweile habe moderne Technologie sogar in Backstuben Einzug gehalten, da beispielsweise automatische Rührmaschinen zum Einsatz kommen.

Harald Wintersberger und Kristin Pesahl nach der Auszeichnung in München. Foto: Hubert Ramesberger